Der Feind im Inneren

In einem früheren laxen Posting hatte ich doch mal einige Vermutungen über die Gründe für die Islamfreundlichkeit der deutschen Amtskirchen angestellt. Hatte ja damals eh lange überlegt, ob man das so nennen darf. Jedenfalls war’s von mir als Islamophilie wahrgenommen worden; war mir auch irgendwie unverständlich und ja, auch unheimlich. Heute gelangte ich über einen Verweis zufällig auf dieses Interview eines christlich stark engagierten CDU-Bundestagsabgeordneten. Der ist zwar kein Kirchenfunktionär, sondern nur Vorsitzender des sogenannten Stephanuskreises im Bundestag. Denke aber schon, dass der in christlichen Kreisen gut vernetzt ist und sein Standpunkt wenn auch nicht repräsentativ, so doch für christliche Würdenträger nicht ganz unmaßgeblich ist. Der Herr Hirte also sagt … (der Herr ist nicht nur sein Hirte, sondern der Herr heißt auch Hirte) – okay, no jokes with names – also lest’s jetzt mal auszugsweise dieses Zitat (die Frage bezieht sich auf Diskriminierungen von Christen in überwiegend muslimisch dominierten Flüchtlingsheimen):
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Hirte: … Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben.

Quelle: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wir-haben-ein-problem-der-entchristlichung

Starker Tobak oder? Verschärfend kommt hinzu, dass der Mann gewählter BT-Abgeordneter ist und auch die Interessen konfessionsloser Wähler vertreten sollte. Gut, das ist halt seine private Meinung, könnte man sagen.
Aber es ist auch einer der Punkte, die ich damals u.a. erwähnte: Die Amtskirchen sehen den Atheismus (und Säkularisierung) als viel größere Bedrohung für sich und ihre Pfründe an als die Islamisierung. Sie erklären Atheisten (also absurderweise die eigenen Landsleute, aus deren Steuereinnahmen u.a. auch ihre Bischofsgehälter gezahlt werden) zu ihren Feinden, also quasi zu Gefährdern eines friedlichen Miteinanderlebens. Komisch? Hingegen weiß man sich mit fanatischen Muslimen und ihren Funktionären gut zu arrangieren, bzw. sicherlich erhoffen sich die Amtskirchen eine Stärkung ihrer Rolle in einer sich spaltenden Gesellschaft durch die Islamisierung. Hofft man möglicherweise, Terror und Gewalt, z.B. durch “fanatische Lieferwagenfahrer” und “über die Stränge schlagende traumatisierte Männer” bzw. zunehmende religiöse/ethnische Spannungen, würden die vom Glauben abgefallenen Schäfchen wieder in die Arme der Kirchen treiben? Hauptsache, man wird die gefährlichen Atheisten los. Der Feind steht also tatsächlich längst im Inneren …

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