Schnee …

Nein, dieses Jahr gibt’s wohl keine weißen Weihnachten. Hatte ja bisher nur einmal richtig geschneit. Könnt Ihr euch also abschminken, Schneeballschlacht oder Schneemann bauen fällt aus, Kameraden. Shit, auch mein geliebter alter Schlitten „Rosebud“ bleibt im Keller. Apropos: Warum heißen die unehelichen Kinder in Game of Thrones eigentlich immer mit Nachnamen „Schnee“? Bastarde nennt man die ja auch. Lebt der John Schnee eigentlich in der siebten Staffel noch? Ach stimmt, der ist ja wiederauferstanden bzw. wurde wiederbelebt oder so ähnlich. Eigentlich ziemlich empörend und stigmatisierend, uneheliche Kinder als Bastarde zu bezeichnen. Wäre ja mal eine Aufgabe für Schneeflöckchen, die sich dran abarbeiten könnten, um die diskriminierende Welt von Westeros zu bereinigen – Pippi Langstrumpf und der Neger Nobi lassen grüßen … Na egal, frohe Weihnachten!

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Nachtrag: Die Kunst, Recht zu behalten

Drei argumentative Kunstgriffe nach Schopenhauer, die uns bekannt vorkommen:

„Kunstgriff 29
Merkt man, daß man geschlagen wird, so macht man eine Diversion: d. h. fängt mit einem Male von etwas ganz anderm an, als gehörte es zur Sache und wäre ein Argument gegen den Gegner. Dies geschieht mit einiger Bescheidenheit, wenn die Diversion doch noch überhaupt das thema quaestionis betrifft; unverschämt, wenn es bloß den Gegner angeht und gar nicht von der Sache redet. Continue reading Nachtrag: Die Kunst, Recht zu behalten

Dryland

Storm

Der hohe Wellengang machte der abgehalfterten Yacht schwer zu schaffen. Auf hoher See war sie von heftigem Wetter überrascht worden und hatte mit schweren Sturmböen von weit über 40 Knoten Windgeschwindigkeit zu kämpfen. Zu allem Übel schien jetzt auch noch der alte Dieselmotor zu versagen, der doch das Boot seit vielen Jahren zuverlässig angetrieben hatte. Er stotterte ab und zu und verlor spürbar an Leistung. Vielleicht hätte man auf die letzte planmäßige Wartung nicht aus Kostengründen verzichten sollen oder dem Boot auch mal eine Generalüberholung gönnen sollen. Egal, dachte die Frau in der Kabine. Nun war der Sturm eben da. Gegen die Natur war man ohnehin machtlos. Wenn der Bug in die Wellentäler abtauchte, spritzte schäumende Gicht an die beschlagenen Plexiglasscheiben der Kabine. Vom überspülten Deck aus floss ein allmählich stärker werdendes Rinnsal, den Gesetzen der Schwerkraft gehorchend, über die Treppe hinab. Unerträglich, seufzte die Frau und hielt dem erschöpften Kellner wortlos ihr geleertes Sektglas hin. Das letzte übrig gebliebene Besatzungsmitglied schenkte ihr noch ein letztes Mal wortlos nach und entfernte sich dann hastig, um seine Schwimmweste anzulegen. Er blickte sich nicht um. Eine unerträgliche Vorstellung, dachte die Frau, die einst Schauspielerin gewesen war und sich dann für einen Wechsel in die Politik entschieden hatte. Nein, die Vorstellung, nur noch Mineralwasser aus Flaschen trinken zu müssen, das um ein Vielfaches teurer als Trinkwasser aus der Leitung war, musste für jede engagierte Frau mit sozialem Gewissen empörend, einfach unerträglich sein. Solch ein Land wäre nicht mehr ihr Land, setzte sie ihren Gedankengang wie in einer eingefahrenen Schleife fort. Das wäre Dryland, ein eintöniges graues Land, in dem nur noch Sukkulenten, Kakteen und speziell angepasste Kartoffelsorten gedeihen würden und in dem die Menschen schlussendlich verdursten würden. Das durfte die couragierte Zivilgesellschaft nicht zulassen. Continue reading Dryland

Dingdong …

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich es bei Ernst Jünger oder Erich Maria Remarque las, aber einer von beiden schrieb, dass man unter heftigem Artilleriebeschuss bevorzugt in frischen Granattrichtern Zuflucht suchte und dort in Deckung blieb, da man es für unwahrscheinlich hielt, dass Granaten zweimal hintereinander am selben Ort einschlagen. Der sicherste Weihnachtsmarkt Deutschlands befindet sich in diesem Jahr bestimmt auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Auch in Potsdam dürfte ein explosiver oder anderweitig verstörend wirkender Vorfall ab heute eher unwahrscheinlich sein, oder zählt ein entschärftes Böllerpaket mit Nägeln nicht? Zu unser aller Wohlergehen schießen derweil allerorten sog. Merkel-Steine und Stahlpoller aus dem Boden wie Pilze nach einem sanften Regenguss. Bunt bemalte und festlich geschmückte Lkw-Sperren bieten wertvolle Momente zum Innehalten – Winterzeit, Zeit der Entschleunigung, Zeit der Besinnlichkeit. Dingdong, Klingeling …

Marxistische Genderisten

Bin vorhin noch einmal über einen Artikel gestolpert, in dem der wackere Hadmut Danisch eine Genderistin zitiert, die sich auf Marx beruft. Hatte ich ja schon mal erwähnt, warum ich derlei Zeugs für Unsinn halte. Aber amüsant schon: Geschlechterverhältnisse seien Produktionsverhältnisse, weil sie Leben produzieren.  ;-)
Nach meinem Verständnis widerspricht der ursprüngliche Marxismus, dessen Kern die materialistische Philosophie ist, dem Genderismus diametral. Keine Ahnung, ob man dann Kultur-, Neomarxismus, Frankfurter Schule usw. ins Spiel bringt, da kann man wahrscheinlich sowieso jeglichen Unsinn ableiten (vielleicht so ähnlich wie bei „Neoliberalismus“ (als Totschlagvokabel) versus „klassischer Liberalismus“). Continue reading Marxistische Genderisten