Die Welt ist bunt genug

DSCN4345Löblich auch, dass sich die Europäische Union endlich mit einem unserer drängendsten Probleme befasst: dem Verbot von Malfarben und Buntstiften für Kinder. Helle Bunt-, Filz- und Wachsmalstifte, Wasserfarben und Malkreiden sollen angeblich wegen der darin enthaltenen Spuren von Blei europaweit verboten werden. Klar, soll erstmal egal sein, ob das überhaupt sinnvoll ist. Daher an alle Zweifler, Nörgler und Bedenkenträger gerichtet: Einfach mal’s Maul halten! Wir erinnern uns: Nichts darf unreguliert bleiben. Wenn Regulierungen erlassen wurden, müssen sie stetig verschärft werden. Verschärfung ist Fortschritt und fördert die Konjunktur. Zudem ist unsere Realität auch ohne helle Malfarben schon bunt genug. Selbst die neuen niedrigeren Bleigrenzwerte sind da eigentlich immer noch zu hoch. Wenn hierzulande ein Kind bleistiftsweise mehr als 18 Buntstifte pro Jahr verspeisen sollte, dann wäre auch dieser verschärfte Grenzwert überschritten. Da wird dem Kind nach dem Verzehr dieser Farben schlecht, und irgendwann, wenn auch möglicherweise erst im späten Erwachsenenalter, erkrankt es oder stirbt vielleicht. Deswegen! Kann doch nicht sein, Leute. Ein Skandal allererster Güte. Buntstifte, Malfarben. Teufelszeug! Grün geht ja noch, aber weiß, gelb oder rot! Perfiderweise sind da die Spuren von Blei vor allem in den Weißpigmenten enthalten. Alles Übel geht vom Weißen aus; eine gängige Lehrmeinung, die sich, wie man sieht, immer wieder bewahrheitet.
Blei ist übrigens noch viel schlimmer als der reine Kohlenstoff (Graphit) in Bleistiftminen, was ich im Rahmen meiner Dekarbonisierungsberatung (siehe hierzu auch diesen Beitrag) immer erwähne. Das sollte man bei der anstehenden „großen Säuberung“ der Weltwirtschaft unbedingt auch berücksichtigen. Zu Silvester, man wagt es kaum, dies offen zu schreiben, da haben Freunde in trauter Runde sogar noch ein lustiges Bleigießen veranstaltet! Man stelle sich mal bildlich vor … Flüssiges Blei in eine Wasserschüssel gekippt, da fühlt man sich schon schwach, wenn man dran denkt. Und das kommt von den Dämpfen – die Langzeitauswirkungen, die sind natürlich fatal, weil man davon auch Halluzinationen bekommt und irgendwann nur noch dummes Zeug schreibt und schwätzt … Continue reading Die Welt ist bunt genug

Hau ab, du Pfeife!

„Und sonst? Wie geht’s so?“
„Gut gut, muss ja. Hmm. Kalt geworden wa? Normalerweise fahr ich ja nicht mit der Straßenbahn. Aber Auto ist grad in der Werkstatt, lasse mir endlich ne Standheizung einbauen. Man gönnt sich ja sonst nichts … na egal.“
„Ach, Standheizung ist für Weicheier (grinst). Übrigens schon gehört, dass der Gabriel in’n Sack gehauen hat? Ich meine, dass der sich zurückgezogen hat aus’m Geschäft?“
„Gabriel? Hmm, wusste gar nicht, dass der noch lebt … Der war doch auch“ (deutet Schluckspechtgeste an) „Alkoholiker?“
„Hmm, wüsste nicht, dass der jetzt besonders, also dass der dem Alkohol besonders zugetan wäre. Sicherlich saufen die ja alle, aber der schien sein Leben noch halbwegs im Griff zu haben …“

„Ach red’ nicht, der war doch längst weg vom Fenster, hatte schon ewig keinen Auftritt mehr. Seit den 70ern hat der keinen Hit mehr gehabt. (Stimmt an) Hey Boss, ich brauch mehr Geld. (hustet) Wusste gar nicht, dass der überhaupt noch lebt.“
„Nee (lachend), du meinst den Gunter Gabriel. Nee, ich sprach von Sigmar. Dem Politiker.“
„Hmm, ach so. Verwandt sind die aber nicht oder?“
„Nee, das ist doch nur ein Künstlername. Bei Gunter meine ich. Und der Sigmar war doch dieser SPD-Bonze. Der den Kanzlerkandidaten von den Sozis spielen wollte und alle Nase lang was anderes erzählt hat, wie es grad passte, und der immer seine Stimmlage so verstellt hat, damit er männlicher klingt.“ (dabei tiefe Stimme nachäffend)

„Ach so, der Dicke. Dieser witzige Typ. Weiß, wen du meinst. Hab den mal auf Tele5 gesehen. Na, sonst kenn ich den aber gar nicht, die ganze Politik interessiert mich eh nicht. Die Schwätzer kannste alle in einen Sack stecken und mit nem Knüppel drauf … triffst immer den richtigen. Ach, da kommt ja meine Bahn, ist die M5, ja? Na denn, man sieht sich.“
„Hau rein.“

Die Bahn hält quietschend an der Haltestelle. Die wartenden Fahrgäste betreten nun die Straße. Von links nähert sich ein dunkelblauer BMW mit hoher Geschwindigkeit. Der Fahrer hat jetzt erkannt, dass er vor der Haltestelle nicht mehr zum Stehen kommen wird, und versucht daher, noch rechts vorbeizufahren. Das kommt hier oft vor. Sollen sie doch zur Seite springen.

Mahnung im Auftrag der Pay Online24 GmbH

Was die sprachliche Qualität anbelangt, werden Viren- und Spam-Mails, Phishing-Versuche sowie sonstige betrügerische Aktivitäten immer besser, scheint mir. Doch, da hat die Spam-Industrie unter Einsatz muttersprachlicher Fachkräfte offenbar eine Qualitätsoffensive gestartet, die nun endlich Früchte trägt. Da hat sich wirklich viel getan in den letzten Jahren. Jedenfalls waren die neuesten Spam- bzw. Viren-Mails, die ich im Posteingang hatte, in gut verständlichem Deutsch formuliert. Früher waren ja solche E-Mails immer der Lacher schlechthin. Oft stimmte da nicht mal die Anrede oder die Absenderadresse der E-Mail, und die Texte waren mit Logik-, Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so gespickt. Mittlerweile sind die Mails in vernünftigem Anwaltsdeutsch formuliert und kommen mit einer plausiblen Absenderadresse. Solange man nicht in die Kopfzeilen bzw. den Quelltext hineinschaut, könnte man, wäre man naiv, die gefakte Absenderadresse fast für bare Münze nehmen (ein netter Versuch jedenfalls, der Respekt verdient); aber der Hauptpunkt: die Mails enthalten sogar richtige Empfänger-Adressangaben in korrekter Schreibweise, d. h. die zur E-Mail-Adresse passenden Personen- und Adressdaten, die man wohl in irgendeinem Online-Shop abgegriffen hat. Continue reading Mahnung im Auftrag der Pay Online24 GmbH

Wahrhaftiger Bericht

WinterIrgendwann letzte oder vorletzte Woche saß ich ja seit längerem mal wieder in einem Zug. Ich hatte einen Regionalexpress in die Provinz genommen und im bordeigenen W-Lan gesurft, als ich auf einen coolen Trailer stieß, also einen Videoclip für einen neuen Kinofilm, der demnächst in unseren Filmpalästen gezeigt wird. Leider funktionierte dieses bahninterne, rudimentär bestehende W-Lan-System, das übrigens den sinnigen Namen Colibri trug, nicht richtig, nur teilweise; das ist wohl irgendwie noch in der Erprobungsphase eingefroren. Vielleicht auch der schädliche Berliner Einfluss, war eben noch nicht weit genug von der Hauptstadt weg. Ein paar Bahninfos und die üblichen Headlines einiger News wurden eingeblendet, aber man hatte natürlich ohne mobile Datenrate keinen Internetzugang. Alles wie gehabt, also mobile Daten aktiviert und zu Youtube gewechselt. Klar, ich hätte statt der Bahn auch das Auto nehmen können, aber zum Wohle der Umwelt und so. Ihr wisst, was ich meine. Hätte auch irgendwie unglaubwürdig gewirkt, mit einem dicken Fahrzeug bei einem Kunden aufzuschlagen, wo man dann teure Consulting Services für mehr Nachhaltigkeit und kulturelle Diversität verkaufen will. Ich gestalte ja da die Internetportale von Firmenkunden neu, also vor allem geht’s um die Texte auf den Websites, die müssen ja jetzt alle kultur- und gendersensibel um- und neuformuliert werden, damit da kein missverständlicher oder respektloser Eindruck entsteht. Und da mache ich das eben. Ja, ist ein riesiger Markt, den ich da schon mal vorsorglich beackere. Dekarbonisierungsberatung biete ich übrigens auch an, also beispielsweise geht’s dann darum, die vielerorts immer noch vorhandenen Bleistifte in den Firmenbüros abzuschaffen. Na ja, weil die Bleistiftminen aus Graphit bestehen. Und Graphit ist reiner Kohlenstoff, der beim Schreiben aufs Papier gelangt, als Staub freigesetzt wird und dann die Umwelt verpestet. Radiergummis sind dann ein Folgeproblem. So und für solche kritischen Themen muss man die unbedarften Menschen auch erstmal sensibilisieren. Continue reading Wahrhaftiger Bericht

Bericht eines Kleindarstellers

Gut, dass ich das bin, was ich bin. Zu etwas anderem hätte ich nicht getaugt.
Jaime Lannister (der „Königsmörder“), Game of Thrones

Hört mal auf zu jammern, Leute. Ist doch würdelos. Dies passt euch nicht, das passt euch auch nicht. Tragt euer Los mit Fassung, und zieht euer Ding durch. Klar, das sind keine leichten Zeiten jetzt. Für niemanden. Ich halte mich hier beispielsweise mit einigen Statistenrollen über Wasser, seit ich aus der Redaktion raus bin. Continue reading Bericht eines Kleindarstellers

Nochmal

Jeder ungerechtfertigte Rassismusvorwurf, so wie reflexartig nach Silvester erhoben, hat natürlich auch eine lähmende Wirkung in den Reihen der Polizei. Warum sollen die noch irgendwas riskieren? Da schaut man halt lieber mal weg, wenn eine Horde Nafris antänzelnd durch die Fußgängerzone zieht oder Frauen belästigt. Man will ja nicht rassistisch erscheinen. Schwächung/Lähmung der Polizei – vielleicht auch gewollt? In Berlin bereits in weiter fortgeschrittenem Stadium zu besichtigen. Nafri-Drogenhändler sind hier voll integriert und gemeinhin als Teil der Community akzeptiert. Die sollen ggf. nur von Parkläufern höflich (aber bitte mit dem gebührenden Respekt) angesprochen werden, sich etwas unauffälliger zu verhalten. Continue reading Nochmal

Nafrinade-Cocktail

Was ist an dem Begriff Nafri auszusetzen? Nafri (nordafrikanische Intensivtäter) ist lediglich ein polizeiintern gebräuchliches Akronym. Eine neutrale Bezeichnung für eine Gruppe von Straftätern, die wohl erkennbar aus einer bestimmten Herkunftsregion stammen. Ist erstmal völlig wertfrei. Lächerlich, dass der betreffende Polizeichef (in Köln) wegen dieses Nafri-Tweets vor der grünen Sprachpolizei einknickt und sogleich den reuigen Sünder gibt. In 140-Zeichen-Meldungen kann man halt schwerlich alle neukorrekten Sprachregelungen antizipieren. Nachdem das Polizisten-Bashing seitens der Grünen/Linken nicht erfolgreich war, zieht man sich albernerweise an diesem Wort hoch. Continue reading Nafrinade-Cocktail

So oder so …

Völlig egal. Polizisten bieten sich in postfaktischen Zeiten als Prügelknaben der Nation an. Lassen sie dem bunten Geschehen ihren Lauf, und es passiert etwas, kann man sie im Brustton der Überzeugung kritisieren. Ergreifen sie hingegen proaktive oder präventive Sicherungsmaßnahmen, handeln sie natürlich überzogen oder aus rein rassistischen Motiven. Ist ja echt zum Schießen … Die Polizei, die Polizei, die hat immer Schuld (zum Mitsingen).
Im Vorjahr hat man doch wegen der nicht verhinderten und in den Medien bagatellisierten Silvesterexzesse in Köln auf die Polizei eingedroschen. Dieses Jahr drischt man aber auch auf die Polizei ein, genau aus entgegengesetztem Grunde: Die haben offenbar ihren Job ernst genommen, massenweise in Köln angereiste „Männer“ kontrolliert und einige mutmaßliche Risikosubjekte vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Das war nun aber auch falsch, denn die Polizeimaßnahmen werden sogleich von Grünen und Linken als rassistisch gebrandmarkt. Blöderweise waren das nämlich vorwiegend Nordafrikaner, keine alten weißen Herkunftsdeutschen, die sich dorthin verirrt hatten. Muss man sich mal vorstellen, wie man sich als Polizist im Nachhinein fühlen mag. Da sind Tausende Leute zu Silvester im Einsatz, die vielleicht auch gern den Abend bei ihren Familien verbracht hätten. Die erledigen ihren Job so gut, dass alles erstmal glatt und störungsfrei verläuft. Jetzt kommen die nach Hause und müssen lesen, dass u. a. die Grünen-Parteichefin die „Rechtmäßigkeit des Polizeigroßaufgebotes“ infrage stellt und den gezielten Kontrollen der Nafris eine rassistische Motivation unterstellt. Da würde mir persönlich .., na ja, geht mich eigentlich nichts an. Weiterfeiern!