Psst!

Auf welch verzweifeltem (mental herausgefordertem) Niveau sich unser aller Kanzlerin der Herzen bewegt, kann man m. E. auch an folgender beispielhafter Aussage besehen: „Wir leben in postfaktischen Zeiten“, verkündete sie gestern oder vorgestern in einer Erklärung zum Berliner CDU-Wahldebakel. Vermutlich wollte sie zum Ausdruck bringen, ihre ungehorsamen Schäfchen würden sich ohnehin nicht mehr für die von Staats wegen verlautbarten Fakten interessieren, sondern sich vor allem von ihren negativen Gefühlen (fehl-)leiten lassen. Selbstverständlich wäre es da ihrer Ansicht nach unlogisch (d.h. nicht hilfreich), die Menschen mit Fakten belästigen bzw. überzeugen zu wollen, und überhaupt: “Fakten herunterbeten” ist unter ihrer Würde.
Zum Schlapplachen! „Post-faktische Zeiten“ – die Erkenntnis ist ja offensichtlich nicht auf ihrem Mist gewachsen. Sie habe sich „das sagen lassen“, las ich. Aha. Fragt sich nur, von wem? Wer mag ihr Einflüsterer gewesen sein? Einer der üblichen Verdächtigen oder etwa wieder der gute Prof. Münkler, der sich neuerdings heftig ins Zeug zu legen scheint, um sich für die historische Rolle als retrospektiver Erklärbär merkelscher Befindlichkeiten zu empfehlen? Oh ja, nie wurde ein postmoderner philosophierender Rasputin am Berliner Zarenhof dringender gebraucht als in diesen schwierigen Zeiten.
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