Training Day

Eine versteckte, kleine Episode, die aber auch eine Schlüsselszene im Film „Training Day“ ist, in dem Denzel Washington einen Detective des Drogendezernats in Los Angeles spielt. (Ethan Hawke spielt seinen Gegenpart, den positiven Helden, ohne den es natürlich in einem Hollywoodschinken nicht geht.) Aber lassen wir uns nicht ablenken. Dieser Alonso Harris, ein erfahrener, angesehener Ermittler, zugleich auch eine schillernde Persönlichkeit, fährt zu einem Treffen mit drei hochrangigen Beamten, die uns nur als die „drei weisen Männer“ (wenn ich das recht in Erinnerung habe) vorgestellt werden und gerade in einem Restaurant beim Essen sitzen. Einer von ihnen, mag vielleicht ein Bezirksstaatsanwalt sein, berichtet verärgert, wie ein notorischer Krimineller in seinem Beisein eine naive Richterin gelinkt hat. Kurz vor der Verhandlung, bei der der besagte Berufsverbrecher eigentlich lebenslänglich verknackt oder zumindest für sehr lange Zeit hinter Gitter geschickt werden sollte, hatte sich der gewiefte Straftäter einen fetten braunen Fladen Erdnussbutter hinten in seine Hose, also in seine Arschritze geschmiert, sich während der Verhandlung direkt vor dem Richtertisch stehend hinten in seine Hose hineingegriffen und die hellbraune Masse dann genüsslich von seinen Fingern abgeschleckt. Die Richterin entsetzt: Oh, der arme, bedauernswerte Mann ist ja nicht zurechnungsfähig, kann natürlich nicht verurteilt werden. Statt ihn hinter Gitter zu schicken, verordnet sie ihm stante pede eine Psychotherapie, wo er nach einigen Monaten für geheilt erklärt und entlassen wird; spaziert als freier Mann aus der Klapse heraus.
Während der hohe Beamte seinen Bericht mit dem Schwur beendet, den Typen auf der Straße aufzuspüren und (in Ausübung von Selbstjustiz) seiner gerechten Bestrafung zuzuführen, widerspricht Alonso und zeigt sich überzeugt: Der Mann habe das System begriffen und ausgetrickst. Er habe sich seine Freiheit somit (redlich) verdient.
Und was ich wohl damit sagen möchte, ist … (vorerst gestrichen).

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Berlin, Berlin

Berlin ist immer ein schwieriges Thema. Weiß man immer nicht, ob man überhaupt noch was dazu schreiben soll. Hier passiert ja einiges, aber Berlin ist eigentlich nur Morast, Sumpf – und im Sumpf da leben bekanntlich nur die Moorhühner und sonstige Kackvögel … Das macht dann natürlich keinen rechten Spaß zu schreiben, und die anderen Kinder können das nicht lesen, wenn die Eltern denen dann verbieten, dieses Blog zu lesen. Wo ich das doch alles nur für euch schreibe (seufz, heul).

Okay, ich könnte z. B. heute schreiben, dass mir im Zusammenhang mit dem angeblichen Sexismusskandal der Berliner CDU wieder aufgefallen ist, wie verweifelt die Lage dort sein muss. Da die Personaldecke wegen der vielen Austritte und Karteileichen bekanntermaßen allerorten dünn ist, wird jungen Ehrgeizlingen allzu schnell der Weg zu einer Parteikarriere geebnet. Dass dies auch schnell mal schief gehen kann, sieht man hier. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Einwurf

Im Hinblick auf die offenbar erst jetzt wieder an Zahl zunehmenden, jedoch nicht minder gerechtfertigten Austritte und Distanzierungen von und bei den traditionell noch so genannten Volksparteien mag sich zuweilen der Vergleich mit den possierlichen und geselligen Kleinnagern der auch hierzulande heimischen Gattung Rattus Rattus aufdrängen, die nach altem Seemannsglauben bei einem drohenden Untergang ihrer schwimmenden Heimstatt die Fatalität eines alternativlosen Verharrens auf den wurmstichigen, salzwasserdurchtränkten Planken ihres sinkenden Schiffs rechtzeitig erkennen und ihre Scheu vor einem kühnen Sprung ins kalte Wasser ablegen. Dennoch verbietet sich dieser tierverachtende Vergleich naturgemäß und soll an dieser Stelle auch nicht weiter ausgeführt werden. Pfui!

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Psst!

Auf welch verzweifeltem (mental herausgefordertem) Niveau sich unser aller Kanzlerin der Herzen bewegt, kann man m. E. auch an folgender beispielhafter Aussage besehen: „Wir leben in postfaktischen Zeiten“, verkündete sie gestern oder vorgestern in einer Erklärung zum Berliner CDU-Wahldebakel. Vermutlich wollte sie zum Ausdruck bringen, ihre ungehorsamen Schäfchen würden sich ohnehin nicht mehr für die von Staats wegen verlautbarten Fakten interessieren, sondern sich vor allem von ihren negativen Gefühlen (fehl-)leiten lassen. Selbstverständlich wäre es da ihrer Ansicht nach unlogisch (d.h. nicht hilfreich), die Menschen mit Fakten belästigen bzw. überzeugen zu wollen, und überhaupt: “Fakten herunterbeten” ist unter ihrer Würde.
Zum Schlapplachen! „Post-faktische Zeiten“ – die Erkenntnis ist ja offensichtlich nicht auf ihrem Mist gewachsen. Sie habe sich „das sagen lassen“, las ich. Aha. Fragt sich nur, von wem? Wer mag ihr Einflüsterer gewesen sein? Einer der üblichen Verdächtigen oder etwa wieder der gute Prof. Münkler, der sich neuerdings heftig ins Zeug zu legen scheint, um sich für die historische Rolle als retrospektiver Erklärbär merkelscher Befindlichkeiten zu empfehlen? Oh ja, nie wurde ein postmoderner philosophierender Rasputin am Berliner Zarenhof dringender gebraucht als in diesen schwierigen Zeiten.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Zeit zu gehen

„Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt“, so Thomas de Maizière in staatsmännischer Manier auf einem sogenannten Zukunftskongress in Berlin. Welche Religion ist da gemeint? Etwa die einzig wahre Religion, die Religion des Friedens? Wie konnte man denn die unterschätzen? Wo die doch schon so lange zu Deutschland gehört? Und übrigens: Nicht wir, sondern du, Thomas! Sprich es aus: Ich, Thomas de Maizière, ich allein bin für mein Versagen, meine Fehler selbst verantwortlich, ich habe falschen Herrinnen (und Herren) gedient, habe mich (nur allzu gern) erniedrigen lassen, habe mich zum Volldeppen machen lassen, habe nicht widersprochen, als diese unsägliche Kanzlerin, deren Namen wir nicht mehr kennen, Recht gebrochen und gegen ihren Amtseid verstoßen hat. Ich, Thomas de Maizière, übernehme die volle Verantwortung für meine Handlungen und trete mit sofortiger Wirkung von meinem Amt zurück. Ich hoffe, meine Pensionsansprüche bis auf Weiteres behalten zu dürfen. Zudem schließe ich mich diesen geschätzten Parteikollegen an, die wohl zu den wenigen Christdemokraten gehören dürften, die noch Rückgrat haben und die Zeichen der Zeit erkennen: Zeit zu gehen: http://cdu-austritt.de/

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Weltfrieden

DSCN3194_spacenightWenn ich recht drüber nachdenke, hab ich mich noch nie von irgendwelchen Wahlplakaten oder Wahlwerbespots in irgendeiner Wahlentscheidung beeinflussen lassen. Oder doch? Unbewusst, könnte man vielleicht einwenden. Wenn überhaupt, habe ich es höchstens als Negativmerkmal oder lästiges rituelles Beiwerk wahrgenommen. Kurios allemal, dass man offenbar in den Parteizentralen (oder den beauftragten Werbeagenturen) immer noch denkt, junge, unverbrauchte Gesichter der smarten Kandidaten (und -innen natürlich), die einen von den hoch gehängten Wahlplakaten dümmlich angrinsen, würden der Wählerschaft, also dem insgeheim verachteten Stimmvieh, vielleicht auf irgendeine magische Weise Vertrauen und Sympathie einflößen. Glaubt man das? Trau keinem über 30, hieß es früher. Homer Simpson sagte das auch mal in einer Folge. Dabei seh ich das genau umgekehrt. Ein politisches Amt würde ich niemandem anvertrauen, der weitgehend unerfahren ist, vielleicht gerade mal die Schule verlassen, höchstens mal ein Volontariat oder ein Praktikum beim väterlichen Mentor, einem anderen Abgeordneten, oder was in Medien/Werbung gemacht hat oder Geisteswissenschaften/Jura studiert, möglicherweise (freilich nur wegen der hohen Belastung durch die politische Arbeit) auch nie einen Abschluss erreichen wird und ansonsten eben nichts kann, nichts ist und ohne ererbtes Vermögen oder Beziehungen nie etwas sein wird/würde. Okay, das kann man letztlich nie mit Sicherheit wissen. Wobei der politische Nachwuchs zwar meist mit mehr als genug Selbstbewusstsein ausgestattet ist, aber fehlende Reife durch nichts zu ersetzen ist. Wiewohl auch Alter vor Torheit nicht schützt, klar, trifft bisweilen auch zu. Aber wer selbst nie gearbeitet hat, kann sich eben auch schlecht in einen Selbstverdiener und -zahler hineinversetzen. Fakt. Klar, dass man da nichts wuppen kann. Zumal, wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und zu blöd ist, einen Eimer Wasser umzutreten, sollte man keine Großprojekte beaufsichtigen. Sieht man in Berlin, z. B. Großflughafen, Spreedreieck, Bankgesellschaft etc. pp. Schilda lässt grüßen. Kann ja auch gar nicht anders sein. Haftet ja keiner. Kostet nichts, zahlt der Staat. Ah, bloß gut.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Notizen, Tagesgeschehen | 2 Kommentare

Space Night

DSCN2590_SpaceThemenwechsel: „Space Night“ ist eine der wenigen kurzweiligen (und ideologiefreien) Sendungen, die man noch gefahrlos schauen kann. Läuft fast täglich in den Nachtstunden bei ARD-alpha. Kein echter Geheimtipp, aber da ich eh gerade Zeit habe, durchaus mal erwähnenswert. Hat aus meiner Sicht etwas Kultiges! Bei spacigen Videoclips aus dem erdnahen Weltraum relaxen, bei sphärischem Technosound abchillen. Hatte irgendwann mal zufällig reingezappt, und fand’s erst seltsam, dann aber wiederum echt pfiffig. Leider verpasse ich oft den Anfang, weil davor oft diese Schüler- oder Bildungssendung mit dem Harald Lesch kommt, der dort bei diesem lokalen TV-Ableger den Peter Lustig (oder meinetwegen auch den Guido Knopp) der Astrophysik spielt. Alpha Centauri heißt die Sendung wohl. Teilweise auch unterhaltsam, vieles anschaulich erklärt, aber ab und zu merkt man auch (oder glaubt zu merken), dass er ins Schwimmen kommt, wenn er offenbar die Grenzen seines Fachgebiets überschreitet und sich in Allgemeinplätze flüchtet. Merkt aber sicher keiner. Bildende Unterhaltung oder unterhaltende Bildung – ach, nennen wir es ganz volkstümlich Popular Educational Entertainment. Schaut auch kaum jemand oder?
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Notizen | Hinterlasse einen Kommentar

Sommerausklang

DSCN4333_komprAus, aus! Das Spiel, der Sommer ist aus! Das Ende ist unaufhaltsam. Unwiderruflich. Geht dem Ende entgegen, Altweibersommer. Die Tage werden kürzer, kühler, ungemütlicher. Vieles ist verblüht. Nicht gut ist das. Nein. Doch. Es geht weiter. Trotzdem.  Immer. Muss ja. Ob mit oder ohne …

Mein Abi ist schon lange her. Was weiß man wirklich noch von damals? Wie unverfälscht sind unsere Erinnerungen? Man wird sich mit der Zeit selbst fremd. Aus Zinnsoldaten wurden Gummiritter und Plastikindianer. Aus metallenen Matchbox-Modellautos wurden Ü-Eier-Autos aus billigem Kunststoff. Wasser wurde zu einem hochwertigen Lifestyle-Lebensmittel designt. Die Bekämpfung von CO2 wurde zur Menschheitsaufgabe erklärt. Aus denkenden Menschen wurde wiederkäuendes Hornvieh. Hirne wurden aufgeweicht, in Flachköpfe transformiert.

Im Gin-Tonic nehmen die Gin-Anteile stetig zu. Mischungsverhältnisse müssen stimmen – auch für Revolution(en) wichtig! Revolutions = Umdrehungen! Nach einer Umdrehung befindet man sich genau da, wo man vorher war: am Ausgangspunkt. Alle sind glücklich. Alles ist in Butter. Alles ist so easy. Der Flughafen (BER) wird planmäßig (ggf. nach Plananpassung) fertiggestellt. Das ist sicher. Aber auch egal. Denn stolz und zufrieden sind wir sowieso, kann man, muss man sein. Nicht? Schrei, nein besser heul vor Glück!

Veröffentlicht unter Notizen | 2 Kommentare

Steinernes Bekenntnis (I)

Meine Schule war eine gute Schule. Ein altehrwürdiges Gebäude, mit dicken Mauern aus rot gebranntem Backstein; alle Klassenzimmer hatten dicke, schwergängige Türen aus massivem Holz. Statt Türklinken waren noch altertümliche Ziehgriffe mit Bügeln aus Messing angebracht. Schwere Türen, dunkel gebeizt. Ich weiß noch, dass mich als Kind die breiten steinernen Treppenstufen in meiner Schule vom ersten Tag an faszinierten. Die Füße vieler Schülergenerationen hatten im Laufe der Jahrhunderte unübersehbare Spuren im Granit der Treppenstufen hinterlassen und sie abgeschliffen, so dass flache Kuhlen in der Mitte der Stufen entstanden waren. Steter Tritt höhlte den Stein. So hatten Millionen schlurfende Füße all der müden, gelangweilten, schüchternen oder aufsässigen, klugen oder nicht so klugen Schüler an den meistbetretenen Stellen der Steinstufen dünne Schichten des harten Granits abgetragen, während der harte Stein wiederum Schicht für Schicht vom Material der Schuh- oder Stiefelsohlen abgeschliffen und als feinste Abriebpartikel in die Umwelt entlassen hatte. Fuß auf Stein bildete die alltägliche Reibpaarung, an der auch ich zwölf Jahre lang, wenn auch oft lustlos und gegen meinen Willen, beteiligt war. Ja, oft gegen meinen Willen, doch ich gehorchte. Ich tat, was alle taten. Ich tat, was man von uns verlangte. Treppen hinauf- und hinabsteigen, immer wieder, jeden Tag (außer sonn- und feiertags). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Notizen | 3 Kommentare

Flexi ist sexy

Der junge Sigmar Gabriel solle doch besser auf eine Sonderschule wechseln, empfahl einst eine Lehrerin den Eltern des heutigen SPD-Vorsitzenden. Der zehnjährige Sigmar sei zu dumm und mache zu viel Ärger. Kurzum, er war ein verhaltensauffälliges Kind. Gegen den gut gemeinten Rat seiner Lehrerin entschied man, das besagte Sorgenkind auf der Realschule zu belassen. Ein Fehler? Hätten ihm einfühlsame Sonderschulpädagogen helfen können, seine Verhaltensstörung zu überwinden und wie seine Altersgenossen geistig zu reifen? Jetzt dürfte es zu spät sein. Man erkennt jedoch, dass erstens Inklusion auch in den 70ern schon gelebte Wirklichkeit in Deutschlands Bildungslandschaft (West) war und zweitens kleine Versäumnisse aus der kindlichen Erziehung im späteren Leben eskalieren und schlimmstenfalls mit großer Wucht auf die gesamte Gesellschaft durchschlagen können. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Politik | Hinterlasse einen Kommentar