So schnell …

So schnell wie Merkel immer ihre “konservativen” Positionen räumt, kann niemand – weder Freund noch Feind – mehr reagieren. Da geraten selbst ihre treuen Parteifreunde noch unter “friendly fire”, wenn sie nicht auf Draht sind. Rückgrat ist bei diesen Verrenkungen jedenfalls hinderlich. Gehört aber zu ihrer Taktik, so ein schnelles Wendemanöver hat sie ja schon mehrmals vollzogen. Jedenfalls nicht wirklich überraschend oder? Merkel ordnet ihre Standpunkte stets machttaktischen Erwägungen unter. Sie hat nun in gewohnter Manier, gleichsam handstreichartig linksgrünes Terrain besetzt und der SPD bei einem randständigen Thema die Show gestohlen, die immer noch verzweifelt auf der Suche nach einem „progressiven“ Wahlkkampfthema war. Mit Migration und Gerechtigkeit lässt sich beim tumben Wahlvolk momentan eher nicht mehr punkten, daher hat man’s mal mit der „bedingungslosen Grundehe“ (R. Tichy) versucht. Merkel lässt sich jedoch davon die Butter nicht vom Brot nehmen, denn da lächelt sie nur müde drüber, wechselt sie doch ohnehin ihre Überzeugungen wie andere das Hemd. Mit ihrer Homo-Wende ähm ihrer sicher reiflich überlegten Entscheidung für die Ehe für „alle“ (so viel Zeit muss sein) hält sie sich alle Optionen für etwaige Koalitionen nach der Wahl offen. Man kann sich vielleicht noch ihre früheren Wendungen bei den Themen Multikulti, Atomausstieg, Euro, Wehrpflicht, Hauptschule, Maut, EU-Beitritt der Türkei usw. erinnern.
Wer sich von sicheren Positionen zurückzieht, öffnet aber immer auch Räume, die dann wiederum von oppositionellen Kräften besetzt werden können. Der Prozess der Auflösung dürfte aber weitergehen. Die Umwandlung der Institution Ehe in einen „Zirkus der Beliebigkeit“ (M. Paulwitz) trägt eben auch dazu bei, die Grundfesten einer tradierten Gesellschaft zu schleifen. Dass „jeder nach seiner Fasson selig werden“ soll, ist unstrittig und selbstverständlich, aber eine „Ehe für alle“ hat eine andere, destruktive Zielrichtung. Sie passt in das Schema der Zerstörung der traditionellen Gesellschaft. (Finanzielle Aspekte und Erwägungen dürften vielleicht auch eine Rolle spielen.)

Für aufstrebende gesellschaftliche Interessengruppen bietet die „Ehe für alle“ übrigens auch einige Vorteile: Künftig ließe sich doch kaum noch eine Rechtfertigung dafür finden, warum man nicht auch unorthodoxe Ehe-Modelle aus edleren Kulturkreisen zulassen sollte, etwa Polygamie, d. h. offiziell genehmigte eheliche Verbindungen mit Zweit-, Dritt- oder Viertfrauen und Ehen mit Kinderbräuten unter staatlichem (Geld)segen. Es wird dann möglicherweise heißen: Die Deutschen haben schließlich ihre Homo-Ehe bekommen, die sie (alle) wollten. Zuwanderer hingegen, die mehrheitlich noch nicht verschwult sind, möchten ihre eigenen Sitten, Gebräuche und Traditionen pflegen, und die retten schließlich eure Demographie, denn die Kinder, die die Deutschen nicht bekommen, werden der Gesellschaft von höchst fertilen Neubürgern „geschenkt“; kostet natürlich einiges, wie man mittlerweile weiß, aber das sollte es uns wert sein – eine Win-Win-Situation oder?

 

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf So schnell …

  1. FDominicus sagt:

    So wie es aussieht wurde ein Grundpfeiler für das weiterexistieren des Staates aufgehoben auf der anderen Seite steht eine Willkür bei der Meinungsäußerung. Ein ganz schlechter Tag für Jeden. Und weitere Sargnägel für Liberale. FUG.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>