Wo ist der Sinn?

Letztes Wochenende fragte mich doch tatsächlich eine Freundin, warum man denn von dem guten Herrn Sinn nichts mehr höre oder sehe, denn der sei doch am Bildschirm gar nicht mehr präsent.
Sinn? Etwa der Ökonom Hans-Werner Sinn? Ja, genau den meine sie, den netten Herrn, der immer wie ein in Ehren ergrauter Seebär aussah und der immer so viele richtige Dinge gesagt habe – unangenehme Wahrheiten…
Na ja, druckste ich zunächst herum… Wen kümmert’s?
(Meist will ich die Gesprächsatmosphäre am ruhigen Samstagabend nicht durch staubtrockene Gespräche verderben und halte daher lieber mal gepflegt mein Maul, auch wenn’s schwerfällt, wenn ein Gespräch in diffus-diffizile Themenbereiche abzugleiten droht…)
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Rätselhafte Karten

Kennt Ihr diese nervigen Visitenkarten diverser Gebrauchtwagenankäufer, die einem hier ständig ans Auto gesteckt werden? Nach meinem Empfinden ist es dreistes und penetrantes Direktmarketing. Aber es scheint zu funktionieren, sonst gäbe es dies unter streng marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten in Zeiten der Internet-Marktplätze wohl nicht (mehr). Müsste man doch mal untersuchen, ob da tatsächlich ein nennenswerter Prozentsatz der werberelevanten Zielgruppe einen solchen Gebrauchtwagenankäufer anrufen und sich davon wiederum geschätzt vielleicht 10 % übertölpeln ähm überzeugen lassen, dessen generöses Angebot anzunehmen?
DSCN3571Ich frage mich immer, ob es wirklich Leute gibt, die diesen physischen Spam als faires Serviceangebot begreifen. Jeder Autobesitzer, den ich kenne oder zufällig beobachte, schmeißt diese lästigen Karten auf die Straße, wo sie auch liegen bleiben, bis sie mutmaßlich irgendwann vom BSR-Kehrwagen (Motto: „We kehr for you“ – war mal witzig) von der Straße gesaugt oder beim nächsten Regenguss in den nächsten Gully gespült werden. Früher waren das noch einfache Pappkarten oder Papierzettel, auf denen in ungelenkem Deutsch irgendwas unfreiwillig Komisches draufstand: „Du wolle Auto verkaufe? Zahle gut. Bargeld sofort.“ Nur als Beispiel natürlich. Aber der Punkt ist: Man hat drüber gelacht, vielleicht hat man auch mal einen dieser Zettel für alle Fälle aufgehoben, aber in der Regel hat man sie zerrissen und in alle vier Winde zerstreut. Das geht nun nicht mehr, da man die folienbeschichteten oder unverrottbaren laminierten Karten erstens kaum noch zerreißen kann. Zweitens werden die parkenden Autokolonnen im Kiez tagtäglich mit solchen Karten buchstäblich überflutet. Ungelogen, fast jeden Tag muss ich so eine beschissene Karte aus dem Dichtungsgummi der Seitenscheibe rauspopeln oder unter dem Türgriff rausfischen. Continue reading Rätselhafte Karten