Zur leidigen Kulturfrage

Jetzt, da Bundestagswahlen anstehen, wird doch auch wieder eine Leitkulturdebatte losgetreten. Immer im Wahljahr kommt das Thema wie ein Springteufelchen aus der Box gehüpft. Die Debatte nenne ich beknackt, weil der Begriff Leitkultur an sich schon idiotisch ist. Irreführend. Es gibt keine Leitkulturen, es gibt nur Kulturen – und jedes Volk hat seine eigene Kultur. Es sind nicht die Kulturen, die um einen vor- oder nachrangigen Status buhlen oder konkurrieren (oder sich gar radikalisieren würden, wie ich neulich las) oder deren Vertreter am runden Tisch eine Rangordnung aushandeln, sondern es sind immer Menschen, genauer gesagt Völker, die um Ressourcen, Territorien, Einfluss konkurrieren. Importiert man Völker oder Volksgruppen, bekommt man deren Kulturen als Beifang. Teilt sich ein Völkermix ein gemeinsames Staatsgebiet, setzt sich die Kultur, die Lebensweise des Volkes durch, das sich am besten behaupten kann. Das ist alles. Wer sich mit seiner Lebensweise, seinen geistigen, künstlerischen und gestaltenden Leistungen nicht mehr behaupten kann, wird langfristig verschwinden – jeder Leitkulturdebatte und jedem Verfassungspatriotismus zum Trotz.
Nur einige CDU-Hohlköpfe (Anm. d. A.: hiermit ist natürlich nicht Frau Merkel gemeint, oh nein!) meinen vielleicht noch, zwecks populistischem Wählerfang – wobei das Schmähwort Populist natürlich genauso bescheuert ist – den großen Lümmel, das Volk, wenn es greint, mit dem Eiapopeia von einer Leitkultur, die man irgendwem ins Stammbuch schreiben könnte, einlullen zu können. Je mehr ein Volk mit internationalistischen linken Dogmen infiziert bzw. indoktriniert ist, desto schwächer und unfruchtbarer ist es, desto geringer ist seine Fähigkeit, sich selbst zu behaupten. Man will sich eigentlich auch gar nicht behaupten, sondern im bunten Karneval der Kulturen aufgehen, in der Völkersuppe aufgelöst werden wie Zucker im Tee. Nur ohne soziale Härten, bitte schön. Wird so wie hier eine derartige (sinnlose) Debatte über die Legitimation der eigenen Lebensweise im eigenen Heimatland geführt (Bikini statt Burka usw.), ist dies schon ein deutliches Zeichen dafür, welches Volk im hiesigen Raum wohl die geringsten Aussichten hat, seine Lebensweise zu behaupten.

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Eine Antwort auf Zur leidigen Kulturfrage

  1. FDominicus sagt:

    Einen gewissen Faible für Sarkasmus haben Sie schon – oder?
    Kulturfrage in Zeiten der immer größer werdenden Kulturlosigkeit. Ja, ich denke mit dieser Art von Ironie/Sarkasmus kann ich konform gehen ….

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