Kasernen nach Waffen durchsucht

Bundesverteidigungsministerien Ursula von der Leyen (CDU) soll angeordnet haben, sämtliche Bundeswehrstandorte nach deutschen Waffen und militärischen Ausrüstungsgegenständen zu durchsuchen, diese ggf. zu konfiszieren und unverzüglich vernichten zu lassen. Hintergrund ist der jüngste Vorfall in einer Bundeswehr-Kaserne in Donaueschingen. Dort waren bei einer Durchsuchung des Objekts in einer Waffenkammer einige noch funktionsfähige Pistolen und Sturmgewehre nebst Übungsmunition aufgefallen. In einer Vitrine vor der Kantine soll sich sogar ein gebrauchsfähiger Stahlhelm befunden haben. Kein Blauhelm und nicht aus Kunststoff, sondern Stahl vom Krupp! Zudem gab es laut Spiegel Online einen Besprechungsraum, in dem Bilder von marschierenden und schießenden Soldaten, ein Patronengürtel sowie das Modell einer Pistole als Dekoration angebracht waren. Auch das Bild eines deutsch aussehenden Soldaten, der erkennbar ein älteres Maschinengewehr über der Schulter trägt, erregte den Unmut der Inspektoren. Derartige Darstellungen könnten in der Bevölkerung und im befreundeten Ausland leicht zu Irritationen führen und Befürchtungen über neudeutsche Eroberungsgelüste aufkommen lassen. Mit einer friedlichen europäischen Armee sei dies nicht zu vereinbaren. Zudem gebe es auch immer wieder rassistische Vorwürfe an die Truppe, da es noch nicht gelungen sei, eine ausreichende Zahl von Zuwanderern, etwa aus Uganda, Liberia und Sierra Leone in das Offizierskorps zu integrieren. Dabei verfügten diese Menschen als ehemalige Kindersoldaten über hohe militärische Kompetenz, die die Bundeswehr beim Kampf gegen innere Feinde unserer offenen Gesellschaft stärken könnte. Mit kriegsverherrlichenden Umtrieben weißer deutscher Männer soll nun jedenfalls Schluss sein. Waffennarren und Rassisten hätten in einer modernen Bundeswehr nichts zu suchen. Dies schüre nur Hass und Gewalt, wurde eine enge Beraterin aus dem Umfeld der Ministerin zitiert. Man sehe ja schließlich auf den Straßen, wohin das führe.

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Zu den französischen Präsidentschaftswahlen

Ein paar ungeordnete Gedanken und Anmerkungen zum Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen:
Die zwei siegreichen Anti-Establishment-Kandidaten, die angetreten sind, gehen also in die Stichwahl im Mai. Der führende Emmanuel Macron, ein Ex-Sozialist, bei uns würde er wohl als Sozialdemokrat gelten, der wohl auch die Stichwahl gewinnen wird, hat sich in rasend schneller Zeit als unabhängiger linksliberaler Kandidat etabliert, obwohl er unter Hollande schon Wirtschaftsminister war. Erst irgendwann 2016 hat Macron seinen Rücktritt und dann seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen erklärt; der ist quasi wie Kai aus der Kiste gesprungen. Er hat keine Partei hinter sich, sondern wohl eine Art politische Bewegung und Sponsoren, die seinen Wahlkampf finanziert haben. Wahlkampf ist ja irrsinnig teuer.
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Mostly sunny, some clouds

Gemüse aßen wir eigentlich immer gern. Iss, sagte Mutter. Ist gesund, ist genug da. Na ja, nicht genug, aber reichlich. Vitamine sind unheimlich wichtig, meinte sie ja immer und schwafelte noch weiter, wie sie immer schwafelte. Zitronen mochte ich sowieso, die gab es immer reichlich. Okay, Zitrone ist Obst, Zitrusfrucht eben. Zurück zum Gemüse. Paprika war eher nicht so mein Ding. Aber Tomaten, Gurken, Salat gab’s auch genug. Die Versorgungslage war bedarfsdeckend. Besonders gut aber in der letzten Aprilwoche und Anfang Mai 1986. Die ersten sonnigen Tage. Ich glaub’, es hatte auch ab und zu mal geregnet. So ein angenehmer, belebender Frühlingsregen war das, den man jetzt auf der Haut spüren möchte. Was spotteten wir über unseren alten Physiklehrer, den man gebückt durch die Salatreihen seines Schrebergartens schleichen sah. Mit einem Geigerzähler, mit dem der alte Trottel die angebliche Radioaktivität messen wollte. Voll das Opfer war der. Schlappgelacht haben wir uns über solche Idioten, die da dieser westlichen Propaganda auf den Leim gegangen waren. Na wegen des Brandes im Reaktorblock 4 damals. Dabei gab’s doch gar keine gesundheitlichen Gefahren. Die Lehrer klärten uns da auf. Sonst hätte uns die Regierung natürlich was gesagt, ich meine, wenn da ein Risiko bestanden hätte. Plumpe antisowjetische Hetze vom Klassenfeind, von Seiten der reaktionären Kreise der BRD war das. Unbegründete Ängste wollte man schüren. Ja, auch damals schon. Bei einigen Leuten verfing diese Stimmungsmache, sollte man auch nicht verschweigen. Die leichtgläubigen Angstbürger wollten das gute Gemüse nicht essen, die frische Milch nicht trinken. Faselten da was von latenter Strahlenbelastung und Radioaktivität in Nahrungsmitteln, eben nur was sie so aufgeschnappt hatten bei den Hetzern und Panikmachern im reaktionären Westen. Haha, Strahlung. Wegen eines unbedeutenden Störfalls in einem Kraftwerk in der fernen Ukraine. Und das wurde dann von den BRD-Nazis instrumentalisiert. Huhu, die Todesstrahlen des Dr. Mabuse, witzelten wir, wenn eine unserer Mitschülerinnen ihren unbegründeten Ängsten Ausdruck verlieh. Uns hatte man ja genau erklärt, wie harmlos das alles war. Unser Staatsbürgerkundelehrer, der wusste das. War immer top informiert der Mann. Ein Brand, der wird gelöscht, Schwamm drüber, Deckel drauf. Bissel Strahlung ist immer, völlig normal, tut gar nichts. Ja, wir hatten Spaß damals und freuten uns über den strahlenden Sieger der Friedensfahrt. Olaf Ludwig, der machte das Rennen. Wow, was man alles noch weiß, wa? Im Frühsommer fuhr unsere Parallelklasse übrigens zur Abschlussfahrt nach Kiew. Von uns fuhren auch einige mit, nur die Besten. Ich aber nicht. Nö. Das hatte aber nichts damit zu tun. Natürlich nicht.

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Zum Türkei-Referendum

War der Ausgang des Türkei-Referendums wirklich solch ein großer Schock? Nö oder? Das Ergebnis war insgesamt, wie zu erwarten, knapp. Konnte aber auch nicht wirklich überraschen, dass die übergroße Mehrheit der im europäischen Ausland lebenden Türken sich für eine weit reichende Präsidialherrschaft des Mannes entscheiden, der verspricht, der Türkei – ihrer Heimat – wieder zu alter Größe und Bedeutung zu verhelfen, ja? Inhalte waren m.E. sogar zweitrangig. Da ging’s natürlich darum, Emotionen zu wecken – ethnisch-kulturelle Zugehörigkeitsgefühle, nationale Stimmungen zu nutzen – eben all das, was unter Deutschen verpönt ist. Erstens: Eine Diaspora ist immer ein Stück weit nationalistischer eingestellt als die Nation selbst. Zweitens: Ein schallendes „Make Turkey great again!“ hat naturgemäß für einen Türken mehr Zugkraft als das hierzulande übliche kollektive Flagellantentum und irgendein verklemmter, entkernter Verfassungspatriotismus sozialdemokratischer Provenienz. Weiterlesen

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Mörderische Ostern

Nordkorea droht den USA mit atomarer Vergeltung, titelt Focus online im gespielten Empörungsmodus und schreibt weiter: „Nordkorea hat den USA gedroht, einen Atomangriff mit einem entsprechenden Gegenschlag zu vergelten.“
Also nein, angesichts eines atomaren Erstschlags mit einem Gegenschlag „drohen“- das geht schon mal gar nicht! Markus Lanz, Klaus Kleber u. a. – übernehmen Sie, und erklären Sie uns da mal, wie frech und anmaßend sich diese Nordkoreaner verhalten. Die betteln ja förmlich um ihre Vernichtung, also ich meine, die sollten auch mal wieder mit den Segnungen der US-Demokratie beglückt werden. Am besten mit einer dieser schnittigen Raketen, auf denen so ein hübsches Haifischmaul auf den Sprengkopf gemalt ist. Wie können diese irren Nordkoreaner es nur wagen? Die USA kündigen doch ihren Atomangriff gesittet an, und die „drohen“ dann frech, sich zu wehren? Voll den Verstand verloren? Haben denn diese irren Steinzeitkommunisten nicht mal den Anstand, so einen Angriff nebst Vernichtung ihrer Heimat schicksalsergeben hinzunehmen, wie es sich unter zivilisierten Nationen geziemt? Wo Präsident Trump – der sich im Erfolgsfalle für den Friedensnobelpreis empfehlen dürfte – dies sogar ankündigt, ja wie ein echter Gentleman. Nee, aber bei diesen Drohungen reißt uns da auch langsam der Geduldsfaden. Kein Wunder, dass sich da die gesamte demokratische Presse, ach was sag ich, die ganze (willige) freie Welt wieder hinter dem Hüter aller freiheitlichen Nationen vereinen muss. Wünsche noch ein frohes Eierfest, Freunde.

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Stalinade des Tages

Ausnahmsweise heute auch mal eine „Stalinade des Tages“ (in Anlehnung an M. Klonovskys gleichnamige Rubrik in der Acta Diurna):
Jakob, der Sohn Stalins aus erster Ehe und eine tragische Figur, wurde durch das abweisende Verhalten des Vaters bis an den Rand des Selbstmords getrieben. Einmal versuchte er sich zu erschießen, überlebte jedoch seine schwere Verletzung. Als Stalin seinen Sohn nach dem Selbstmordversuch zum ersten Mal besuchte, begrüßte er ihn barsch: “Na, hast nicht getroffen!”

(aus der Erinnerung zitiert: vgl. „Stalin: Triumph und Tragödie“, Dimitri Wolkogonow)

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Zur Hexenfrage

Kontext: In Bernau hat man letzte Woche auf Beschluss des Stadtrats die in der Stadt hingerichteten Hexen rehabilitiert.
Gesprächsprotokoll:
„In Bernau haben sie letzte Woche auch die ganzen Hexen rehabilitiert. Die man in den Hexenprozessen damals verurteilt und dann verbrannt hat.“
„Wie jetzt? Alle Hexen postum freigesprochen? Oder nur die unschuldigen? Ich meine, was ist mit denen, die wirklich echte Hexen waren?“
„Hmm, ich glaub, die gehen davon aus, dass das egal ist. Dass die wohl alle unschuldig waren. Linke, Grüne und Sozialdemokraten – die haben das da mal symbolisch beantragt und wohl auch entschieden. Mutige Entscheidung, find ich, nach all den Jahrhunderten. Vielleicht werden da endlich mal wieder ein paar neue Stolpersteine zum Gedenken ins Pflaster gesetzt. Da kann man noch viel tun. Ist aber auch eher so, dass es keine Hexen gibt oder?“
„Aber den Teufel, den gibt’s schon oder? Und nen Gott?“
„Na ja, nach vorherrschender Meinung schon, aber wer der richtige Gott ist, darüber streiten sich die Geister noch.“
„Aber was ist eigentlich mit den Ketzern, die von der heiligen Inquisition gefoltert und umgebracht wurden? Und den ganzen Dissidenten und Widerständlern später, werden die auch alle rehabilitiert?“
„Nee, glaub nicht, so pauschal kann man das nicht entscheiden – viele würden wohl nach heutigen Maßstäben eher als Querulanten, Wutbürger und Aufwiegler gelten, die von der Zivilgesellschaft ihre gerechte … (kurze Pause) ähm also die gegen die Regeln der freiheitlichen Gesellschaft … (kurzes Räuspern) also die ihr Schicksal ja selbst verschuldet haben, weißt? Jeder ist seines Glückes eigener Schmied. Die wussten ja, was sie tun. War ja auch kein rechtsfreier Raum, die Welt da im Mittelalter und später …“

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Ruhig Blut

Man darf angesichts der jüngsten Tragödie auch nicht übersehen, dass die meisten LKW-Fahrer friedliche Menschen bzw. harmlose Männer sind, die weder töten noch Schrecken verbreiten, sondern lebensnotwendige Güter transportieren wollen. Alle Lastkraftwagenfahrer über einen Kamm zu scheren, wäre nicht nur falsch, sondern auch kontraproduktiv, denn es könnte die Guten in die Arme der Bösen treiben. Schon aus diesem Grund darf man Männer, die schwere und hoch motorisierte Nutzfahrzeuge steuern, nicht unter Generalverdacht stellen.

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Nur zwei Seiten einer Medaille

Die Wege der Kirchenfürsten führten schon immer über dünnes moralisches Eis. Aber woher rührt eigentlich diese islamophile Haltung unserer Amtskirchen? Nächstenliebe, Barmherzigkeit? Wohl kaum. Denn im Gegenzug mangelt’s ja seltsamerweise an Empathie und Engagement für die Eigenen, für die heimischen Schäfchen und Landsleute. Ja, diese für mich unerklärliche Duldsamkeit „unserer“ Kirchenvertreter gegenüber der Islamisierung trägt irgendwie absurde, schizophrene Züge. Klar, am Steuersegen mögen ruhig alle Gottesdiener teilhaben, und gar fröhlich sprudelt dieser unerschöpfliche Geldstrom in diesen krisenhaften Zeiten. Aber davon abgesehen: Müssten oder sollten Christen nicht auch missionieren? Un- und Andersgläubige (wie mich z. B.) bekehren? An mich ist jedenfalls noch niemand herangetreten. Obwohl ich doch so offen bin. Für alles.
Fakt oder Postfaktum? Unsere Amtskirchen genießen hohe Privilegien, die sie offenbar nutzen, um die Ausbreitung des Islam zu fördern. Ist das nicht widersinnig, wenn die christlichen Kirchen dies befürworten? Oder hat man in vorauseilendem Gehorsam eigene Missionierungsbestrebungen bereits aufgegeben, da christliche Missionierung bekanntlich in islamischen Gesellschaften mit dem Tode bestraft würde? Hmm, ich weiß es wie gesagt nicht, ich rätsele noch. Okay, anders formuliert: Es drängt sich der Eindruck auf, dass die bundesdeutschen Amtskirchen (in Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden) die Islamisierung nicht nur befürworten, sondern aktiv fördern bzw. administrieren. Vier mögliche Gründe dafür skizziert: Weiterlesen

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