Auf den Knien nach Ankara robben…

EU-Energiekommissar Günther Oettinger möchte darauf wetten, ein deutscher Kanzler werde mit seinem französischen Amtskollegen im nächsten Jahrzehnt auf den Knien nach Ankara robben, um die Türken zum EU-Beitritt zu bewegen. So erklärte der CDU-Mann in Brüssel bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung:

„Ich möchte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im nächsten Jahrzehnt mit dem Kollegen aus Paris auf Knien nach Ankara robben wird, um die Türken zu bitten, Freunde, kommt zu uns.“

Kanzlerin Merkel, die am kommenden Sonntag in der Türkei erwartet wird, wird ob dieser grobschlächtigen Aussage wohl ihr Gesicht leicht verzogen haben. Interessant fand ich aber, wie diese eigentlich unmissverständliche Aussage von seiner Sprecherin interpretiert wurde. Eloquent widersprach sie der Annahme, dass Oettinger sich für den Beitritt der Türkei ausgesprochen habe:

„Der EU-Kommissar hat vielmehr auf das Interesse der Türkei an einem EU-Beitritt hingewiesen und gleichzeitig unterstrichen, dass die EU und die Regierungen der EU-Mitgliedsländer ein Interesse an einer engen Beziehung zur Türkei haben müssten.“

Gut formuliert. Finde ich toll, wenn man immer eine gute Sprecherin parat hat, die unvorsichtige Aussagen eines Politikers glättet und ihnen den richtigen Drall verleiht.
Ich persönlich ziehe allerdings die ungefilterten Aussagen vor. Da weiß man wenigstens, woran man ist.
Wobei die Fortbewegung auf Knien auch nicht wirklich „robben“ heißt, fällt mir gerade ein. Beim Robben kriecht man auf dem Bauch und stützt sich mit den Händen und Ellenbogen ab. Aber diese Fortbewegungsart lernte man beim Wehrdienst ja zur Genüge kennen …
Auf den Knien laufen, hätte aber wirklich nicht so spektakulär geklungen. Nun ja.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article113786596/Deutscher-Kanzler-wird-auf-Knien-nach-Ankara-robben.html

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