Es menschelt mal wieder

Keine Frauen, keine Kinder – so lautete früher ein ungeschriebenes Gesetz unter Auftragskillern der Mafia. Im Zuge der allumfassenden Liberalisierung soll aber auch diese Regelung längst gelockert worden sein.
Wäre ich Kommunikationsberater oder Leiter Öffentlichkeitsarbeit in Angela Merkels Mitarbeiterstab, so würde ich ihr raten, sich bei Jubel- und PR-Veranstaltungen tunlichst von Kindern (und auch jungen Frauen) fernzuhalten.
Warum tut sie sich solche Kindergartenveranstaltungen nur an? Da macht sie keine gute Figur. Nun ja, etwas Zeit ist ins Land gegangen, seit die jugendlich wirkende, dynamische Angela mit ihrer unkonventionellen Redetechnik die Menschen der Bundesrepublik verzauberte. Nun ist sie unfreiwillig in die Rolle der kaltherzigen, bösen Tante geschlüpft, in der sie bei der jungen Generation nur verlieren kann.
Den Part des erklärenden Kindergartencops könnte sie doch eigentlich ihrem bzw. unserem salbadernden Grüßaugust überlassen. Merkel wirkt zu unentspannt, zu knöchern, ihr fehlen sichtlich auch Empathie und Einfühlungsvermögen. Seltsamerweise bemerkt man oft an Politikern, dass diese keinen Zugang zu „echten“ Menschen mehr finden. Eine Ausnahme war vielleicht Gerhard Schröder, für den man klaglos mal eine Flasche Bier geholt hätte.
Wahrscheinlich liegt es einfach auch daran, dass man nach einer Weile in der hermetisch abgeschirmten Politikzone die Verbindung zum normalen Volk zwangsläufig verliert, verlieren muss.
Im Arbeitsleben standen die meisten Politdarsteller ohnehin nie, so dass sie sich eben nur mit Phrasen und trockenem Gesülze behelfen können. Man erkennt die Gleichgültigkeit hinter der Fassade. Damit kann man natürlich höchstens noch Rentner einschläfern, aber gegen Kindertränen kann man nicht anstinken. Continue reading Es menschelt mal wieder