Betr. WC-Sitz

Ich hatte ja letztens über zwei, drei Tage hinweg eine ziemlich üble Magenverstimmung, verbunden mit Durchfall und mehrfachem Erbrechen. Wirklich eine harte Zeit. Tatsächlich, nicht postfaktisch. Keine Ahnung, woran es gelegen hat. Das Wasser (leicht erhöhte Legionellenwerte im Trinkwasser, möglicherweise Fäkalkeime), die Currywurst vom Imbiss (aber preisgünstig), ein neues Virus oder das schale Bier?
Als ich da nachts einsam im halbdunklen Bad kniete und die Kloschlüssel umarmte, die mir Halt gab – beruhigend, die Wölbung der glatten, kühlen Keramikoberfläche mit den Fingern zu spüren – und so vor mich hin würgte, meinen Magen und zwischendurch auch den Darm entleert hatte, bis die peristaltischen Bewegungen meiner Hohlorgane meinem Körper auch die letzten Magensäfte entlockt hatten und der Kehle nicht einmal mehr heiße Luft, sondern höchstens noch ein laues Lüftchen, Spucke und nicht reproduzierbare Laute entwichen, da dachte ich mir: All dies wäre doch viel schneller gegangen, wäre mein WC-Sitz nicht rein weiß, sondern z.B. mit einem deckelfüllenden Bild oder Foto versehen gewesen – einem beschleunigenden visuellen Brechmittel, das sich verständlicherweise nicht außen, sondern auf der Innenseite des Toilettendeckels befinden müsste, um in hochgeklapptem Zustand gut sichtbar zu sein und seine würgende Wirkung schnell und effektiv entfalten zu können.

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