Vom Regen in die Traufe

Wer pleite ist, hat in der Regel keine Wahl. Die Nachricht, dass die Ukraine vor der Zahlungsunfähigkeit steht, muss vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse auch nicht verwundern.
Fast drei Monate Stillstand und anarchische Zustände in Kiew haben dem ohnehin finanziell angeschlagenen Land den Rest gegeben. Dass sich die Ukraine jetzt dem Diktat des IWF unterwerfen wird bzw. muss, entbehrt jedoch nicht einer gewissen Ironie.
Die martialisch posierenden Kämpfer auf dem Maidan und die Demonstranten, die ihre speziell für die westliche Auslandspresse in englischer Sprache verfassten und mit ukrainischen Nationalfarben geschmückten Anti-Putin-Plakate in die Kameras halten, mögen noch nicht ahnen, dass sie lediglich die traditionelle Abhängigkeit von Russland gegen eine neue Abhängigkeit eingetauscht haben. Continue reading Vom Regen in die Traufe

Maidan

Gib mir einen festen Punkt, und ich hebe die Welt aus den Angeln.
Archimedes

Scheinbar hatten die militärischen Führer des Rechten Sektors, des ukrainischen Bündnisses rechter Splittergruppen, das archimedische Hebelgesetz gut verinnerlicht: „Gebt uns einen festen Punkt, auf dem wir sicher stehen können, und wir heben den Staat aus den Angeln,“ mögen sie gedacht haben. Der Maidan-Platz in Kiew war ein solch fester, ein strategisch gut gewählter Punkt, an dem der Hebel angesetzt wurde. Continue reading Maidan

Zeichen?

Ich kann nicht sagen, warum mir folgende Episode im Gedächtnis haften geblieben ist. Sie ist im Grunde derart unbedeutend und belanglos, dass jeder, der diesen Beitrag liest, nur verständnislos den Kopf schütteln, verächtlich die Mundwinkel nach unten ziehen oder wutschnaubend geloben wird, komme was wolle, niemals wieder diese Website zu besuchen. Aber auch egal. Damit muss ich wohl oder übel leben.
Jedenfalls passierte Folgendes:….
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Sheeple Farm

Ein dichter Dunstschleier lag morgens über der in einem jungfräulichen tiefen Grün erstrahlenden Wiese, die bis an den nahe gelegenen Waldrand heranreichte. Nur ein Katzensprung entfernt, so hätte es vielleicht ein Mensch ausgedrückt. Im Vordergrund weideten ein paar Dutzend Schafe, die sich am köstlichen Geschmack des saftigen Grases ergötzten. Ab und zu vernahm man ein kurzes, gedämpftes Blöken.

Sheeple Farm

„Mäh, mäh. Nein, um Himmels willen. Haltet die Hufe still“, blökte der große Schafbock, unumstrittener Meinungsführer der Herde. „Wir dürfen keinerlei Misstrauen erregen und den Zweibeinern keinen Anlass geben, gegen uns vorzugehen. Wenn sie merken, wie klug wir sind und dass wir nach Freiheit streben, würden sie uns abschlachten oder uns lebend dem Untier mit dem säbelzahnartigen Gebiss zum Fraß vorwerfen. Ja, zerfleischen würden sie uns, denn unsere Sklaventreiber kennen keine Gnade.“ Zustimmendes Blöken war zu hören. Continue reading Sheeple Farm

Selbstversuch

Vorhin habe ich einen Notizblock in meinen Schubladen gesucht. Einen simplen Notizblock zum Schreiben und Blättern, mit dünnen linierten, beidseitig beschreibbaren Papierseiten. Ein barbarisches Relikt aus einem analogen Zeitalter, in dem händische Verrichtungen die Regel waren und Informationen auf Papier gespeichert wurden. Wie zu erwarten, habe ich keinen Notizblock mehr gefunden und nehme mir ein leeres Blatt vom Stapel mit dem Druckerpapier.
Ich habe schon lange nichts mehr eigenhändig mit einem Kugelschreiber, Stift oder Füller geschrieben… Klicken und dort weiterlesen ->

Gummiring

War es vorgestern oder vorvorgestern? Der genaue Zeitpunkt tut eigentlich nichts zur Sache. Jedenfalls irgendwann letzte Woche spätabends, es hatte kurz zuvor genieselt, da trieb es mich aus dem Haus. Es war wieder etwas wärmer geworden. Ab und zu trafen mich noch ein paar vereinzelte Regentropfen auf Schulter, Kopf und im Gesicht. Ja, ich war natürlich zu Fuß unterwegs. Ich kam irgendwoher und wollte irgendwohin. Was genau ich wollte, ist auch nicht von Belang. Die meisten Straßen waren noch regennass. Ich mag es, wenn der noch feuchte, dunkle Asphaltbelag im Mondschein glitzert oder das Licht der Straßenlaternen reflektiert. Die einfachsten Dinge des Lebens können eine magische Wirkung entfalten.

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Alles Banani

Haltet euch fest, denn das, was ich jetzt schreibe, haut den stärksten Eskimo vom Schlitten.
Streng genommen heißt Bruno gar nicht Bruno. Und Banani ist auch nicht sein elterlich verliehener Nachname. Ein simpler Verwaltungsakt, der natürlich ordnungsgemäß in Pass und Unterlagen eingetragen wurde, ließ vor einigen Jahren aus dem Studenten Fuahea Semi den tongaischen Nachwuchsrodler Bruno Banani entstehen, der jetzt bei den olympischen Winterspielen in Sotschi für Furore bzw. medienwirksame Empörung sorgt. Bruno Banani ist zufällig auch eine in Teilen Deutschlands recht bekannte Chemnitzer Mode- oder Unterwäschefirma. Na, wer hätte das gedacht. Soviel zur Einleitung. Continue reading Alles Banani

Was vom Lanz bleibt

Gedanken zur Anti-Lanz-Petition

Was hat die digitale Anti-Lanz-Bewegung eigentlich bewirkt? Welches vorläufige Fazit kann man aus der kollektiven Unmutsäußerung „Lanz – Raus aus meinem Rundfunkbeitrag“ im Netz ziehen? Ist vielleicht sogar ein „Lanz-Effekt“ zu erwarten, der eine positive Entwicklung bei Programmgestaltung, Moderatorenauswahl oder ein Umdenken bei der umstrittenen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anstößt? Continue reading Was vom Lanz bleibt