Mission Accomplished

In einem seiner Memoranden, die Osama bin Laden einst per USB-Stick und Kurier direkt an seine Unterführer und Getreuen in aller Welt versandte, beschrieb er unter anderem, wie man Deutschland in die Knie zwingen könne. Man müsse lediglich deutsche Autos boykottieren, denn wenn man die Autoindustrie und deren Zuliefererbranchen schwäche, von denen fast alle übrigen volkswirtschaftlich wichtigen Sektoren abhingen, könne man dieses verhasste Land der Ungläubigen mitten ins Herz treffen. Wäre er nicht auf Obamas Geheiß erschossen worden, würde es Bin Laden vielleicht sogar amüsieren, noch zu erleben, wie sich die einst beeindruckende deutsche Autoindustrie allein von ein paar verrückt gewordenen Umweltverbänden und den eigenen deutschen Politikern demontieren lässt und wie sich dieses Land ganz ohne seine tätige Mithilfe auf allen Ebenen selbst zerlegt.

Die Welt in der wir leb(t)en …

Einmal, so kann ich mich erinnern, hatten wir vertretungsweise einen anderen als unseren gewohnten Dozenten für Marxismus-Leninismus. Wissenschaftlicher Kommunismus, so hieß das Fach, und die frisch geklonten Dozenten kamen vom Lehrstuhl für Gesellschaftswissenschaften. Einige schienen recht umgänglich zu sein, schlau auch, wagten gelegentlich einen Blick hinter die Fassade, verpackten Kritik rhetorisch geschickt in einer gesunden Portion Zynismus. Dieser Mann jedenfalls, nicht mehr ganz jung, im besten Alter – daran kann ich mich noch so gut erinnern, weil wir den nur ein einziges Mal im Seminar sahen, danach tauchte der aus irgendeinem Grund nie wieder auf – der erzählte irgendwann beiläufig, dass er neulich mal von diesem ominösen George Orwell den Roman „1984“ gelesen habe. Bei der Lektüre sei ihm klargeworden, dass bei uns in der sozialistischen Gesellschaft eigentlich alles ganz genau so sei, wie Orwell es damals schon beschrieben habe, nur dass wir nicht den ganzen Tag lang im Blaumann bzw. in Einheitskleidung herumlaufen würden. Kurze Totenstille im Raum, man hätte wohl die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Na ja, kaum jemand kannte den besagten Roman; Orwell bekam man als Normalbürger nicht zu lesen, aber als Gesellschaftswissenschaftler hatte man auch Zugang zum Giftschrank. Ich kannte Orwell auch nur dem Namen nach; man hatte eigentlich nur irgendwann gesagt bekommen oder nebenbei gehört, welch ein übles, den Sozialismus diffamierendes Machwerk 1984 sei. Dieser Seminarleiter ließ seiner Äußerung wohlweislich keine Erklärung folgen und wechselte das Thema, ließ uns also im Ungewissen darüber, ob seine Einlassung wirklich systemkritisch gemeint war, denn man hätte da wohlmeinend durchaus behaupten können, dass er die orwellsche Realität für unerlässlich hält und befürwortet. Vielleicht war’s ja auch so. Daher mein Rat im Rückblick auf eine kommode Diktatur: Wer nicht sagt, was er meint, kann nicht meinen, was er sagt. Andererseits gilt auch: Nichts erklären, denn was man ohne Erklärung nicht versteht, versteht man auch nicht mit Erklärung, wie auch der von mir hochgeschätzte Autor Haruki Murakami in „1Q84“ schrieb …

Das Ende vom Lied …

Die Luft wird allmählich dünner für Facebook und Twitter. Den sozialen Netzwerken laufen die Nutzer davon. Unnötig zu erwähnen, warum das so ist …
Die Nutzerzahlen beider Online-Netzwerke sind rückläufig oder stagnieren bestenfalls. Nach schwachen Geschäftszahlen brachen die Aktien der beiden börsennotierten Konzerne in der letzten Woche massiv ein. Den Anfang machte Facebook, das ein schleppendes Nutzerwachstum auswies und zudem einen schwachen Ausblick lieferte. Die Zahl der täglich und monatlich aktiven Facebook-Nutzer sei überraschend deutlich zurückgegangen, hieß es. So etwas schmeckt Anlegern und Analysten bekanntlich gar nicht. Die Facebook-Aktie stürzte daraufhin um ca. 20 Prozent ab. Der Börsenwert des US-Konzerns sank so an einem Tag um etwa 120 Mrd. Dollar. War wohl der höchste prozentuale Kursrückgang der Aktie seit Erstnotiz. Aber verzagen wir nicht. Für Anleger vielleicht eine gute Kaufgelegenheit. So wie 2001, als die vielen hoffnungsvollen Internetunternehmen der New Economy-Ära ebenfalls zunächst kleine Wachstumsdellen verzeichneten. Danach ging’s dann richtig abwärts … Continue reading Das Ende vom Lied …

Frau Merkel besucht ihr Volk …

Die gute Frau Merkel hat bekanntlich gestern ihr Wahlversprechen erfüllt. Jetzt vertrau ich der Frau Merkel noch viel mehr als früher. Weil ich nämlich weiß, dass die Frau Merkel ihr Wort hält. Wurde gestern auf allen Kanälen lang und breit drüber berichtet, und das hat garantiert auch jeder Weltbürger mitbekommen, und selbst Leute wie ich haben das im Autoradio gehört und den passend geschnittenen Videoclip dann sogar noch ganz spät in den Vox-Nachrichten gesehen: Frau Merkel hat doch tatsächlich ein richtiges Pflegeheim besucht und mit einem offenbar schon länger hier lebenden Pfleger gesprochen, und einer älteren, schon ganz lange hier lebenden Frau hat sie kurz den Arm getätschelt und ein paar vorgestanzte, aufmunternde Worte hat sie bestimmt auch gestammelt. Oh, das ist so unglaublich bewegend, dass da alle anderen schrecklichen Meldungen des Monats in den Hintergrund treten, denn die Frau Merkel, die hat’s wirklich drauf, niemand sonst tut so viel Gutes, schon gar nicht würden diese AfD-Typen so etwas tun, das weiß man – ja, weiß Gott eine herkulische Aufgabe – wo man doch weiß, dass die Frau Merkel immer so beschäftigt ist, und sie tut es nur für uns – sich in den Dienstwagen zu setzen, ins Pflegeheim fahren zu lassen, auszusteigen, vor den Kameras durch ein paar Räume zu watscheln und dann diese mutige Ansprache, in der sie wieder den Pflegenotstand anspricht.
Was kaum jemand weiß: Kurz danach soll Frau Merkel den örtlichen Supermarkt in der Nähe des Pflegeheims besucht und angesichts der prall gefüllten Regale und Einkaufswagen triumphierend geäußert haben, dass man doch deutlich sehen könne, dass niemandem in Deutschland etwas weggenommen werde. Das sei der Beweis. Ihre an die Verkäuferinnen gerichteten mahnenden Worte, stets ein freundliches Gesicht zu zeigen, wurden allerdings mit einigen Eierwürfen aus dem Hintergrund beantwortet, woraufhin in der geladenen Atmosphäre ein kurzes Handgemenge entstand. Fluchtartig soll Frau Merkel den Ort verlassen haben. Wurde natürlich alles nicht gezeigt in den Nachrichten …

Mit Rücken ist nicht zu spaßen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fühlt sich trotz seiner akuten „Rückenprobleme“ fit für sein Amt und will es weiter ausüben. Bravo!
Der vor Jahren verstorbene russische Ex-Präsident Boris Jelzin litt in den 90er Jahren übrigens auch an Rückenproblemen, welche im Laufe seiner Amtszeit(en) immer stärker zu Tage traten. Laut Aussage seiner damaligen Mitarbeiter soll er zeitweise schon vormittags um 11 Uhr im Kreml nicht mehr ansprechbar gewesen sein, wenn er es mit der Einnahme seiner hochwirksamen Rückentinktur etwas übertrieben hatte. Einmal verschlief er gar einen Staatsbesuch in der Regierungsmaschine. Klarer Fall von Rücken. Taumelnder Gang, lallende Sprechweise, angeheiterter Zustand und starke Müdigkeit waren auch als Symptome des junckerschen Rückenleidens früher schon auf einigen Videoclips zu beobachten. Letztlich nicht verwunderlich: Ohne Rückgrat schmerzt der Rücken. Na, aber der Jean-Claude wird sein Rückenleiden schon unter Kontrolle haben. So wie der Martin, denke ich. Wünsche dann mal gute Besserung.