Almost Clean

DSCN2590_Space„Dann wäre ja alles in Ordnung. Da gäbe es nur noch eine Sache, die wir abklären müssten, bevor ich Ihre Bewerbung an den Rekrutierungsausschuss weiterreiche“, erklärte der Personalchef zum Abschluss meines Vorstellungsgesprächs. „Sind Sie clean? Wirklich clean?“
Ich stutzte einen Augenblick lang. Sollte das eine Fangfrage sein? „Clean? Natürlich nehme ich keine Drogen, was dachten Sie denn? Ich trinke auch nicht, also kaum, nur gelegentlich mal ein Bier zum Feierabend. Manchmal auch zwei oder einen Schnaps, aber das ist eher selten. Und Bier nur aus umweltfreundlichen Mehrwegflaschen.“
„Nein, nein“, winkte der Mann hinter seinem Schreibtisch ab. „Ihre Konsumgewohnheiten interessieren uns eher weniger. Das ist Ihre Privatsache. Immerhin leben wir in Berlin, nicht etwa im rückständigen Bayern. Da wollen wir auch nicht päpstlicher sein als der Papst …“ Er hüstelte verstohlen.
„Clean im sozialen Sinne, meine ich. Sagt man jetzt so. Also ob Sie in den sozialen Netzwerken, in Ihrem früheren Umfeld oder allgemein im Internet gewisse Spuren hinterlassen haben. Spuren, die Sie und damit uns als Ihren potenziellen Arbeitgeber in ein schlechtes Licht rücken könnten. Sie wissen doch sicher, was ich damit meine …“ Er ließ seinen Ausführungen eine bedeutungsschwere Pause folgen. Continue reading Almost Clean

Dream Flight

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Irgendetwas muss da gewesen sein, das mich aus dem Schlaf hochschrecken ließ. Reflexartig wischte ich mir ein paar Schweißtropfen von der Stirn und drehte das Lüftungsventil über meinem Kopf etwas weiter auf. Nein, ich hatte höchstens gedöst, nicht richtig geschlafen. Für ein erholsames Nickerchen waren mir die engen Flugzeugsitze sowieso immer zu unbequem. Aber irgendwas hatte ich doch geträumt, irgendwelchen Blödsinn. Was war das gleich? Hmm, es ging um etwas, das mein Vater mir noch hatte sagen wollen, bevor er damals … Wie eine verwehende Spur im Sand war da eine verlöschende Erinnerung in meinem Bewusstsein, doch das Ende des Traumfadens entglitt mir, sobald ich danach greifen wollte.

Das beruhigend summende, gelegentlich auf- und abschwellende Geräusch der leistungsstarken Triebwerke des Jumbos hatte eine einschläfernde Wirkung auf mich. Ich fühlte ich mich jetzt erst recht müde und zerschlagen. Wir waren früh gestartet, hatten pünktlich abgehoben, aber der Flug war zu früh für mich. Irgendwie ist es immer zu früh. „War da was?“, warf ich meinem korpulenten Sitznachbarn auf der linken Seite fragend zu, der einen der von vielen begehrten Fensterplätze bekommen hatte, von denen man direkt auf die Tragflächen schauen kann. Ich halte mich von Fensterplätzen fern, soweit es geht. Zu viel schädliche UV-Strahlung in großer Flughöhe. Mein Sitznachbar, ein feister Business- oder Vertriebstyp, würdigte mich keiner Antwort, sondern starrte nur wie gebannt durch das rundliche Polycarbonatfenster nach draußen. Abgesehen von der niedrig stehenden Wolkendecke sah man ab der Spitze der Tragflächen bis zum Horizont praktisch nichts. Auf den Tragflächen glaubte ich eine dünne Eisschicht zu erkennen. Nichts, was Anlass zur Sorge geben müsste. „Kann ich bitte nen Tomatensaft bekommen?“, wandte ich mich an die  vorbeihuschende schwarzhaarige Flugbegleiterin. Keine Antwort. Sie hatte es wohl eilig gehabt oder mich gar nicht gehört. Wortlos verschwand sie hinter dem Vorhang in der ersten Klasse.
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Also, äh, klingt vielleicht etwas seltsam …

… aber egal. Neulich schlenderte ich doch mal wieder über den Alexanderplatz – muss ich jetzt mal kurz erzählen, bevor es mit den wichtigen Themen unserer Zeit weitergeht. Jedenfalls dort, direkt auf dem Platz steht seit kurzem ein Container mit einer eigenen Polizeiwache. Ja, haben sie da eingerichtet, damit der Anfahrtsweg nicht so weit ist. Die haben ja immer gut zu tun in ihrem Revier. Vielleicht sollten die Polizei-Homies da auch mal rappen, so wie neulich in dem supercoolen Toleristen-Video der Berliner Polizei, oder sie könnten unter der Weltzeituhr ihre Namen und Dienstnummern tanzen. Hilft vielleicht. Es beruhigt Mensch und Tier, und gesund ist es auch. Das aber nur am Rande erwähnt …
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Zum globalen Migrationspakt …

Aus Michael Klonovskys Diarium (7.11.2018) treffenderweise zitiert: …
Am Beispiel des globalen Migrationspaktes, in dem sich eine absonderliche Allianz aus sozialistischen Traumtänzern und globalistischen Absahnern zusammenfindet, kann man sehr schön die Macht und segensreiche Wirkung der sogenannten alternativen Medien inmitten ihrer alternativlosen älteren Geschwister studieren, denn nur diesen ist es zu verdanken, dass der Inhalt des “Global Compact” überhaupt die Öffentlichkeit erreicht hat. Wer sich informieren möchte, dem empfehle ich die Lektüre der sehr kundigen Darlegungen von Alexander Wendt (hier), Dushan Wegner (hier), Vera Lengsfeld (hier), der Neuen Zürcher Zeitung (hier) und von Markus Vahlefeld (hier). Natürlich hat die Gegenseite mobil gemacht, man versucht, die Kritiker des “Global Compact” als rechtsrassistischewiggestrigdumpfbraune Verschwörungstheoretiker zu denunzieren und die Auswirkungen des Papiers zu verniedlichen – wer sich amüsieren will, studiere die offizielle Auskunft der CDU (hier), die nicht einmal mehr dort geglaubt wird –, doch das Dementi verrät die Ertappten, die Medienfront wird von Desertionen erschüttert, und Teile der Union und die FDP wollen morgen die Zustimmung verweigern bzw. an Bedingungen knüpfen, sofern man die Tolldreisten nicht über Nacht noch auf Linie gebracht haben wird; wäre ja nicht das erstemal.

Zum vollständigen Beitrag hier entlang:
https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/987-7-november-2018

Sag beim Abschied leise Servus …

So trällerte man einst. Nicht so Hans-Georg Maaßen, der scheidende Chef des Verfassungsschutzes, der mit seiner fulminanten Abschiedsrede noch einmal kräftig im Berliner Wespennest herumstocherte, woraufhin ein allgemeines Gewinsel, Gejammer und Gekläffe der Be- und Getroffenen anhob … Hans-Georg Maaßen, der als bekanntester und womöglich kompetentester deutscher Geheimdienstchef seit Markus Wolf in die Annalen eingehen wird, wäre nicht der Mann, für den ich ihn halte, wenn er die daraus für ihn erwachsenden Folgen nicht einkalkuliert hätte. Durchaus anzunehmen, dass man von ihm auf dem Feld der Politik noch hören wird. Abgesehen davon, dass nichts von dem, was er sagte, in irgendeiner Weise skandalös oder falsch war, halte ich seine Versetzung in den Ruhestand für einen taktischen Fehler der Merkel/Seehofer/Nahles-Administration. Im Innenministerium auf einem Beraterposten hätte man ihn unter Kontrolle gehabt und gewissermaßen an der kurzen Leine führen können. Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher, so sagt man doch? Möglicherweise hat H.-G. Maaßen seine jetzige Entlassung daher bewusst provoziert. Hatte vielleicht keine Lust, seine letzten Dienstjahre noch als besserer Bettvorleger im Innenministerium zu absolvieren. Völlig richtig, was er sagte: Hetzjagd-Lüge etc. pp.; es gibt linksradikale Kräfte in der SPD, die ihn aus dem Weg haben wollten, und die Flüchtlingspolitik (Merkels) ist/war naiv und links. Und die getroffenen Hunde bellten wie bestellt …

Hans-Georg Maaßen verlässt den Dienst hoch erhobenen Hauptes; er ist frei und kann neu durchstarten; er wird auf seine nationalen und internationalen Kontakte und Verbindungen zugreifen können; und wer weiß, ob nicht von Zeit zu Zeit mal belastende Details aus dem Berliner Sumpf aus irgendwelchen geheimen Dossiers durchsickern … aber andererseits, welche verruchten Taten könnten das schon sein, die einer/einem bundesdeutschen Politiker(in) anno 2018 noch schaden könnten?

Maaßens (linker) Nachfolger auf dem Posten des obersten Verfassungsschützers wird sich absehbar kaum sträuben, die AfD (und alle als rechts eingestuften Organisationen) unter Beobachtung zu stellen. Zunächst dürften aber personelle Säuberungen innerhalb des Inlandsnachrichtendienstes anstehen. Schätze, dass der/die neue Chef(in) sich als Erstes der Aufgabe zuwenden wird, die Reihen seiner Mitarbeiter von Sympathisanten ihres Ex-Chefs zu säubern.