Totalitarismus

Kurz notiert: Ein wesentliches Merkmal totalitärer Systeme (im Unterschied zu lediglich autoritär geprägten Staatsformen) ist eine der Gesellschaft aufgezwungene Ideologie, die alle Lebensbereiche durchdringt und deren Einfluss man sich als Bürger weder im Berufs- noch im Privatleben gefahrlos entziehen kann.
Dieser Einfluss äußert sich u. a. in einem hohen Bekenntniszwang bzw. -druck in der Öffentlichkeit, dessen Intensität besonders in Zeiten des Verfalls oder bei schwächelnden Regimes zunimmt, bis er nur irgendwann die Form ritualisierter Phrasen und formelhafter Beschwörungen annimmt.
Kein Lebenssphäre bleibt dabei ausgespart, weder Kultur noch Sport, Freizeit, Verkehr oder Partnerwahl – alles wird mit einem totalitär wirkenden ideologischen Virus infiziert, der sich durch umfassend wirkende existenzielle Zwänge immer weiter ausbreitet. Existiert ein totalitäres Regime generationsübergreifend, so nehmen Kinder und Jugendliche den Totalitarismus und die aufoktroyierte Ideologie weitgehend als Normalität wahr; sie kennen schließlich von Kindesbeinen an keine andere Realität, keine anderen als die von ihren Lehrern und medialen Faktenerfindern vermittelten Ansichten – im Gegensatz zu ihren Eltern, die vielleicht noch „Zwiedenken“ und „Doppelsprech“ (Orwell) verinnerlicht und sich so gleichsam eine zweite (äußere) Haut zugelegt haben. Kommt einem bekannt vor, ja?

Kleine Christenlehre

Heinrich Bedford-Strohm (HBS), der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche – das ist einer von diesen christlichen Würdenträgern, die kürzlich bei einem Besuch in Jerusalem eilfertig ihre Kreuze abgelegt hatten, was weltweit als Geste der Unterwerfung interpretiert worden war – also dieser evangelische Oberhirte verkündete vor einiger Zeit bei einer Trauerpredigt aus Anlass der bestialischen Ermordung einer jungen Frau durch einen marokkanischen Lastwagenfahrer im Sommer: „Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie aus dem Misstrauen heraus gelebt hätte. Aber wäre das das bessere Leben gewesen?“ Sprach’s und schneuzte sich wahrscheinlich kurz in sein mit Goldfäden besticktes Taschentuch. Lieber tot als ein Feind der Willkommenskultur!

Nun, vielleicht würde es einem Pfaffengehirn auf die Sprünge helfen, wenn es versuchen würde, mal ausnahmsweise die Opferperspektive einzunehmen. Im Angesicht des Todes fragt das Opfer jedenfalls nicht, welches das „bessere Leben“ gewesen wäre. Es stellt sich überhaupt nur eine einzige Frage: Ist es wünschenswerter, aus Naivität oder Unvorsichtigkeit im Zeichen der sog. Willkommenskultur qualvoll ermordet zu werden oder mit der gebotenen Vorsicht in Frieden und Sicherheit weiterzuleben, d. h. ein längeres und erfülltes Leben zu führen, vielleicht sogar glücklich zu werden, eine Familie zu haben usw.?
Welche Wahl würde ein Mordopfer treffen, angenommen, man könnte die Ermordete wiederbeleben oder den Gesetzen der Physik zum Trotze aus dem Jenseits zurückholen? Leben oder Tod.
Leben bedingt Vorsicht, Besonnenheit, Misstrauen gegenüber dem Unbekannten, dem Fremden. Vertraut man dem Falschen, stirbt man, wenn man Pech hat. Nicht umsonst hieß es in der bösen alten Zeit, Vertrauen muss man sich verdienen …

Man kann wohl mit Fug und Recht unterstellen, dass kein Mordopfer wissentlich seinen qualvollen Tod in Kauf nehmen würde, nur um nicht als misstrauisch oder etwa rassistisch zu gelten – niemand wollte oder will sterben. Die ermordete Sophia hätte unter allen Umständen weiterleben wollen. Natürlich hätte sie alles für ihr Überleben getan, wenn sie die Zeit hätte zurückdrehen können. Könnte sie – und das gilt für alle in den letzten Jahren ermordeten Mädchen und Frauen – ihr Leben mit all dem Wissen um die zuletzt durchlebten Qualen noch einmal leben, würde sie sich mit Sicherheit anders verhalten, mit der gebotenen Vorsicht, Besonnenheit und sicherlich mit einem natürlichen Misstrauen gegenüber Fremden. Vermutlich würde sie, um sich und anderen Opfern das gleiche tragische Schicksal zu ersparen, sich auch ihrer früheren politischen Naivität bewusst sein und sich möglicherweise gar bei der AfD oder den Identitären engagieren. Ist doch völlig logisch oder? Wäre jedenfalls viel naheliegender, als perfiderweise anzunehmen, dass sie ihren tödlichen Multikulti-Irrweg noch einmal beschreiten würde, der sie letztlich zu ihrem Mörder in die Fahrerkabine eines Lkw steigen ließ. Da Tote aber keine eigene Stimme mehr haben, instrumentalisiert und entehrt man sie gerade dadurch, indem man postum irgendwelche politisch motivierten Stiftungen in ihrem Namen gründet oder den Gedanken leugnet bzw. negiert, dass die Opfer im Überlebensfalle ihre politische Einstellung mit einiger Berechtigung hätten ändern können … aber natürlich werden Prediger weiterhin versuchen, Morde an Deutschen in ihrem Sinne zu instrumentalisieren und Menschen auf dem Altar ihrer vermeintlichen Willkommenskultur zu opfern. Continue reading Kleine Christenlehre