Alles ist gut

Nee, ich habe persönlich gar nichts gegen Steinmeier, nur um das mal klarzustellen. Außenminister zu sein, ist hierzulande ohnehin ein recht dankbarer Job, in dem man normalerweise nur Sympathiepunkte sammeln kann, jedenfalls in Friedenszeiten. Daher waren deutsche Außenminister, soweit ich mich erinnern kann, in den letzten Jahrzehnten auch immer recht beliebt. Selbst für Westerwelle galt dies bekanntlich.
Der Außenminister, der sich glücklicherweise aus der konfliktträchtigen Innenpolitik heraushalten kann, repräsentiert unser stolzes, reiches Land im Ausland, reist viel und mahnt zur Besonnenheit. Gestern sah ich ihn wieder in der Tagesschau, den Herrn Steinmeier, der seinen Körper in teure Maßanzüge kleidet und eine modische Designerbrille trägt, immer gut frisiert daherkommt und das Bild eines seriösen, gut situierten deutschen Staatsdieners vermittelt.
Beeindruckende Erscheinung, er kommt sehr seriös rüber, denke ich immer. Hat bestimmt eine gute Stilberaterin. Wer auch immer sich vom äußeren Schein beeindrucken lässt, muss ihn wohl mögen. Continue reading Alles ist gut

Die Ukraine im Spiegel der Medien

Es ist ein Fiasko für den Westen. Die Krim hat sich wie erwartet in einem Referendum mehrheitlich für den Beitritt zu Russland entschieden. Eine Sezession der russisch geprägten östlichen Regionen der Ukraine ist bei fortgesetzten Tumulten nicht ausgeschlossen.
Es ist schon seltsam, mit welcher Blindheit und Vehemenz die Medien der europäischen Öffentlichkeit diese Machtübernahme in Kiew durch eine kleine Clique als proeuropäisches Statement für Freiheit und Demokratie zu verkaufen versuchten.
Eifrig mitgemischt im Machtpoker haben ausländische Akteure, denen es nun schwer fällt, die selbst beschworenen russophoben Geister wieder in ihre Flasche zu zwingen. Nationalistische und rechts orientierte Kräfte der Swoboda und des rechten Sektors haben die losen Zügel der Macht ergriffen. Im selben Maße, wie in der deutschen Bevölkerung Zweifel daran wachsen, ob der von der Merkelregierung verfolgte Konfrontationskurs zu Russland sinnvoll ist und nicht etwa deutschen Interessen irreparablen Schaden zufügt, nehmen die medialen Bemühungen zur Gleichschaltung der offiziellen Meinung immer abstrusere Formen an.
So wurde in der vergangenen Woche der Russlandkorrespondent von „Zeit Online“, der dem dortigen Chefredakteur zu russlandfreundlich erschien, kurzerhand gefeuert. Die öffentliche Kündigung des vermeintlich russophilen Autors erfolgte öffentlichkeitswirksam über Twitter, was in der heutigen Zeit einer medialen Hinrichtung gleichkommen dürfte.
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Kein Entkommen

Der leitende Feuilletonredakteur bei Welt Online weiß genau, wie der gemeine AfD-Wähler tickt. Besser gesagt, wir wissen, wie der Feuilletonredakteur tickt. Jener schafft es doch tatsächlich, auf recht plumpe Weise in einer ansonsten belanglosen Rezension eines Fernsehfilms noch eine präventive Verunglimpfung mündiger Wähler unterzubringen, die nicht dem politischen Lager seines Arbeitgebers zuzurechnen sind.
Jedenfalls glaubt der Feuilletonchef zu wissen oder schreiben zu müssen, dass der „aufrechte AfD-Wähler“ (der den heiligen Euro abschaffen und nach offiziöser Lesart Europa mit Krieg überziehen möchte oder gar einen „Rücksturz“ in die Nationalstaatlichkeit befürwortet), also kurzum, dass ein solches Subjekt folglich auch Wutbürger, Anhänger der Law-and-Order-Fraktion und Befürworter von Selbstjustiz sein muss.
So einer geilt sich nämlich auch an einem zweitklassigen Prügeldrama im Fernsehen auf, in denen die bundesdeutsche Kuscheljustiz mal wieder nicht gut weg kommt.
Ein Schlägerdrama aus der Perspektive des Opfers erzählt (im ZDF – „Kein Entkommen“), das muss dem aufrechten AfD-Wähler wohl gefallen, meint Welt Online. Continue reading Kein Entkommen