Kurze Wasserstandsmeldung

Mein Verhaltensexperiment läuft vorerst noch weiter. Bislang scheint das großspurig von mir angekündigte Leben ohne Internet zwar noch eine veritable Selbstlüge zu sein, aber trotzdem werde ich weiter versuchen, internetmäßig einen Gang zurückzuschalten, also surferische Abstinenz zu üben. Es gibt zwar schon kleine Tricks und Kniffe, aber so leicht, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es eben doch nicht. Man muss schon echt tough sein, um offline durch den Tag zu kommen. Die Devise muss lauten: Sei ein knallharter Typ, und mach es ohne Netz!
Positiv ist aber Folgendes anzumerken: Viele kleine, nichtige, triviale Dinge zogen in den letzten Wochen kommentarlos oder ganz unbemerkt an mir vorbei; Dinge, die die hyperaktive Webgemeinde bewegen, aber die „Menschen da draußen“ offenbar weitgehend kalt lassen, weil die meist einfach nichts mitbekommen von den täglichen Empörungen und Skandälchen, die im Web und in diversen sozialen Netzwerken breitgetreten werden.
Es kribbelt natürlich auch ab und zu in den Fingern, wenn man sowieso (wie jetzt gerade) am Rechner sitzt oder E-Mails abrufen muss. Man möchte, müsste oder könnte vielleicht hierzu oder dazu etwas schreiben, aber das vergeht, Leute. Und nach langem Sitzen verwandelt sich Schreibdrang bestenfalls in Harndrang.
So gesehen ist das Thema, was mich gerade bewegt, ein originäres Offline-Thema: mein/unser neuer Vinyl-Fußbodenbelag, der heute noch verlegt werden muss bzw. müsste; wenn, ja wenn die Pappnasen ihn endlich anliefern würden. Von wegen „so früh wie möglich“ würden sie kommen, lachhaft, denn ab 10 Uhr war eingeplant. Jetzt ist gleich Feierabend. Ach Mann, kein Verlass auf niemanden…