Warum Twitter und Facebook sterben werden

Der Kolja-Bonke-Effekt habe den Exodus der User aus den etablierten sozialen Netzwerken und deren Niedergang eingeleitet, so wird es später vielleicht heißen.
Die seit Herbst 2015 auch im Alltag und im Bekanntenkreis spürbare Spaltung der Gesellschaft manifestiert sich bekanntlich auch in Blogs und sozialen Netzwerken. Die im Vorgriff auf die neue Gesinnungsgesetzgebung (NetzDG) bereits veranlassten Sperrungen unbequemer, islam- oder regierungskritischer User in etablierten sozialen Netzwerken lassen die Zahl der Neuanmeldungen auf unzensierten Plattformen wie gab.ai oder diaspora bereits deutlich in die Höhe schießen. Mit repressiven Regimes kollaborierende Plattformen wie Twitter und Facebook verlieren mit zurückgehenden Mitgliederzahlen künftig auch wirtschaftlich an Bedeutung, während die Nachfrage nach alternativen Plattformen, die einen freien unzensierten Meinungsaustausch ermöglichen, anderswo befriedigt wird – auf Plattformen wie gab.ai, vk.com oder diaspora usw., die den freien Raum besetzen, der durch Twitter/FB aufgegeben wird, die sich bereitwillig staatlicher Zensur unterwerfen. Twitter/FB werden langfristig auf den Status eines öffentlich-rechtlichen Arms der jeweils herrschenden Regimes herabsinken (und somit etwa GEZ-Medien gleichgestellt oder als solche wahrgenommen).
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It’s (all) politics, stupid

Das floskelhafte Gerede, man müsse nur den „politischen“ Islam bekämpfen und einen unpolitischen, „spirituellen“ Islam unterstützen, zeugt von Hilflosigkeit, Anbiederungswillen, Unwissenheit oder auch völliger Weltfremdheit. Praktizierter Islam ist Politik in reinster Form. Was ist Politik?
Politik ist Handeln, das nach der Durchsetzung definierter Ziele strebt und auf eine interessengeleitete Gestaltung des öffentlichen Lebens gerichtet ist. Religionsvertreter (auch christliche) nehmen hier ständig Einfluss auf die Politik. Der Islam bzw. dessen führende Vertreter streben nach der weltlichen Macht, nach der Herrschaft des einzig wahren Glaubens, der jeden Aspekt des Lebens regelt; jeder muss sich unterordnen, oder er stirbt, Ungläubige sowieso. Keine Gleichberechtigung, kein Lebensrecht für Ungläubige. Nichts am Islam kann daher je unpolitisch sein, wenn man den Koran ernst nimmt. Es ist keine spirituelle Heilslehre (wie vielleicht der Buddhismus). Islam im Westen ist immer gelebte Provokation. Die Muslime wissen das. Sie müssen nichts tun, nur abwarten, ihren Bevölkerungsanteil erhöhen und von Zeit zu Zeit über mangelnden Respekt und zunehmende Islamophobie in der Gesellschaft klagen. Ab einer gewissen Stärke erübrigen sich alle anderen Fragen, und eine islamische Ordnung nimmt Gestalt an. Quantität schlägt irgendwann in Qualität um (dialektisches Grundgesetz; Marx). Zudem handeln deren Vertreter und Aushängeschilder in der Öffentlichkeit natürlich immer politisch. Gutgläubige Begründer der Legende vom Euro-Islam wie Bassam Tibi und aufrechte Islamkritiker wie Hamed Abdel-Samad sind isoliert, gescheitert oder haben ihren Kampf schon verloren gegeben. Glaubt man jetzt ernsthaft, wir als „Ungläubige“ könnten jetzt noch irgendwie dazu beitragen, einen entkernten europäisierten bzw. reinen Kultur-Islam zu begründen, der seinen totalitären weltlichen Machtanspruch aufgäbe? So blöd ist nicht mal Steinmeier.

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Buntspecht

Da ich neulich die Spatzen hatte, muss fairerweise auch mal der Specht erwähnt werden. Hab heute erstmals zwei Buntspechte vorm Haus gesehen. Tolle Vögel. Hab sie auch auf Video gebannt und im anderen Blog verlinkt.
Buntspecht

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Die „echte“ Pest

Noch kurz einen bzw. zwei Gedanken nachgeschoben, bevor ich sie vergesse: Die Pest, insbesondere die Pandemie von 1347 bis 1353, soll ungefähr ein Drittel der gesamten europäischen Bevölkerung ausgelöscht haben. Es soll danach mehrere Jahrhunderte (!) gedauert haben, bevor wieder die alte Bevölkerungsdichte erreicht wurde.
Die erste Welle hatte die verheerendste Wirkung, bei den folgenden Wellen, die in Abständen von einigen Jahren meist lokal aufflackerten, hatte sich da schon teilweise eine bessere Widerstandsfähigkeit oder sogar Resistenz bei den Überlebenden und der Folgegeneration ausgebildet, so sagt man. Die Pest hat aber nicht überall gleichermaßen gewütet: Manche Landstriche und Ortschaften wurden angeblich fast komplett entvölkert, so dass sogar Gebiete und Dörfer aufgegeben wurden (Wüstungen) oder ganze Gegenden renaturiert wurden (wie man heute sagen würde), auch abgeholzte Wälder konnten nachwachsen – während andere Gebiete kaum von der Seuche betroffen waren.
Große Teile Polens und Belgiens sollen z. B. weitgehend verschont geblieben sein.
1. Der damalige polnische König – Kasimir III. müsste das gewesen sein – hatte in weiser Voraussicht sogar seine Grenzen schließen lassen. Damit rettete er bestimmt vielen Tausenden seiner Untertanen das Leben. Dieser Kasimir, der zu Recht auch Kasimir der Große genannt wird, hatte übrigens 50 Burgen an der Westgrenze seines Reiches errichten lassen. Muss ein weiser Herrscher gewesen sein.

2. Die Pest hatte eine Vermögensumverteilung und eine Umstrukturierung der Gesellschaft zur Folge. Die Pandemie wird auch als „die Stunde der neuen Männer“ bezeichnet. Es folgte nämlich ein Wirtschaftsaufschwung, die Löhne stiegen usw., viele verwaiste Vermögenswerte, Häuser, fruchtbare Äcker wurden von den Überlebenden und Folgegenerationen bewirtschaftet oder in Besitz genommen. Es war ja nichts zerstört worden, nur ein Teil der Besitzer bzw. Bewohner war verschwunden. Betraf auch alle Schichten der Gesellschaft. Die Pest konnte jeden treffen, ob reich oder arm, jung oder alt – die Sozialauswahl war somit „gerecht“. Weiterlesen

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Pestfrage

Nachdem es beherzten Ärzten 1939 in Moskau gelang, den Ausbruch einer Pestepidemie gerade noch zu verhindern, sollte ein älterer Mediziner, der Kontakt mit Infizierten gehabt hatte, in eine Quarantänestation gebracht werden. Der Mann wurde auf die (zu Zeiten des Großen Terrors) übliche Art am frühen Morgen ohne weitere Erklärung von NKWD-Leuten (Geheimdienstlern) abgeholt. Als ihm später auf der Isolierstation gestattet wurde, seine Frau anzurufen, beruhigte er sie mit folgenden überlieferten Worten: „Sorge dich nicht, meine Teure, es ist nicht das Schreckliche, was wir befürchtet haben – es ist nur die Pest.“

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Über Spatzen und Hirne

Spatzen

Du Spatzenhirn! Wie oft hat man das schon gehört oder gesagt? Dürfen das Lehrer eigentlich noch zu ihren Schülern sagen? Wahrscheinlich nicht. Der menschliche Spatzenhirnvergleich ist für die Vögel diskriminierend und herabsetzend. Spatzen sind sogar ziemlich schlaue Vögel. Anpassungsfähige Überlebenskünstler, gesellig, frech, flink und fleißig. Man tut den Spatzen mit dem Vergleich wahrscheinlich unrecht.
Dazu noch Folgendes: Während des sogenannten Großen Sprungs nach vorn (1958 bis 1961) startete Mao Zedong eine Kampagne zur Vernichtung aller Spatzen im Land. Der in China auch als Große Spatzenkampagne bezeichnete Feldzug zur Tötung der heimischen Sperlingspopulation war Teil der propagierten Ausrottung der vier Plagen: Ratten, Mücken, Fliegen und Spatzen.
(In der heutigen Zeit müsste man eine solche Maßnahme natürlich anders benennen, da würde man wohl eher einen positiv besetzten Begriff prägen, etwa „Rettung der Welt vor der Schädlingskatastrophe“ oder „Initiative zur nachhaltigen Umweltwende“; besser noch ein kürzerer und griffigerer Slogan.)
Wie auch immer, jedenfalls war die chinesische Spatzenkampagne dank der tatkräftigen Mithilfe der Bevölkerung in Stadt und Land schon bald sehr erfolgreich. Die Leute liefen dazu tagelang lärmend herum und scheuchten die Vögel auf, bis die Tiere entkräftet vom Himmel fielen. Alles zum Schutz und Wohle der Getreidefelder, die zum Aufbau des Kommunismus und zur Versorgung der arbeitenden Bevölkerung unter Führung des Großen Steuermanns der Weltrevolution so nötig gebraucht wurden. Weiterlesen

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Ein Spatz, fast in der Hand …

Da haben wir ihn, den gemeinen Haussperling. Ein Männchen, gut erkennbar an dem schwarzen Latz und dem kastanienbraun eingefassten Scheitel. Steht gut im Futter, was auch kein Wunder ist in der Stadt …
Spatz

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Zur Frage der Feigheit

Henryk Broder kritisiert die Verwendung des attributiven Adjektivs „feige“ in Verbindung mit den jüngsten Morden bzw. Terroranschlägen in England. Wo ich das gestern las bzw. als ich das las, fiel mir gleich ein, dass mir das schon bei einigen anderen Bloggern aufgefallen ist, soweit ich das bei ähnlichen Anlässen, es gab ja schon einige, auch gelesen habe, dass sie sich an dem Attribut „feige“ stören und meinen, man dürfe Terroristen und Selbstmordattentäter nicht als feige bezeichnen, weil die sich schließlich bewusst dafür entschieden hätten, in den Tod zu gehen, was Mut erfordere. Sie seien also „ausgesprochen mutig“ schlussfolgert Broder, während die Bürger natürlich feige sein dürfen, wohingegen der Staat und seine Organe Mut und Stärke zeigen sollten. Weiterlesen

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29. Mai 2017

Nur mal kurz erinnert: Zur Rechtfertigung seines Terrorregimes hatte Stalin in den 30er Jahren die These von der stetigen Verschärfung des Klassenkampfes bei fortschreitendem Aufbau des Sozialismus aufgestellt. So rechtfertigte er die Verfolgung Andersdenkender, willkürliche Verhaftungen und „Säuberungen“, denen bekanntlich auch fast alle früheren Kampfgefährten Lenins, eben Kommunisten aus der alten Garde zum Opfer fielen, u. a. damit: Je erfolgreicher sich der Sozialismus entwickele, desto härter und erbitterter werde auch die Gegenwehr der kapitalistischen Elemente (also Überreste des Klassenfeindes, den man ja längst besiegt/beseitigt hatte).
Die inneren Feinde, konterrevolutionäre Kräfte, Saboteure und Diversanten, (heute würde man viell. sagen: Hetzer, Menschenhasser) – die würden ja immer wütender und radikaler werden in ihrem Hass – daher müsse man gegen diese Kreise auch immer härter durchgreifen …
Stalin wollte also damit begründen, warum man die Repression im Inneren stetig erhöhen muss, immer mehr Feinde in der Gesellschaft identifizieren und liquidieren muss, denn die Zahl der Feinde, Spione, Saboteure, Hetzer usw. musste ja immer weiter anwachsen – obwohl oder gerade weil es mit dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft offenbar so gut voranging …
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Siegaue

„The Times They Are a-Changin’ “
(Bob Dylan, US-Barde und Nobelpreisträger für Literatur)

Nein, da irrt der Focus sicherlich. In den Reihen der Bonner Polizei wird der verzögerte nächtliche Einsatz unter der Kennziffer 479 schon bald in Vergessenheit geraten. Täglich passieren andere Dinge, furchtbare Dinge, grausame Dinge, und die Zeit vergeht, während die Bürger in mürrischer Indifferenz verharren. Da muss man jetzt kein Fass mehr aufmachen wegen eines dieser freilich bedauerlichen, sich häufenden Einzelfälle, an die man sich gewöhnen wird, gewöhnen muss. Auch Deutsche tun schlimme Dinge, dies sollte man an dieser Stelle zunächst einschieben … Weiterlesen

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