Monkey Business

Mal ausnahmsweise eine kurze themenfremde Einlassung. „Höhle der Löwen“ mit diesem Maschmeyer u. a. finde ich zum Gähnen, aber ein anderer Sender, der ein Konkurrenzformat produziert, hatte mich vor einiger Zeit mal kontaktiert. Die wollten auch, dass ich da mein Produkt vorstelle und einen Deal an Land ziehe. Irgendwie hatten die von mir gehört. Das war aber nicht Höhle der Löwen, wo sich natürlich nur noch die Leute präsentieren, die anderswo keinen Stich sehen und bei den Banken unten durch sind: Versager, Blender, verkrachte Existenzen, Lindner-Avatare usw. Deren überteuerter Schund türmt sich ja mittlerweile auf den Grabbeltischen aller Super- und Baumärkte. „Käfig der Tiger“, kurz Tigerkäfig, so lautete der Arbeitstitel dieses neuen Sendeformats; kann auch noch geändert werden, irgendwas mit Affen statt Tiger war da noch im Gespräch – und die wollten mich da auch engagieren für eine abendfüllende Sendung, in der Unternehmer mit innovativen Produktideen auftreten und gegen eine prozentuale Firmenbeteiligung dann eine bestimmte Kapitalsumme von Kapitalgebern einwerben. Selbstredend etwas spannender gestaltet als bei Vox, will aber nicht vorgreifen … Soll bei den Öffis laufen, d. h. auf einem der öffentlich-rechtlichen Sender soll das ausgestrahlt werden. Tigerkäfig, wie gesagt, müsst Ihr mal drauf achten. Sendetermin der ersten Staffel steht noch nicht fest. Kommt aber. 100 Pro.
Die hatten jedenfalls irgendwie Wind davon bekommen, dass ich einen hochwirksamen Armlängen-Abstandhalter entwickelt habe. Ich bin ja, wie Ihr vielleicht wisst, nebenbei auch Unternehmer, und mein Geschäftsmodell besteht darin, dass ich ein bestimmtes Produkt entwickele, welches dann möglichst weltweit bzw. zumindest europaweit vermarktet wird. Das jeweilige Produkt hat in der Regel einen Produktlebenszyklus von ca. 2 bis 3 Jahren und auch eine Entwicklungszeit von 2 bis 3 Jahren. Das ist natürlich eine ziemlich kosten- und zeitintensive Unternehmung. Technik, Zulieferer, Freelancer, Engineering, Prototyping, technische u. behördliche Zulassung, Lizenzen usw. – muss alles immer vorfinanziert werden. Die meisten Einnahmen fallen zu Beginn des Produktlebenszyklus an. Das erfolgreichste Produkt meines Lebens hatte ich 2004. Das war ein spezielles Gerät für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dann kam der automatische Motorhaubenöffner, dann der platzsparende Reifendrehtisch und der Nummernschildwechsler, der war aber nicht mehr ganz so umsatzstark, wurde dann auch schnell in Fernost kopiert. Mein neuestes Produkt ist jedenfalls ein individuell anpassbarer Armlängen-Abstandhalter, wahlweise mit „No means No“-App (inkl. Stroboskop-Effekt); in der leistungsstärksten Ausführung ist eine Desintegrations- und Liquidationsfunktion enthalten. Selbstverständlich sind alle entstehenden Abprodukte biologisch abbaubar und kompostierbar. Nachhaltigkeit liegt mir natürlich immer besonders am Herzen.
Und im Unterschied zu den selbstzufriedenen reichen Säcken, die da immer bei Vox thronen, sind im Tigerkäfig die potenziellen Kapitalgeber ganz normale Menschen, also Lehrer, Beamte, Kommunalpolitiker usw. Wird dann fair und solidarisch aus Gebühreneinnahmen gespeist, und man kann dann per Zuschauer-Voting über die Kapitalvergabe entscheiden. Den Leuten vom Sender gefiel meine Entwicklung jedenfalls, und sie sagten auch, dass es nicht meine Schuld war, also der Unfall, der da bei der praktischen Vorführung passierte, das war Pech. Der arme Mann, aber was soll’s. Früher oder später müssen wir alle … Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Blicken wir nach vorn. Ich gebe zu, dass ich nach der Präsentation des Produkts ein paar Wochen kraft- und mutlos war. Hatte daher auch einige Zeit nichts mehr im Blog geschrieben. Aber ich habe natürlich ein stabiles familiäres Umfeld, und auch das Lesen im Netz verlieh mir wieder neue Kraft und stimmte mich optimistisch. Jetzt ist die Markteinführung in Europa so gut wie gesichert, aber erstmal starten wir in Schweden und Deutschland. Ich hoffe auch auf Vertriebsverträge mit einem großen Warenhauskonzern, der in den USA ähnliche Produkte anbietet. Dann muss ich auch hier nicht mehr so viel schreiben, um Werbeeinnahmen zu generieren, oder mich noch als Nebendarsteller oder Komparse bei den Filmproduktionen verdingen. Das hatte ich ja schon mal erwähnt, dass ich zwischendurch auch immer mal Komparsenjobs fürs Fernsehen übernehme. Die sind aber auch immer schwerer zu bekommen …

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