Ja, also…

Die letzte Woche war ja doch ziemlich ereignisreich, daher dachte ich mir, dass ich vielleicht nach jeder Woche mal kurz – mehr oder minder geist- und sinnvolle Statements – zum Wochengeschehen aufschreibe, um meine Gedanken zu ordnen und mein Leben gewissermaßen etwas zu entschleunigen?
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe das Gefühl, dass das Leben bzw. die Zeit scheinbar immer schneller zu fließen scheint, je älter man wird…

Es soll wohl an der Routine liegen, an den eingefahrenen Gleisen, auf denen man sich bewegt… In jungen Jahren ist meist alles Erlebte noch neu und ungewohnt, so dass man viele Dinge viel intensiver und farbiger erlebt. Man ist voller Spannung und Neugier… Diese intensiver erlebten Erfahrungen prägen sich dann stärker im Gedächtnis ein als spätere Jahre im Erwerbsleben, in denen die meisten Leute in gewohnten Umlaufbahnen kreisen. Das dröge Erwerbsleben und die gewohnte, oft statische Umgebung, Familie, Freunde und Bekanntenkreise, die man ja nicht wirklich oft wechselt, wirken dann abstumpfend und entziehen dem Leben Spannung und Erlebniseffekte und lassen die Zeit immer schneller vorbeiziehen…
So, all dies fiel mir ein, als ich den ersten Satz schrieb. Gut, es ist eine ziemliche langatmige Einleitung.

Wenn man sich ab und zu zeitliche Aufhängepunkte sucht, an denen man beispielsweise an besondere oder einprägsame Ereignisse der letzte Woche zurückdenkt, wär es vielleicht eine Möglichkeit, um sich das Leben bewusster zu machen bzw. wieder etwas zu “verlangsamen” und Punkte auf der eigenen mentalen Zeitleiste zu fixieren? Na ja, nur so eine Idee…
Also jetzt aber: Der Papst kündigt seinen Job, Oscar “Blade Runner” Pistorius erschießt seine Freundin mit vier Schüssen durch die Badezimmertür, und Meteoritentrümmer verwüsten die Gegend um Tscheljabinsk in Russland…
Könnte der Meteoritenhagel mit dem Rücktritt des Papstes zusammenhängen, sozusagen als Strafe oder warnender Fingerzeig Gottes an seinen Stellvertreter auf Erden? Nur warum dann über Russland?
Den Pferdefleischskandal habe ich noch vergessen zu erwähnen… Wo Rind draufsteht, könnte Pferd aus ungewisser Quelle drin sein, was schon eine Sauerei ist…
Merkwürdig, dass man trotz all der Lebensmittelskandale in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue überrascht wird… Bei all den Skandalen in den letzten Jahren (Dioxin in Eiern, Fleisch, Fisch, Gammelfleisch, Pestizidgemüse und Acrylamid in Lebkuchen)…
An die Sprechregelung des Verbraucherschutzministeriums habe ich mich allerdings schon gewöhnt:
Mit Dioxin (oder anderem Gift) verseuchte <Lebensmittel> sind im Handel aufgetaucht.
Leider sind alle belasteten Chargen schon verzehrt worden…
Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht…
Wenn ein Erwachsener mit Dioxin (oder anderem Giftstoff) belastetes <Lebensmittel einsetzen> in normaler Menge (etwa ein Ei, ein Esslöffel Öl etc.) verzehrt, so hat dies keine direkte Gesundheitsgefährdung zur Folge, zumindest nicht sofort.
Ein gesunder Erwachsener darf wie gewohnt Gerichte mit <verseuchtem Lebensmittel> zu sich nehmen.
Die Kontrollen funktionieren gut, Verbraucher selbst müssten ihr Konsumverhalten kritisch hinterfragen…
Beim Pferdefleisch dürfte es auf eine ähnliche Abwiegelungstaktik hinauslaufen.

Ach so, ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich mich gewundert hatte, warum in kürzester Zeit so viele Youtube-Videos mit just gefilmten Meteoriteneinschlägen aufgetaucht sind… Wie zur Hölle hatten die russischen Erdlinge so schnell ihre Kameras oder Camcorder zur Hand?
Tatsächlich ist es wohl so, dass in Russland alle Neuwagen gern mit einer am Armaturenbrett fest installierten Kamera ausgerüstet werden, damit die Fahrer angesichts der anarchischen Zustände im russischen Straßenverkehr – und mangels Vertrauen in die dortige Rechtssprechung und Polizei – im Falle eines Unfalles anhand eines Videobeweises ihre etwaige Unschuld beweisen können…
Dies fand ich durchaus bemerkenswert. So wurde gewissermaßen ein Nachteil in einem Vorteil umgemünzt, denn die millionenmal abgerufenen Videoclips dürften ihren Urhebern im wahrsten Sinne des Wortes klingende Münze eingebracht haben. Zu gönnen ist es ihnen.