Zur Hexenfrage

Kontext: In Bernau hat man letzte Woche auf Beschluss des Stadtrats die in der Stadt hingerichteten Hexen rehabilitiert.
Gesprächsprotokoll:
„In Bernau haben sie letzte Woche auch die ganzen Hexen rehabilitiert. Die man in den Hexenprozessen damals verurteilt und dann verbrannt hat.“
„Wie jetzt? Alle Hexen postum freigesprochen? Oder nur die unschuldigen? Ich meine, was ist mit denen, die wirklich echte Hexen waren?“
„Hmm, ich glaub, die gehen davon aus, dass das egal ist. Dass die wohl alle unschuldig waren. Linke, Grüne und Sozialdemokraten – die haben das da mal symbolisch beantragt und wohl auch entschieden. Mutige Entscheidung, find ich, nach all den Jahrhunderten. Vielleicht werden da endlich mal wieder ein paar neue Stolpersteine zum Gedenken ins Pflaster gesetzt. Da kann man noch viel tun. Ist aber auch eher so, dass es keine Hexen gibt oder?“
„Aber den Teufel, den gibt’s schon oder? Und nen Gott?“
„Na ja, nach vorherrschender Meinung schon, aber wer der richtige Gott ist, darüber streiten sich die Geister noch.“
„Aber was ist eigentlich mit den Ketzern, die von der heiligen Inquisition gefoltert und umgebracht wurden? Und den ganzen Dissidenten und Widerständlern später, werden die auch alle rehabilitiert?“
„Nee, glaub nicht, so pauschal kann man das nicht entscheiden – viele würden wohl nach heutigen Maßstäben eher als Querulanten, Wutbürger und Aufwiegler gelten, die von der Zivilgesellschaft ihre gerechte … (kurze Pause) ähm also die gegen die Regeln der freiheitlichen Gesellschaft … (kurzes Räuspern) also die ihr Schicksal ja selbst verschuldet haben, weißt? Jeder ist seines Glückes eigener Schmied. Die wussten ja, was sie tun. War ja auch kein rechtsfreier Raum, die Welt da im Mittelalter und später …“

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Eine Antwort auf Zur Hexenfrage

  1. FDominicus sagt:

    Ha ha ha ha, Daumen hoch

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