Geliefert wie bestellt

Schreibt Hadmut Danisch in einem treffenden Kommentar zur traurigen aktuellen Lage:

Es war doch seit Jahren Euer, Eurer Parteien, Eurer Wähler erklärtes Ziel, Diversität reinzubringen und die Dominanz des „weißen Mannes” zu brechen und ihn abzuschaffen. Ihr erlebt nun, dass Ihr genau das bekommt, was Ihr mit Nachdruck gefordert und durchgesetzt habt. Ihr erlebt gerade den ersten Anfang vom Ende unserer Gesellschaftsordnung. Da ne Vergewaltigung mit Mord, dort ne Frau, die einfach die Treppe runtergetreten wird, und jetzt halt mal mit dem LKW durch die Menschenmenge …

Das dürfte tatsächlich erst der Anfang sein, steht zu befürchten. Einwanderungsgesellschaften sind nun mal Konfliktgesellschaften, sagte das nicht schon vor Jahren die Frau Schmalz-Jacobsen? Oder der hier wusste das offensichtlich zu Beginn der 90er schon: Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch. In ihr ist der Konflikt auf Dauer gestellt. (vgl. D. Cohn-Bendit u. Th. Schmid: Wenn der Westen unwiderstehlich wird. DIE ZEIT, 22. November 1991). Der Weg ist vorgezeichnet.
Auf die in der Öffentlichkeit abgesonderten Phrasen höre ich schon gar nicht mehr. Ist der blanke Hohn. Könnte nur noch kotzen. Vorgestanzte Redeschablonen, gefühlskaltes, erbärmliches Politikersprech, das man schon auswendig kennt. Es könne keine „absolute Sicherheit“ geben; man lasse sich „seine Freiheit nicht nehmen“, zudem dürfe man diesen feigen Anschlag nicht politisch instrumentalisieren, was unanständig sei, denn Wasser sei er auf die Mühlen der Rechten … Dann parken sie ihre fetten Hintern eine halbe Stunde in einem Gedenkgottesdienst, heucheln Betroffenheit, und das war’s dann auch. Später rauschen sie ab mit ihrem Gefolge, ihren Leibwächtern, lassen sich in die Polster der gepanzerten dunklen Limousinen plumpsen, fahren in ihre rundum gesicherten und bewachten Häuser in den Vierteln, wo sie unter ihresgleichen sind. Mehr kann man schon gar nicht schreiben, wenn man nicht ausfallend werden möchte.
PS: Na ja, wobei ich Hadmut Danisch aus obigem Link doch in einem Punkt widersprechen würde: Selbstverständlich kann man diesen hinterhältigen Anschlag zu Recht als feige bezeichnen. Feige bedeutet ja in diesem Sinne nicht mutlos oder ängstlich (als Eigenschaft auf eine Person bezogen), sondern unehrenhaft, hinterhältig und gemein (in Bezug auf eine Handlung) … Mit einem schweren Truck mit Vollgas in eine ungeschützte Menge von arglosen Marktbesuchern zu fahren, entspricht nun nicht unbedingt unserer Vorstellung von einem mutigen, fairen Kampf (Mann gegen Mann) oder? Hinterrücks anzugreifen ist feige, hab ich sogar schon auf dem Schulhof gelernt.

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Tagesgeschehen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Geliefert wie bestellt

    • Max sagt:

      Ah, ja, hab es gerade gelesen. ;-) Aber doch nicht ungewöhnlich, dass normale Leute noch normal empfinden. Selten genug kommt es vor. Ach, ich wollte gar nichts zu dem Thema schreiben, eigentlich zu deprimierend das alles … Jetzt stehen hier überall Polizisten mit Maschinenpistolen herum – na die schützen jetzt unsere Freiheit auf dem Weihnachtsmarkt … Hoffe mal, dass die nur leere Magazine drin haben. Kann wohl nur zur kalten Abschreckung dienen, Glühwein gefährdet Ihre Gesundheit oder so…
      Aber dafür, dass ich generell zu “garstigen Themen” nichts schreiben wollte, hab ich schon ziemlich viel geschrieben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>