Nur zwei Seiten einer Medaille

Die Wege der Kirchenfürsten führten schon immer über dünnes moralisches Eis. Aber woher rührt eigentlich diese islamophile Haltung unserer Amtskirchen? Nächstenliebe, Barmherzigkeit? Wohl kaum. Denn im Gegenzug mangelt’s ja seltsamerweise an Empathie und Engagement für die Eigenen, für die heimischen Schäfchen und Landsleute. Ja, diese für mich unerklärliche Duldsamkeit „unserer“ Kirchenvertreter gegenüber der Islamisierung trägt irgendwie absurde, schizophrene Züge. Klar, am Steuersegen mögen ruhig alle Gottesdiener teilhaben, und gar fröhlich sprudelt dieser unerschöpfliche Geldstrom in diesen krisenhaften Zeiten. Aber davon abgesehen: Müssten oder sollten Christen nicht auch missionieren? Un- und Andersgläubige (wie mich z. B.) bekehren? An mich ist jedenfalls noch niemand herangetreten. Obwohl ich doch so offen bin. Für alles.
Fakt oder Postfaktum? Unsere Amtskirchen genießen hohe Privilegien, die sie offenbar nutzen, um die Ausbreitung des Islam zu fördern. Ist das nicht widersinnig, wenn die christlichen Kirchen dies befürworten? Oder hat man in vorauseilendem Gehorsam eigene Missionierungsbestrebungen bereits aufgegeben, da christliche Missionierung bekanntlich in islamischen Gesellschaften mit dem Tode bestraft würde? Hmm, ich weiß es wie gesagt nicht, ich rätsele noch. Okay, anders formuliert: Es drängt sich der Eindruck auf, dass die bundesdeutschen Amtskirchen (in Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden) die Islamisierung nicht nur befürworten, sondern aktiv fördern bzw. administrieren. Vier mögliche Gründe dafür skizziert:

1. Ein Grund könnte ja sein, dass die Amtskirchen meinen, ihre Pfründe bzw. Besitzstände auf absehbare Zeit gesichert zu haben; man glaubt, sich auch in und mit einer islamisierten Gesellschaft arrangieren zu können (vgl. „Unterwerfungsszenario“ à la Houellebecq).
2. Atheismus und Säkularisierung stellen für die Kirchen eine größere Gefahr dar als eine (mögliche) Islamisierung.
3. Im Zuge der Islamisierung erfahren die christlichen Staatskirchen wieder mehr Zulauf. Die abtrünnigen Schäfchen suchen wieder Trost und Zuflucht in den christlichen Kirchen, wodurch selbige auch auf mehr Einfluss auf die Politik hoffen dürfen (als wahrgenommenes Gegengewicht zum Islam, der zwingend nach dem Gottesstaat verlangt). Während des Völkermordes in Ruanda flüchteten viele bedrohte Tutsi in katholische Kirchen (wo sie erbarmungslos von Hutu niedergemetzelt wurden). Bilanz: Viele Seelen fanden zu ihrem Gott zurück. Fazit: Krisen- und Kriegszeiten sind für die Institution Kirchen gute Zeiten.
4. Erwünschte Eskalierung: Deutsche in den Krieg gegen Muslime zu treiben und Muslime in den Krieg gegen Deutsche zu treiben. Terror/Krieg quasi als Gottes Strafgericht über die Ungläubigen und Sünder. Halte ich zwar eher für abwegig, aber man weiß ja nie, was in geistlichen Köpfen vor sich geht. Und die Wege des (und aller anderen) Herren sind bekanntlich unergründlich usw.

Vielleicht sorgt aber auch ein anderer Erklärungsansatz für mehr Klarheit:
Christentum und Islam stehen nur in einem scheinbaren Widerspruch zueinander. In Wahrheit bedingen sie einander und bilden gleichsam eine dialektische Einheit (gemäß dem dialektischen Entwicklungsgesetz über Einheit und Kampf der Gegensätze). Das neue (kastrierte) Christentum bietet einen fruchtbaren Nährboden für die Ausbreitung des Islam. Die eine Religion gibt sich pazifistisch bis zur Selbstverleugnung, während die andere auch heute noch mit dem Schwert verbreitet wird. Christen empfinden kollektive Scham- und Schuldgefühle für ihre Erbsünde und die Verderbtheit der westlichen Welt, während Muslime selbstbewusst Respekt einfordern, die Überlegenheit ihres einzig wahren Glaubens postulieren (und sich im Zweifelsfall beleidigt geben). Die einen kriechen, die anderen schreiten aufrecht. Die einen weichen zurück, die anderen erobern. Die einen geben, die anderen nehmen. Die einen unterwerfen sich bereitwillig jeder weltlichen Macht, die anderen streben nach der uneingeschränkten Weltherrschaft ihres Glaubens und erkennen keine fremde weltliche Macht an. Die falsche Toleranz der einen ermöglicht den bedingungslosen Sieg der anderen. Die Schwäche der einen ist die Stärke der anderen usw. usf. Die einen verraten ihre Nächsten und bekämpfen sogar noch widerständige Glaubensgenossen und Landsleute, die anderen predigen und fördern den Kampf gegen selbige Ungläubige. Christenführer (EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm und Kardinal Marx) legten in vorauseilender Unterwerfung in Jerusalem ihr Kreuz ab (aus „Respekt gegenüber dem muslimischen Gastgeber, der das so gewünscht habe“). Kirchen werden zu Moscheen umgewidmet. Steuergeld und Bauland (zu Lasten der Ungläubigen) für den Moscheebau gibt es oft gratis. Den Vertretern der Amtskirchen kann es offenbar gar nicht schnell genug gehen. Das Christentum rechtfertigt seine Selbstaufgabe mit einem pseudohumanistisch verbrämten gesellschaftlichen Alleinvertretungsanspruch und schafft somit zugleich eine sprituelle Basis für den Untergang der säkularisierten westlichen Völker, was ergo den Sieg des Islam bedeutet. Beide Religionen passen zueinander wie Arsch auf Eimer. Es sind zwei Seiten einer Medaille.

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4 Antworten auf Nur zwei Seiten einer Medaille

  1. Maxx sagt:

    Ergänzend noch zum Thema:
    “Die Einfalt der Vielfaltsapostel” von A. Kissler
    http://cicero.de/salon/kirchen-gegen-afd-die-einfalt-der-vielfaltsapostel
    Zitat: “… Ausgrenzen will man, um „gegen Ausgrenzung“ ein Zeichen zu setzen. Menschen will man ablehnen, um für „alle Menschen“ ein Zeichen zu setzen. Gegeneinander will man aufmarschieren, um „für Solidarität und Miteinander“ ein Zeichen zu setzen. Weil es „egal“ ist, „wo Menschen herkommen“, will man Menschen, die etwa aus Köln-Porz zum Parteitag herkommen, die rote Karte zeigen. Farbe und Vielfalt will man reduzieren, um „bunt, vielfältig“ zu bleiben. Kurz: Intolerant will man werden, um für Toleranz ein „zahlenmäßig breites Zeichen“ zu setzen. …”

    (Kommentare im Cicero auch lesenswert; kann man auch mal erwähnen ;-) )

  2. Max sagt:

    Nachtrag:
    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/ein-geschwaetziger-politaktivist-auf-dem-stuhl-petri/

    Zitat: “Mit seiner neuesten Entgleisung am Tag vor dem Beginn des israelischen Holocaustgedenktags hat der Plauderpapst aber den Vogel abgeschossen. „Viele Flüchtlingslager sind Konzentrationslager – wegen der Menge an Menschen darin“, sagte er am Samstag in Rom. Dabei bezog sich das Kirchenoberhaupt auf seine Eindrücke auf der griechischen Insel Lesbos. Bei seinem Besuch dort im vergangenen Jahr war der Papst von den Zuständen offenbar so schockiert, daß er zwölf auf der Insel gestrandete Migranten mit nach Rom nahm. Alle zwölf freilich Moslems – warum sollte ein Papst auch Christen helfen?”

    Papst Franziskus verharmlost und relativiert die Naziverbrechen, indem er Flüchtlingslager mit Konzentrationslagern gleichsetzt.
    “…. wegen der Menge an Menschen darin” – Oh Herr, lass Hirn regnen auf diesen Papst!
    :-(
    Wo bleibt der #Aufschrei der Zivilgesellschaft? Keine mediale Empörung über diesen unsäglichen KZ-Vergleich? Merke: Noch fruchtbar ist der Schoß, aus dem das kroch.

  3. Gerry sagt:

    Da Sie auch beim Klonovsky mitlesen, wird Ihnen evtl. nicht entgangen sein, wie er vor nicht allzulanger Zeit in einem Nebensatz erwähnte, wie das Christentum in Ägypten entgegen allem Widerstand geradezu aufblüht mit allem Drum und Dran. Und ich kann Ihnen versprechen, nicht nur da, sondern quasi in allen moslemischen Kernländern: Saudi Arabien, Iran, Irak und sonstwo. Im Vergleich zu diesem Christentum in den arabischen Ländern ist jenes hier, welches in der Öffentlichkeit auftritt, nur eine kraftlose, hässliche Groteske. Man kann Ihnen praktisch nicht übelnehmen, wie sie aus dieser religiösen Vorlage, die sie hier vorfinden, Ihre Vergleiche und Schlüsse ziehen wollen. An Ihrer Darstellung mag einiges stimmig erscheinen, aber das große Ganze verfehlt es glücklicherweise.

    • Maxx sagt:

      Danke für Ihren Hinweis u. Kommentar. Stimmt, ich erinnerte mich auch daran, bei Michael Klonovsky vor einigen Wochen diese interessante Anmerkung zu Ägypten gelesen zu haben.
      Hier schrieb er u. a.:
      “… Ein befreundeter Schriftsteller, der an einem Buch über die 21 koptischen Märtyrer arbeitet, die vom IS am Mittelmeerstrand von Libyen abgeschlachtet wurden, und dafür lange in Ägypten recherchierte, berichtet von einer unglaublichen Aufbruchsstimmung unter den Kopten, vom Wachstum der Christengemeinden, von neu errichteten Kirchen, von Kinderscharen und Taufen, von Optimismus, Stolz, Glaubensernst und Zukunftsgewissheit. Wenn das mitten im Orient möglich ist, warum dann eigentlich nicht hierzulande?”
      Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/489-25-april-2017

      Es würde mich freuen, wenn’s so wäre und nicht nur Trost spenden sollte (ich habe diesbezüglich keine Kenntnis aus erster Hand).
      Und gibt es analog zur “Aufbruchsstimmung unter den Kopten” tatsächlich auch eine ähnliche Entwicklung in anderen islamischen Staaten, wo doch z. B. in Saudi-Arabien jede öffentliche christliche Religionsausübung explizit verboten ist, keine christlichen (oder nichtislamischen) Gotteshäuser errrichtet werden dürfen und Christen systematisch benachteiligt werden oder bei christl. Missionierung (oder Muslimen bei Apostasie) die Todesstrafe droht?
      In diesen Staaten stellen doch Christen nur noch eine verschwindend kleine, bestenfalls noch geduldete Minderheit dar. Ist es möglicherweise so, dass man als Christ in einem solchen Land aus einem anderen Holz geschnitzt sein muss … einfach, um zu überleben. Aber kann von dort (oder auch von hiesigen freikirchlichen Gemeinden) eine Erneuerung auch für unsere westlichen (erschlafften) Amtskirchen ausgehen?
      Wachsen/überleben können christliche Gemeinden (egal wo) doch eigentlich auch nur, wenn ihre Geburtenraten dauerhaft über denen der islamischen Bevölkerungsanteile lägen.

      PS: Seltsamerweise hört man auch nie, dass westliche Politiker sich, wenn zwischen der Einweihung der nächsten von den Saudis gesponserten Moschee und der obligaten Verurteilung von Islamophobikern Zeit bleibt, für Religionsfreiheit in Saudi-Arabien o. anderen streng islamischen Ländern einsetzen.
      Solange das nicht der Fall ist, sehe ich (auch wenn ich mich ja eher als Agnostiker, wenn überhaupt, begreife) die Frage der robusten Selbstbehauptung eines selbstbewussten Christentums im Westen als eine Art Lackmustest dafür an, ob eine halbwegs freie (säkularisierte) bzw. zivilisierte Gesellschaft nach unseren tradierten Vorstellungen überhaupt noch eine Zukunft hat.

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