Gestern abend…

Hier eine bildliche Impression vom gestrigen Abend, wo ja anlässlich des Mauerjubiläums eine Lichterkette durch Berlin gezogen worden war… Leider nur ein Smartphone-Foto, aber man kann die „düstere“ Atmosphäre erahnen? ;-) Das Foto gefällt mir irgendwie, auch wegen der Spiegelung auf dem Wasser. Massen an Menschen, es war kaum ein Durchkommen, Leute… Danach gab es Glühwein bis zum Abwinken.
Hab ganz vergessen, dass ich auch dazu noch was schreiben wollte, einen Beitrag à la „diesen Tag werde ich nie vergessen“ oder „wo ich war, als die Mauer fiel“. Na ja, egal, das schreib ich dann später mal, vielleicht zum 30-jährigen Gedenken.

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Zur Frage der Revolutionen

Früher habe ich mich immer gefragt, warum sich Millionen Arbeitslose nicht einfach zusammenschließen und ihre eigene Partei gründen oder ihre Machthaber und Konzernbosse zum Teufel jagen bzw. (ganz früher) einfach in den Osten, in die DDR rüberkommen, wo es ja bekanntlich genug Arbeit gab, vereinfacht gesagt. Nun ja, ich war damals noch sehr jung und naiv, naiver als heute jedenfalls; dies mag vielleicht als Entschuldigung herhalten.

Ich bin ein Anhänger der These, dass heutzutage im Westen keine „Revolutionen“ mehr vorstellbar sind. Revolution ist vielleicht auch der falsche Oberbegriff, oft m. E. auch missbräuchlich verwendet, etwa im Falle der sogenannten „friedlichen Revolution“. Generell denke ich, dass grundlegende systemische Umwälzungen hier und jetzt nicht mehr realisierbar sind, solange die systemerhaltende Macht stärker und effektiver organisiert ist als die zersplitterten Gegenkräfte, die es in der Gesellschaft durchaus geben mag und die einen Systemwechsel anstreben. Zur Bewahrung eines laufenden Systems ist weniger Kraft vonnöten als für den Umsturz desselben, es sei denn, das System kollabiert von allein, von innen heraus.
Es ist somit leichter, ein faulendes, fast schon neofeudales System am Leben zu halten, wenn die herrschende Oberschicht z. B. durch Einsatz finanzieller oder rechtlicher Mittel jeden Widerstand problemlos neutralisieren kann, zumal die Mittel zum Machterhalt, wie wir wissen, nicht unbedingt repressiver Natur sein müssen, sondern auch ködernd und verlockend wirken können. Solange genügend Zuckerbrot verfügbar ist, bedarf es der Peitsche gar nicht, so dass kein offener Widerstand provoziert wird. Negative Veränderungen werden langsam und stufenweise durchgesetzt, so dass sich die Bürger an den Niedergang und die immer härteren Lebensumstände allmählich gewöhnen können. Das Schüren von Neid ist ebenfalls hilfreich (aus Sicht der Regierenden). Ventile zum Dampfablassen, d. h. zur Frustbewältigung stehen auch zur Verfügung (z. B. Satiresendungen, Foren im Internet, Psychiater). Continue reading Zur Frage der Revolutionen