Pick it up

Mein Paket werde gemäß Abstell-Okay (sic!) hinterlegt, schlägt mir ein großer deutscher Paketdienst auf seinem Benachrichtigungszettel als erste Option vor. Es könne allerdings auch auf dem Weg zum „Pickup Paketshop“ sein. Pick it up, Baby, oder gib dein Okay. So funzt Paket heute. Man sieht, die Umstellung auf Pidgin- oder Kiezdeutsch klappt reibungslos. Abstell-Okay soll bedeuten, man erteilt dem Lieferdienst (bis auf Widerruf) die dauerhafte Erlaubnis, jedes Paket nicht mehr an einen Empfangsberechtigten (oder Nachbarn) zu übergeben, sondern an einem zuvor bezeichneten „Wunschort“ offen und ungesichert abzulegen, wo auch immer das sein mag – am Gartenzaun, neben dem Garagentor oder neben den Mülltonnen. Ob wohl viele Leute in den Städten diese tendenziell verlustanfällige Zustelloption nutzen mögen? Der Lieferdienst wäre ja im Verlustfalle von der Haftung freigestellt, wenn man sein Einverständnis mit der „Ablage am Wunschort“ erklärt hat. Vertrauenssache halt, aber selbst wenn man’s irgendwie versteckt auf dem eigenen Grundstück, etwa im Gartenhaus oder vor dem Kellereingang oder an der Stelle hinter dem Stein rechts der Haustür deponieren lässt, na Ihr wisst schon, da wo außer mir nie, niemals jemand suchen würde, so ist es doch ein Rückschritt … Ein Beispiel für eine rückschrittliche Entwicklung von Serviceleistungen. Filialen vor Ort werden abgeschafft, und als Abholstellen fungieren Getränkemärkte, wo die Pakete als Schüttgut lagern. Pakete werden nicht mehr an benannte Adressen ausgeliefert, sondern an ungeschützten Orten irgendwo in der Nähe abgelegt. Ja klar, wenn du dein „Abstell-Okay“ gegeben hast. Musst du ja nicht. Schluss, aus. Alles wird gut. Ich geh Paketshop!