Papa Schaf erklärt es seinem Sohn …

Aufzeichnen„Papa, ist das dort drüben unser Auto?“
„Nein, unser Auto ist das, was da unten brennt.”
„Papa, warum hast du uns nicht gegen die bösen schwarzen Männer verteidigt? Warum hast du nichts gemacht, als die lachend vorbeigelaufen sind und unser Auto angezündet haben, Papa?“
„Das sind keine bösen Männer, Malte-Torben, ähm die sind nur verwirrt und zornig. Die kämpfen für eine gerechtere Welt.“ Verlegenes Räuspern. „Die haben sich nur geirrt, als die dem Papa sein Auto angezündet haben.“ Papa blickt die Straße hinunter, wo weitere Brandherde züngeln und rauchende Fahrzeugwracks nicht zu übersehen sind. „Und bei den anderen in unserer Straße auch.“

„Aber warum hast du den schwarzen Männern nicht gesagt, dass du nicht böse bist, Papa? Das hätten die bestimmt verstanden und unser schönes Auto nicht angezündet? Warum bist du nicht runtergegangen, als die die Scheiben eingeschlagen haben, sondern hast nur hinter dem Fenster gestanden und ein Video aufgenommen?“
Betretenes Schweigen.
„Das zahlt doch die Versicherung, Malte-Torben. Der Papa kauft uns dann noch ein viel schöneres Auto“, schaltet sich die Mutter ein.
Malte-Torben kaut an seinen Fingernägeln.

„Ich hab dir doch erklärt, was eine Versicherung macht? Die bezahlen auch das, was böse Menschen kaputt machen.“
„Aber du hast doch gesagt, die schwarzen Männer sind nicht böse, Papa.“
„Ähm ja, stimmt. Die Versicherung zahlt auch das, was von Menschen in gerechtem Zorn ähm irrtümlich zerstört wird. Die vermummten schwarzen Männer wehren sich nur gegen die brutale Polizei und die schlimmen Politiker, die sich da gerade in unserer Stadt versammeln. Aber das verstehst du noch nicht, Malte-Torben.“
„Wenn ich groß bin, werde ich auch ein zorniger schwarzer Mann, Papa.“
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