Control

DSCN2590_Space

Man sieht, hört, spürt es täglich: Es geht nichts mehr voran. Warum gibt’s eigentlich keine echten Innovationen mehr, keine bahnbrechenden Erfindungen, keine revolutionären Technologien, keine spürbaren Fortschritte in Wissenschaft und Technik – keine fliegenden Autos, sondern nur die berüchtigten 140 Zeichen, mittlerweile sind’s zwar einige mehr – aber bezüglich technologischer Forschung meist nur hohles Geschwätz und politischen Aktionismus?

Man gewinnt zunehmend den Eindruck, die Menschheit würde degenerieren. Liegt Peak Intelligence wirklich schon hinter uns, wie auch neuere Studien zur IQ-Verteilung in einigen Ländern nahelegen, oder liegt’s vielleicht an den unvermeidbaren Quoten, so dass die echten Genies und Talente irgendwo versauern, da sie weder Förderung noch Chancen oder Mittel erhalten? Einen möglichen, durchaus schlüssigen Erklärungsansatz bietet Daniel Suarez in seinem SF-Thriller „Control“.

John Grady, hochtalentierter Autodidakt, der seinen Abschluss in Physik im Fernstudium erworben hat, und Gründer eines kleinen, weitgehend unbekannten Technologie-Startups im Silicon Valley, hat ein Verfahren zur Manipulation von Gravitationswellen entdeckt. Seine bahnbrechende Erfindung, die der gleichermaßen geniale wie bescheidene Physiker schlicht „Gravitationsspiegel“ nennt, hat das Potenzial, ein neues technologisches Zeitalter der Menschheit einzuleiten. Die Menschheit könnte die Welt, ach was sag ich, das Universum aus den Angeln heben und noch viel mehr. Ruhm, Geld und Nobelpreis sind ihm so gut wie sicher, woran dem sympathischen Tüftler natürlich nicht gelegen ist, versteht sich, denn der ist ja einer von den Guten. Dann passiert aber was – etwas Schlimmes, Teuflisches, Schurkisches … Und das, was da passiert, erklärt all das, worüber viele kluge Köpfe, einschließlich Hadmut Danisch, schon seit langem rätseln und sinnieren …
Continue reading Control

Denkzettel?

Einen Denkzettel verpasst man einem Schüler, der einen verzeihlichen Fehler begangen hat. Jener gelobt Besserung, und schon bald ist alles vergessen. Man hat sich wieder lieb … Ein Denkzettel ist ein symbolischer Ordnungsruf, ein warnend erhobener Zeigefinger. Nur einen Denkzettel hätten die Wähler den Altparteien in Hessen verpassen wollen, so wiederholen die staatsnahen Medien ihre einstudierte Beschwörungsformel. So wird selbst noch diese vernichtende Niederlage im Geplapper der bezahlten Sprechpuppen und gedungenen Wahlversteher der parteinahen Medien kleingeredet, verniedlicht und verharmlost. Kurz innehalten, aber im Grunde kann’s mit denselben oder wechselnden Koalitionspartnern weitergehen wie bisher …
War das eine Denkzettelwahl in Hessen? Oder war es nicht eher ein endgültiges, grundsätzliches Misstrauensvotum, vom (mehr oder weniger) mündigen Wähler nach reiflicher Überlegung getroffen? Die verlorenen Wähler würden dann wohl auch bei der nächsten Wahl nicht in den sterbenden Schoß dieser einstigen Volksparteien zurückkriechen. Nie wieder. Erdrutschartige Verluste von CDU/SPD sind die Quittung für dauernden Landesverrat in Parteiform. SPD und CDU gehören verdientermaßen auf den Müll- bzw. Komposthaufen der deutschen Parteiengeschichte … Mahlzeit!