Öfter mal ’ne Nummer schieben

Ja, einfach mal gut ficken. Macht das mal. Guter Sex hilft, Stress, Frust und Aggressionen zu bewältigen. Weiß eigentlich jeder. Wenn nicht, hat man zumindest schon mal davon gehört oder gelesen oder? Ein guter Fick wirkt Wunder – beruhigend und stresslösend (wobei ich da auch nur aus männlicher Sicht bzw. für den Mann sprechen kann, also den schwanzbewehrten Penetrierer, vielleicht nicht unbedingt (!) für das derlei penetrierte weibliche oder gleichfalls männliche (um mal nicht päpstlicher zu sein als der Papst) Subjekt der Begierde, wenn ich mal – und selbstverständlich gilt dies nur für zu vernachlässigende Ausnahmefälle –  unterstellen darf, dass intensivster Geschlechtsverkehr auch mal per se vom penetrierten Subjekt als nicht erwünscht empfunden werden kann und somit Ausdruck von Aggression und Gewalt wäre).
Das wissen natürlich auch Pfaffen. Freilich muss das die Laberköppe der großen deutschen Staatskirchen aber erstmal nicht kümmern. Von wegen christlicher Duldsamkeit usw. usf.

Wenn somit ein pensionierter Pfarrer aus Siegertsbrunn in einer CSU-geführten Diskussion zum Thema Asyl allen Ernstes vorschlägt, Asylbewerber bzw. Flüchtlinge auf Kosten der Steuerzahler mit bezahlten sexuellen Dienstleistungen zu versorgen, um deren Aggressionen abzubauen, ahnt man, woher der Wind weht. Denn die Botschaft, die da unterschwellig vermittelt wird, ist nur auf den ersten Blick gut gemeint, sondern in ihrer Konsequenz sogar recht gruselig:

Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, dass in seinem Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, dass so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen Ängsten will ich damit begegnen.

Aber Herr Pfarrer, ich muss mich doch sehr wundern. Das sind doch nur „Ängste“ – da besteht doch nur ein Vermittlungsproblem, sagt man nicht so? Heißt es nicht, man müsse dann eben mit den Menschen reden, Begegnungsstätten oder dergleichen schaffen, wo man seine geistigen und kulturellen Bedürfnisse befriedigen, sich einander (auf kultureller und menschlicher Ebene) annähern kann?

Oder willst du etwa suggerieren, Herr Pfarrer, dass als Folge kultureller Bereicherung durch 100 junge in Saft und Kraft stehende, wie Heuschrecken in den Ort einfallende Männer etwa steigende Vergewaltigungszahlen unter der weiblichen Bevölkerung eines ungeschützten deutschen Ortes zu erwarten sind?
Nein, es sind doch nur Ängste, ob begründet oder nicht… Selbstverständlich sind sie unbegründet, aber man muss den verängstigten Schäfchen ab und zu mal eine Beruhigungspille verabreichen, auf dass sie nicht aufmucken, sonst gibt’s vorsorglich eins mit der Nazikeule über die Rübe. Weiter heißt es im Interview:

Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand.

Recht geschickt wird angedeutet, „diesen Männern“ sei es schließlich (freilich im Gegensatz zu biodeutschen Männern) nicht zuzumuten, ihre sexuellen Triebe zu kontrollieren. Die können ja nicht anders. Ich musste fies grinsen, als ich das las, weil: Genau so kommt Rassismus unter dem Deckmantel moralischer Überlegenheit eines Gutmenschen daher. Natürlich würde man das so nie zugeben.

Na ja, und daher müsse man den Flüchtlingen eben auf Kosten der aufnehmenden Gesellschaft regelmäßig Prostituierte zuführen. Der Bedarf sei doch da, und die Nutten könnten schließlich auch irgendwie froh sein, wenn sie was verdienen könnten. Ist ja ihr Beruf – hört man in unterschwellig anklagendem Ton heraus. Weiter im Text:

Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht.

Wie jetzt, nicht gelöst? Gratis ficken ist ein zu stillendes Grundbedürfnis wie essen und trinken? Der deutsche Niedriglöhner kriegt der auch einen Freifickschein im Bordell, wenn er ein sexuelles Bedürfnis hat?

Und was ist mit den deutschen Prostituierten selbst? Sind die nur wertlose menschliche Verfügungsmasse für den Pfaffen, gut genug, um dafür zu sorgen, dass die Zugereisten kurz abspritzen können, damit sie nicht gleich über die Stränge schlagen? Nach dem Motto: Böser schwarzer Mann, bitte tu doch den Deutschen nichts, fick’ einfach diese Nutte durch…
Hätten die Prostituierten, über die der Pfaffe hier so selbstherrlich verfügen will, vielleicht auch ein Wort dabei mitzureden oder werden die ihren neuen Freiern „zugewiesen“? Geht’s also per konfessionell verordnetem Nuttenzuweisungsschein in ausgewählte Flüchtlingsbordelle?
Weigern dürften sich die Huren gegen ihre neuen Freier sowieso nicht, denn sonst stünden sie ja unter Rassismusverdacht, oder hielten die sich etwa für was Besseres?

Aber es gab ja mal einen Hartz IV-Empfänger, der erklagen wollte, dass ihm seine Bordellbesuche bezahlt werden. Der hatte natürlich keinen Erfolg. Aber vielleicht findet sich auch da ein Unterstützerkreis. „Freie Liebe für freie Menschen“ könnte der heißen.

Ich empfehle, mit eigenem Beispiel voranzugehen, Herr Pfarrer. Im Familien- und Freundeskreis willige Unterstützer(innen) rekrutieren und mal richtig durchficken lassen. Vielleicht würden sich z.B. auch die zahlreichen „weiblichen Freundinnen“ des Anton Hofreiter in einen solchen Unterstützerkreis einreihen. Ach Leute, manchmal könnte man nur noch kotzen.

Quelle (Zitate): http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen-lk-sued/pfarrer-schlaegt-vor-prostituierte-asylbewerber-4791059.html

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2 Antworten auf Öfter mal ’ne Nummer schieben

  1. Philipp sagt:

    Ei wei wei, da wirds einem Schlecht wenn man sowas liest.

    Unsere liebe Kirche und ihre Vorstellungen von der Welt…

    Grüße aus Dresden

    Philipp

  2. Maxx sagt:

    Wenn ich ehrlich bin, tangieren mich religiöse Inhalte nicht, solange man nicht ins Moralisierende abschweift. Ich akzeptiere Religion(en) als “folkloristisch-kulturellen” Hintergrund, solange mich jegliche selbsternannte Moralisten in Ruhe lassen. Aber ich selbst bin wohl eher Agnostiker bzw. zweifelnder Mensch mit atheistischem Einschlag und trotzdem (oder gerade deshalb) kein unmoralischer Mensch. Immer eine Gratwanderung, wenn man sich zu solchen Themen äußert, daher vermeid ich das meist.
    Aber was ich eigentlich sagen wollte (ist mir am letzten Wochenende klargeworden): Um den Kopf freizubekommen, muss ich mir zunächst belastende, “unerfreuliche Dinge” von der Seele schreiben; Texte, die nicht jedem gefallen; Ansichten, mit denen man sich naturgemäß meist keine Freunde macht… ;-) Diese Gedanken verstopfen einfach meine innere “Pipeline” und blockieren mich, daher müssen sie raus ins Blog. Nach dem Schreiben fühlt man sich befreit und kann wieder zur Tagesordnung übergehen, anderweitig kreativ sein, arbeiten, in anderen Blogs lesen, was auch immer… Na ja, ist vielleicht nur eine Einbildung… :-)

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