Stalinade des Tages

Ausnahmsweise heute auch mal eine „Stalinade des Tages“ (in Anlehnung an M. Klonovskys gleichnamige Rubrik in der Acta Diurna):
Jakob, der Sohn Stalins aus erster Ehe und eine tragische Figur, wurde durch das abweisende Verhalten des Vaters bis an den Rand des Selbstmords getrieben. Einmal versuchte er sich zu erschießen, überlebte jedoch seine schwere Verletzung. Als Stalin seinen Sohn nach dem Selbstmordversuch zum ersten Mal besuchte, begrüßte er ihn barsch: “Na, hast nicht getroffen!”

(aus der Erinnerung zitiert: vgl. „Stalin: Triumph und Tragödie“, Dimitri Wolkogonow)

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2 Antworten auf Stalinade des Tages

  1. FDominicus sagt:

    Ich kenne diese Geschichte nicht, frage mich aber. Warum hat er uns nicht den Gefallen getan und seinen Vater erschossen? Er wäre ran gekommen und hätte viel Unheil von den Russen abwenden können. Ja, es ist Verzweiflung nur was sind die Alternativen. Manchmal hilft nur Abscheuliches um noch Abscheulicheres zu verhindern.

    Aber in Zusammenhang mit: “Mörderische Ostern” Was glauben Sie wir es an Menschenleben kosten wenn die Irren anfangen mit Atombomben Krieg zu führen? Und verdammt warum finde nur das pervers, die Trumpisten und Staatsangestellen in den USA und Nordkorea aber nicht?

    • Max sagt:

      Was es an Menschenleben kosten würde? Nicht auszudenken. Und was daraus folgen würde.
      Aber Waffen, die es gibt, werden erfahrungsgemäß auch irgendwann eingesetzt. Man gewöhnt sich an den Gedanken. (Man denke nur mal an die ganzen Hollywood-Blockbuster, die es schon gab, in denen man seit Jahrzehnten auf Atomschläge vorbereitet wird.)
      Im Kalten Krieg hat ja die gegenseitige Abschreckung funktioniert – USA und Sowjetunion – jede Seite wusste, dass ein Nukleareinsatz einen Vergeltungsschlag auf das eigene Land zur Folge hat.
      Jetzt gilt das ja nicht mehr. Das Abschreckungsszenario USA – Nordkorea z.B. ist asymmetrisch. Wie Sie ja auch schrieben, kann Nordkorea von den USA vernichtet werden, aber deren Raketen können das Territorium der USA nicht direkt erreichen.
      (Bei islamischen Fanatikern greift diese Abschreckung übrigens auch nicht; die sterben ja als Märtyrer. Pakistan hat ja beispielsweise auch Atomwaffen (Indien auch), viele andere auch; kein Geheimnis, dass die Technologie mittlerweile weltweit verbreitet ist).
      Ja, ich fürchte leider schon, dass irgendwann mal eine hochgehen wird. Ist ja nun nicht gerade friedlicher geworden seit dem Ende des Kalten Krieges, eher viel unübersichtlicher und daher gefährlicher.

      Zu Ihrer ersten Anmerkung: Na ja, alternative Geschichtslinien denke ich mir auch manchmal aus – was wäre, wenn dieser oder jener getötet worden wäre, usw. z.B. wenn Georg Elser 1939 im Bürgerbräukeller Erfolg gehabt hätte, ja? Ist aber eigentlich auch müßig, drüber nachzudenken …
      Mein Vater hatte ja damals gemeint, wenn Lenin länger gelebt hätte (seine angegriffene Gesundheit wurde ja auch den Folgen eines Attentats zugeschrieben), hätte er Stalin verhindert und die Geschichte wäre anders verlaufen. Na ja, Lenin hatte ja das ZK in seinem letzten Brief, quasi seinem Testament, auch vor Stalin als Nachfolger gewarnt und eher Trotzki als fähigsten Mann im gegenwärtigen ZK empfohlen. Stalin hatte dann aber dieses Vermächtnis Lenins in seinem Sinne interpretiert, und er war auch im Parteiapparat schon zu mächtig.

      Aber der Jakob, sein erster Sohn, na ja, der hat ja seinen Vater natürlich geliebt und wollte seine Anerkennung, Stalin soll halt nur sehr kühl, spröde, cholerisch und kein guter Vater (und Ehemann) gewesen sein. Seine Frau hatte sich ja auch erschossen. Aber sicher hätte der Sohn seinen Vater nie erschossen, so viel kann man sagen.
      Auch sonst, fast alle waren ja Stalinisten – auch die, die in den Säuberungswellen vom NKWD erschossen wurden, haben ja bis zum letzten Moment an Stalin geglaubt.

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