It’s (all) politics, stupid

Das floskelhafte Gerede, man müsse nur den „politischen“ Islam bekämpfen und einen unpolitischen, „spirituellen“ Islam unterstützen, zeugt von Hilflosigkeit, Anbiederungswillen, Unwissenheit oder auch völliger Weltfremdheit. Praktizierter Islam ist Politik in reinster Form. Was ist Politik?
Politik ist Handeln, das nach der Durchsetzung definierter Ziele strebt und auf eine interessengeleitete Gestaltung des öffentlichen Lebens gerichtet ist. Religionsvertreter (auch christliche) nehmen hier ständig Einfluss auf die Politik. Der Islam bzw. dessen führende Vertreter streben nach der weltlichen Macht, nach der Herrschaft des einzig wahren Glaubens, der jeden Aspekt des Lebens regelt; jeder muss sich unterordnen, oder er stirbt, Ungläubige sowieso. Keine Gleichberechtigung, kein Lebensrecht für Ungläubige. Nichts am Islam kann daher je unpolitisch sein, wenn man den Koran ernst nimmt. Es ist keine spirituelle Heilslehre (wie vielleicht der Buddhismus). Islam im Westen ist immer gelebte Provokation. Die Muslime wissen das. Sie müssen nichts tun, nur abwarten, ihren Bevölkerungsanteil erhöhen und von Zeit zu Zeit über mangelnden Respekt und zunehmende Islamophobie in der Gesellschaft klagen. Ab einer gewissen Stärke erübrigen sich alle anderen Fragen, und eine islamische Ordnung nimmt Gestalt an. Quantität schlägt irgendwann in Qualität um (dialektisches Grundgesetz; Marx). Zudem handeln deren Vertreter und Aushängeschilder in der Öffentlichkeit natürlich immer politisch. Gutgläubige Begründer der Legende vom Euro-Islam wie Bassam Tibi und aufrechte Islamkritiker wie Hamed Abdel-Samad sind isoliert, gescheitert oder haben ihren Kampf schon verloren gegeben. Glaubt man jetzt ernsthaft, wir als „Ungläubige“ könnten jetzt noch irgendwie dazu beitragen, einen entkernten europäisierten bzw. reinen Kultur-Islam zu begründen, der seinen totalitären weltlichen Machtanspruch aufgäbe? So blöd ist nicht mal Steinmeier.

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