In Sachen Distelfink – Wechsel der Geschlechterperspektive

Eine andere Sache will ich doch noch schnell nachschieben, bevor ich sie vergesse. Ist mir schon einige Male beim Lesen eines Romans in den Sinn gekommen: die Frage, ob oder inwieweit ein Wechsel der geschlechtsspezifischen Perspektive beim Schreiben sinnvoll ist und ob der gelingen kann.

Ich meine damit, wenn z. B. eine Autorin ihre Geschichte aus Sicht einer männlichen Hauptperson erzählt. Die Frau schreibt in der Ichform, aber aus Sicht eines Jungen bzw. Mannes, nimmt also den Standpunkt des anderen Geschlechts ein. Könnte auch umgekehrt sein, etwa wenn ein Autor ein Erlebnis aus Sicht einer Frau schildert. Die Handlung ist natürlich erdacht, aber irgendwie stelle ich es mir schwierig vor, vom Standpunkt des anderen Geschlechts ausgehend authentisch zu schreiben oder? Ist es nicht sinnvoller, aus der eigenen Geschlechtsperspektive zu schreiben, die man ja nun auch am besten kennt? Darauf gestoßen bin ich, als ich begann, den „Distelfink“ von Donna Tartt zu lesen. Das Buch hat ja auch nen Preis gewonnen, den Pulitzer-Preis bekanntlich, aber was heißt das schon in diesen Zeiten, in denen selbst einem Bob Dylan der Literaturnobelpreis hinterhergeschmissen wird. Continue reading In Sachen Distelfink – Wechsel der Geschlechterperspektive

Notizen

Jeder hat sich bestimmt schon mal gefragt, wie die kommende Generation über unsere heutige Zeit urteilen wird. Wie wird das sein, dann in ca. 25 Jahren? Wie sieht dann diese Stadt oder dieses Land aus? Für eine Generation rechnet man grob mit einer Dauer von etwa 25 Jahren (durchschn. Dauer bis zur Geburt des ersten Kindes). Während ich ja vor einigen Jahren noch rückblickend eher der Meinung war, dass derlei Veränderungen vernachlässigbar sind, da sich in den letzten 25 Jahren gar nicht so viel grundlegend verändert hat, muss ich mich mit Blick nach draußen und auf die Zukunft doch leicht korrigieren. Continue reading Notizen