Blue Monday

Irgendein englischer, Pardon, britischer Psychologe soll vor einigen Jahren die Idee gehabt haben, wie man den Umsatz von Pauschalreiseveranstaltern in der trüben Jahreszeit ankurbeln kann. Er behauptete, anhand einer (genialerweise selbst entwickelten) Formel berechnet zu haben, welcher der traurigste oder deprimierendste Tag des Jahres ist. Na und das ist bzw. war eben heute. Ist stets der dritte Montag im Januar eines Jahres. Zufälligerweise auch gerade dann, wenn der Umsatz der Reiseveranstalter und der Sonnencremeindustrie schwächelt, so sagt man, obwohl da ja eigentlich viele Leute schon wieder in den Winterurlaub düsen. Im Grunde meint man ja nicht den Tag an sich, sondern die jeweilige Gemütslage oder Stimmung der Menschen oder? Die müssten ja dann voll happy sein, es sei denn, jemand hat sich auf einer Abfahrt schon alle Knochen gebrochen.
Ich sag nur, okay, okay – der Tag könnte hinkommen, aber das Jahr ist schließlich noch jung.
Düster sieht es zwar aus, aber im Glas befinden sich immer noch einige Tropfen. Das Glas ist somit fast halbvoll, wenn man es schief hält, die Augen fest zusammenkneift und von der Seite schaut. Dennoch bleibt in der Tat heute nichts zu beschönigen. Wie deprimierend dieser Tag ist, sieht man unzweifelhaft auch daran, dass nicht mal ein passendes Google-Doodle aus Anlass dieses denkwürdigen Tages veröffentlicht wurde.

Blue Monday von New Order – in der Version der 80er. War damals eh eine meiner Lieblingsbands. Die ursprüngliche Version war m. E. auch um Längen besser als spätere Remixe.

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3 Antworten auf Blue Monday

  1. DarkLord sagt:

    Was die Leute so alles berechnen. Haben die es auch schon mit der Dämlichkeit versucht? Das wäre mal ein interessanter Ansatz … ;)

    • Maxx sagt:

      Der Störfaktor Mensch mit x-fach emotionalisierten oder zufalls- bzw. wahrscheinlichkeitsbedingten Variablen würde sowieso jede Gleichung oder Formel zerschießen. Okay, vielleicht auch mittels Chaostheorie erklärbar, aber sonsterdings ist wenig Berechenbares oder Gesetzmäßiges drin, außer Anfang und Ende der physischen Existenz. Das ist die grausame binäre Wahrheit (0 oder 1) hinter allem Psychokram.
      Was höchstens interessanterweise anwendbar wäre, ist die Heisenbergsche Unschärferelation (ich übersetze mal): Entweder wissen wir, wo wir sind, aber nicht, wohin wir gehen, oder aber wir wissen, wohin wir gehen, aber haben keine Ahnung, wo wir uns befinden.
      Mal aus dem ideologiefreien Blickwinkel der Quantenmechanik betrachtet. :-)
      PS: Ansonsten gilt oft: Je dämlicher, desto glücklicher.
      Lässt sich wohl auch empirisch belegen. Wobei das ja mit Sicherheit nur eine Korrelation ist (kein kausaler Zusammenhang)… ;-)

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