Zur Frage des Kunststoffs

Die Sache mit dem G36 geht mir irgendwie nicht aus dem Kopf, obwohl diese Sau schon vor geraumer Zeit durchs Dorf getrieben wurde. In aller Kürze: Offiziell wurde vor einigen Tagen nun auch vom Generalinspekteur der Bundeswehr bestätigt: Ist es heiß, schießt selbst der beste Schütze mit dem standardmäßig verwendeten Sturmgewehr G36 daneben.

Die mangelnde Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 bei hohen Außentemperaturen und in heißgeschossenem Zustand soll vor allem daran liegen, dass in der Waffe zu viele Kunststoffteile verbaut sind, die sich unter Hitze verformen. Kunststoff verliert ja ab einer gewissen Temperatur seine Steifigkeit. Sicherlich nur minimal, aber wir reden ja immerhin von Präzisionsteilen, von denen Leben abhängen können. Der Vorteil liegt da im geringeren Gewicht. Durch diese Kunststoffkomponenten ist das Ding leichter als ein komplett aus Metallteilen bestehender Schießprügel. Kennt man noch aus der Kindheit von den ganzen Spielzeugpistolen und Plastikgewehren, mit denen man Krieg gespielt hat, d. h. nicht wirklich Krieg, sondern aktive Vorwärtsverteidigung bzw. auch Räuber und Gendarm bzw. Indianer und Cowboy. Ihr wisst schon, was ich meine, stellt euch nicht so an. Heutzutage spielen brave Jungs wahrscheinlich eher Kaufmannsladen oder mit Barbiepuppen, aber zu meiner Zeit ging’s eben hoch her auf dem tristen Hinterhof, neben den schweren staubigen Mülltonnen hinter dem Haus mit der einheitlich grauen Fassade und den halbblinden Fenstern, durch deren Spalten am Rahmen immer ein kühler Windhauch durch die Räume zog.
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