Die heutige Topfkuch-Story

Tram in BerlinTypische Nichtmeldung aus der heutigen Lokus-Presse. Bin über Google News drauf gestoßen, da ich ja meist nur noch die Schlagzeilen lese. Ich würde ja fast schon wetten, dass diese Story erlogen ist, obwohl ich mich da natürlich etwas weit aus dem Fenster lehne. Stinkt jedenfalls. Angeblich habe da eine Frau gehört, wie eine Vierzehnjährige behauptet habe, ein Straßenbahnfahrer habe sie angeblich wegen ihres Kopftuchs aufgefordert, die Bahn zu verlassen. Aufgrund dieser auf reinem Hörensagen (vielleicht auch einem Hörfehler oder akustischen Missverständnis) beruhenden Behauptung einer bewegten Frau hat nun der polizeiliche Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Continue reading Die heutige Topfkuch-Story

Ohne Worte

G.SteingartLange nichts mehr gelesen vom wackeren Gabor Steingart (Journalist und Herausgeber des Handelsblatts). Daher mal kurz in seinen Twitter-Tweet reingeschnuppert. ;-) Ich halte die Entscheidung für Steinmeier ohnehin für einen (taktischen) Missgriff, eine konsequente Fehlbesetzung für einen überflüssigen Posten. Ein neuer parteigebundener Grüßaugust von Gabriels und Merkels Gnaden, der sich schon vor seiner Einsetzung als Kandidat disqualifiziert hat, da er einen veritablen Beitrag zur Isolation Deutschlands im Ausland und zur Spaltung im Inneren geleistet hat. Immerhin, gegenüber dem Gauck vielleicht ein Fortschritt, sollte man meinen. Vielleicht fängt er sich noch und es gelingt ihm tatsächlich, sich etwas präsidialer zu geben und nicht (mehr) allzu viel Porzellan zu zerschlagen. Jemand, der den künftigen US-Präsidenten als „Hassprediger“ tituliert hat (man googele mal nach „Hate Preacher“), und nach seiner Wahl nicht mal die Größe hat, sich für seinen Ausfall zu entschuldigen und dem neuen US-Präsidenten zur gewonnenen Wahl zu gratulieren (dazu das nachgiebige, fast unterwürfige Verhalten gegenüber Erdogan und die geschürten Spannungen mit Russland) – nun ja, ob das alles so ein gelungener Start für Steinmeiers Präsidentschaft ist, wage ich ja nun doch zu bezweifeln. (Andererseits wollte ja offensichtlich niemand, der vielleicht in Frage gekommen wäre und noch halbwegs bei Troste ist, dieses beschädigte Amt unter Merkel übernehmen.) Zeugt aber eher von beginnender Eiszeit für Schland, befürchte ich.

PS: Mir fiel gerade ein, dass ich vor drei Jahren auch mal einen Beitrag über den nordkoreanischen Kollegen von Herrn Gauck (bzw. das Pendant zu Frau Merkel), nämlich den aufstrebenden Kim Jong-un, geschrieben habe. Hätte ich ja bei der Gelegenheit mal verlinken können. Hmm, obwohl es da eigentlich um eine andere Thematik ging.

Winter is coming

DSCN4351_komprEchte kindliche Freude spiegelte sich auf dem Gesicht der Verweserin, als sie das wohlfeile Lob aus dem Mund ihres geliebten Herrn vernahm. Man sah nur den kurzen Moment, als sich ihr graues Gesicht aufhellte, sich ihre gebückte Gestalt straffte, als hätte ihr das billige Kompliment aus dem Munde des scheidenden Imperators neue Kraft eingeflößt. Jener hatte es sich nicht nehmen lassen, auf seiner Abschiedstour durch den Herrschaftsbereich seines bröckelnden Imperiums bei seiner treuesten Statthalterin vorbeizuschauen, um ihr für ihre treuen Dienste zu danken. Man weiß, was man sich schuldig ist. Man hat Stil. Schließlich möchte man auch später mal mit der Familie wiederkommen, vielleicht im nächsten Oktober zum umzäunten Bierfest im Süden der Provinz. Was wird er nach dem Ende seiner Regentschaft überhaupt tun? Weiterhin Golf spielen? Den Berater geben oder einfach nur gut bezahlte Reden halten? Er, der einst umjubelte Twitter-Star, nobler Preisträger der letzten Saison, der Preis längst entwertet und belacht, die reichlich gespendeten Vorschusslorbeeren längst verdorrt, – wie er scherzte und sich pudelwohl fühlte in der erlesenen Schar seiner treuesten Jünger von Westeros. Ja, die Satrapin genoss es sichtlich, ihre Streicheleinheiten zu bekommen. Letztmalig, denn der Winter naht.