Die Kunst, Recht zu behalten

Es gab da dieses kleine Manuskript, das sich einst im Nachlass von Arthur Schopenhauer fand: „Die Kunst, Recht zu behalten“.
Kennt Ihr das? Das kam mir neulich mal in den Sinn und in die Hände, als ich meinte, dass einem etliche der von Schopenhauer beschriebenen Kunstgriffe in Foren- und Echtweltdiskussionen immer mal wieder in der einen oder anderen Variante oder Ausprägung begegnen. Sieh mal einer an, dachte ich, als ich da neulich reinschaute – auch damals hat man Diskussionsstrategien durchdacht und rhetorische Kniffe gezielt angewendet. Viele dieser taktischen Kunstgriffe wendet man ja schon instinktiv an bzw. hat man die auch dadurch erlernt, dass man sie an anderen beobachtet und bei Gelegenheit übernommen hat. Wobei ich denke oder glaube, dass man zu Schopenhauers Zeit (und davor) vielleicht sogar noch besser, ich meine gesitteter und respektvoller zu diskutieren wusste als heutzutage. Da ist auch schon wieder dieses Wort: respektvoll. ;-)
Ich fange mal mit dem letzten Kunstgriff an, der wohl heutzutage am häufigsten bemüht wird: „Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob“ (vgl. auch Kunstgriff 8: Den Gegner zum Zorn reizen.) Ist eigentlich eine simple Methode, mit der man aber im Internet wohl recht oft konfrontiert wird. Vielleicht auch wirksam, aber eher so was wie ein letzter Ausweg, um beim Rückzug das Gesicht zu wahren.
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