Die 2

Wie lautet der Vorname von Gottschalk? Ich wäre wohl kein guter Kandidat für eine Spielshow, wenn mir der Name eines weltbekannten Moderators aus dem letzten Jahrtausend nicht einfällt. Ja, da war mir doch eben glatt der Vorname von Gottschalk entfallen. Frank, Franz oder Gerhard? Nee, das kann nicht sein. Verflixt und zugenäht, das wollte mir vorhin einfach nicht einfallen, als ich diesen Beitrag beginnen wollte. Also schnell mal Wikipedia zu Rate gezogen. Peinlich. Normalerweise hab ich ein gutes Namensgedächtnis, nur bei Gesichtern hab ich manchmal Probleme. Ja, meine interne Gesichtserkennungssoftware ist wohl nicht gänzlich frei von Bugs, da hapert es bei mir manchmal, aber zur Hölle, warum sehen viele Leute so gleich aus? Es gibt irgendwie so viele Visagen, die sich ähnlich sehen. Zumindest kommt mir das hier in Berlin so vor. Vielleicht hat das genetische Ursachen, dass schon gar zu viele Leute miteinander verwandt sind? Nun ja, ist ja heutzutage auch nicht schlimm, und es ließe sich auch eine andere rationale Begründung für diese von mir so empfundenen äußeren Ähnlichkeiten oder ähnlichen Äußerlichkeiten finden. Continue reading Die 2

Kurzes Gezwitscher

Twitter ist ein echter Knüller,
sagt sich auch die Lieschen Müller.
140 Zeichen kurz,
postet einfach jeden Furz!

Sinnvolles muss keiner schreiben,
reicht ja aus, an Ander’n sich zu reiben,
herumzutrollen, zu lästern oder ganz dezent
nur lesen als braver Rezipient
oder coole Links zu verbreiten,
ohne noch herumzustreiten.

Irgendwer wird den Stuss schon schlucken,
ohne noch groß aufzumucken.
Willste widerlegen oder zitieren,
polemisieren oder dich nur abreagieren?

Na, was soll der ganze Kack?
Meld dich an oder lass es sein,
hau in den Sack,
oder schreib hier was rein.

Do or die!

Fundstück des Tages:

„Vergessen Sie nicht, dass wir in einer Welt des Scheins leben, in der nichts so ist, wie es sich darbietet, und schon gar nicht so, wie es von ihm behauptet wird. Nehmen Sie einen beliebigen Satz, ob nun aus der Werbung oder den Nachrichten oder den offiziellen Verlautbarungen – können Sie, ohne zu zögern, behaupten, dass er stimmt? Gibt es überhaupt noch eine offiziell zugängige Information, die nicht manipuliert wurde, sei es nun von den Regierungsstellen, den Firmen oder den Interessengruppen?

Wohl noch nie haben sich so viele, so hochqualifizierte Leute damit befasst, die Wahrheit zu verschleiern oder wenigstens zu verdrehen: Die Vergangenheit hat uns eingeholt: Mundus vult decipi – ergo decipiatur!… Die Welt will betrogen sein – also betrügen wir sie! Wenn ich in den Nachrichten höre, dass heute Dienstag ist, sehe ich erstmal auf dem Kalender nach, ob es auch stimmt.“

Timothy Truckle, Privatdetektiv in Chicago
Gert Prokop, Die unglaublichen Kriminalfälle des Timothy Truckle, S. 381 (Printausgabe, Das Neue Berlin)
Continue reading Do or die!

Self-Publishing

Was haltet Ihr eigentlich von Self-Publishing über Bookrix, Neobooks oder andere Plattformen? Ich kam auf dieses Thema, weil ich mal einen anderen Verbreitungsweg für ein längeres Posting ausprobieren wollte. Wer sich bis jetzt (trotz vielfach ausgesprochener Warnungen) nicht davon abhalten ließ, dieses Blog zu besuchen, hat mitbekommen, dass einige meiner Beiträge im Stil von Kurzgeschichten verfasst sind. Warum? Wahrscheinlich tue ich das, um meine wahren Gedanken zu verbergen (denn dunkel ist meine Seele); aber wer weiß schon, was in einem sturen Männerschädel vorgeht.
Ich schreib halt zuweilen einfach etwas und stelle es online, bevor mir die Unzulänglichkeit des Geschriebenen bewusst wird. Manchmal sind solche Texte aber einfach zu lang oder nicht unbedingt geeignet für ein Blog, das sich nicht ausdrücklich als Literatur-, Befindlichkeits- oder Themenblog versteht. Tja, die mangelnde Fokussierung. Leidgeprüfte Blogger – wobei die meisten von euch ja hart im Nehmen sind – kennen das Problem. Aber egal. Mal herhören!
Continue reading Self-Publishing

Gestern abend…

Hier eine bildliche Impression vom gestrigen Abend, wo ja anlässlich des Mauerjubiläums eine Lichterkette durch Berlin gezogen worden war… Leider nur ein Smartphone-Foto, aber man kann die „düstere“ Atmosphäre erahnen? ;-) Das Foto gefällt mir irgendwie, auch wegen der Spiegelung auf dem Wasser. Massen an Menschen, es war kaum ein Durchkommen, Leute… Danach gab es Glühwein bis zum Abwinken.
Hab ganz vergessen, dass ich auch dazu noch was schreiben wollte, einen Beitrag à la „diesen Tag werde ich nie vergessen“ oder „wo ich war, als die Mauer fiel“. Na ja, egal, das schreib ich dann später mal, vielleicht zum 30-jährigen Gedenken.

IMG_20141109_175147

Zur Frage der Revolutionen

Früher habe ich mich immer gefragt, warum sich Millionen Arbeitslose nicht einfach zusammenschließen und ihre eigene Partei gründen oder ihre Machthaber und Konzernbosse zum Teufel jagen bzw. (ganz früher) einfach in den Osten, in die DDR rüberkommen, wo es ja bekanntlich genug Arbeit gab, vereinfacht gesagt. Nun ja, ich war damals noch sehr jung und naiv, naiver als heute jedenfalls; dies mag vielleicht als Entschuldigung herhalten.

Ich bin ein Anhänger der These, dass heutzutage im Westen keine „Revolutionen“ mehr vorstellbar sind. Revolution ist vielleicht auch der falsche Oberbegriff, oft m. E. auch missbräuchlich verwendet, etwa im Falle der sogenannten „friedlichen Revolution“. Generell denke ich, dass grundlegende systemische Umwälzungen hier und jetzt nicht mehr realisierbar sind, solange die systemerhaltende Macht stärker und effektiver organisiert ist als die zersplitterten Gegenkräfte, die es in der Gesellschaft durchaus geben mag und die einen Systemwechsel anstreben. Zur Bewahrung eines laufenden Systems ist weniger Kraft vonnöten als für den Umsturz desselben, es sei denn, das System kollabiert von allein, von innen heraus.
Es ist somit leichter, ein faulendes, fast schon neofeudales System am Leben zu halten, wenn die herrschende Oberschicht z. B. durch Einsatz finanzieller oder rechtlicher Mittel jeden Widerstand problemlos neutralisieren kann, zumal die Mittel zum Machterhalt, wie wir wissen, nicht unbedingt repressiver Natur sein müssen, sondern auch ködernd und verlockend wirken können. Solange genügend Zuckerbrot verfügbar ist, bedarf es der Peitsche gar nicht, so dass kein offener Widerstand provoziert wird. Negative Veränderungen werden langsam und stufenweise durchgesetzt, so dass sich die Bürger an den Niedergang und die immer härteren Lebensumstände allmählich gewöhnen können. Das Schüren von Neid ist ebenfalls hilfreich (aus Sicht der Regierenden). Ventile zum Dampfablassen, d. h. zur Frustbewältigung stehen auch zur Verfügung (z. B. Satiresendungen, Foren im Internet, Psychiater). Continue reading Zur Frage der Revolutionen

An Tagen wie diesen…

An manchen Tagen fühlte er sich fremd auf dieser Welt. Nur fremd, nicht einsam, denn Einsamkeit störte ihn nicht, er sehnte sich sogar oft danach, allein zu sein, seinen Gedanken nachzuhängen, die dunkle Stille zu genießen und abzuwarten, bis seine Seele die Farbe seiner Gedanken annahm.
Wenn nur dieses beunruhigende Gefühl der Fremdheit nicht gewesen wäre… Urplötzlich, als ob ein Blitzlicht einen schummrigen Raum erhellt und alle Gegenstände kontrastreich in allen Details überdeutlich hervortreten lässt, überfiel ihn manchmal dieses seltsame Gefühl, so als ob er nicht hierher gehörte, in diese Welt, in diese Galaxie, dieses Universum.
Mit jeder Zelle seines Gehirns, jeder Faser seines Körpers spürte er, wie fremd ihm diese Welt war; und selbst sein eigener Körper schien ihm fremd zu sein. Diese unvollkommene Hülle seines Bewusstseins sollte tatsächlich zu ihm gehören und ihm vorherbestimmt sein?

Continue reading An Tagen wie diesen…