Die Geschichte vom Frosch

Frosch
… Einige Frösche überlebten ihre Auswanderung aus dem heimischen Tümpel, die sie in einem riskanten Hüpfmanöver über die gefährliche Asphaltstraße geführt hatte, und fanden einen neuen Unterschlupf – doch ihre Heimat Froschland sollten sie nie wiedersehen.

Zwei todesmutige Exemplare waren sich beim gefährlichen Zickzack-Parcours über die Straße begegnet und hatten gleichzeitig den rettenden Grünstreifen auf der anderen Seite der Straße erreicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause beschlossen sie, sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen feuchten Zuhause zu begeben.
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Kurzer Auswurf

„Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben“, plapperte Frank-Walter Steinmeier unmaskiert und ungeniert in seiner jüngsten Videobotschaft.
Findet den bzw.  die Fehler!

Tanz der Masken

Der Wert bzw. die Bedeutung eines Mundschutzes liegt vielleicht nicht so sehr in seiner etwaigen Schutzwirkung, sondern in dem dadurch ausgedrückten Bekenntnis.

Nach außen hin unübersehbar ist es ein textil gefasstes Gelöbnis, eine Unterwerfungsgeste, zugleich auch ein stummer Vorwurf, in gebückter, fast unterwürfiger Haltung an die nicht maskierten Passanten, Kunden, Vorbeigehenden gerichtet: „Ich schweige und gehorche.“ Und Du? Weigerst dich noch, und schützt dein Umfeld nicht, du Ferkel, du Seuchenvogel?

Ich trage einen schneeweißen Mundschutz, weil ich unserer weisen und umsichtigen Regierung vertraue, die dies auf Anraten der vereinten „Wissenschaft“ empfiehlt. Die „Wissenschaft“ irrt nicht. Nie.
Selbst gebastelter Mundschutz, der in den offiziellen Abgabestellen knapp ist, steht sogar höher im Kurs, weil er von Eigeninitiative und besonderem Engagement zeugt. Ähnlich wie die provisorischen Strumpfmasken mit den eingelegten Taschentüchern, die wir früher in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) zum Schutz vor dem radioaktiven Fallout bastelten.

Ich lege in vorauseilendem Gehorsam meine Maske an, auch wenn dies von der Berliner Obrigkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht befohlen wurde.
Noch ein Vorteil: Der Mundschutz ist der neue Maulkorb.
So wie wir uns heute schützen, werden wir morgen leben.
Mit selbst angelegtem Maulkorb … mit Ausgangsbeschränkungen und absehbar steigenden finanziellen Belastungen, denn irgendjemand wird die Kosten des umfassenden Stillstands tragen müssen. Katerstimmung garantiert. Aber das nehmen wir in Kauf. Wir wissen: Nach der Krise werden wir bzw. die Überlebenden alle etwas ärmer und unfreier sein. Aber dafür natürlich auch glücklicher, gesünder – bis zur nächsten Pandemie …
Und so tragen wir voller Stolz unseren Mundschutz, so wie einst das rote Halstuch der Thälmannpioniere oder das blaue FDJ-Hemd …
Für Frieden und Toleranz – bleibt gesund, Bürger und Bürgerinnen, denn (mindestens) Eure Organe werden noch benötigt!

Fliegen-Déjà-vu

Bis eben war es ruhig. Jetzt nicht mehr. Die erste Stubenfliege ist aus ihrem Winterschlaf erwacht, aus ihrem Versteck gekrochen und schwirrt im Raum herum, den man Arbeitszimmer nennen könnte. ​Ich hatte in den letzten Monaten vergessen, wie störend diese fliegenden Plagegeister sein können. Man kann sich schlecht konzentrieren, wenn eine muntere Fliege hier ihre Runden dreht. Sie ist nicht groß, auch nicht klein. Eher unauffällig. Sticht nicht, macht nichts, außer dass sie ständig in Bewegung ist. Jetzt ist sie erstmal weg, krabbelt bestimmt in einer Ecke herum. Die gemeine deutsche Stubenfliege. Irgendetwas lockt sie wohl an: das hochfrequente Surren des Lüfters, das Klappern der harten Tastaturanschläge, der Kaffeeduft? So wie jedes Jahr. Alles wie immer. Die Stubenfliege bleibt sich treu. Nichts hat sich verändert. Ich sollte vielleicht die grüne Fliegenklatsche holen und bereitlegen. Nur für den Fall, den äußersten Fall …

Heute oder gestern …

In meiner Straße, in meinem Viertel, da wird wieder mal ein Film gedreht … Wahrscheinlich hat ein Location Scout diese beschauliche Kiezgegend als perfekten Schauplatz einer Filmhandlung oder Doku-Soap identifiziert.
Wird langsam nervig. Seit etlichen Tagen geht das jetzt schon so. Oder seit Wochen? Keine Ahnung, wie viele Drehtage diese Filmaffen angesetzt haben. Die Szenerie wirkt etwas bizzar und hat etwas Gespenstisches. Dazu braucht man hier nicht viel Staffage. Es wirkt wie eine Art Truman-Show mit Laiendarstellern und Statisten, die so tun, als würden sie sich vor irgendwas fürchten … Laufen rum wie Falschgeld, blicken sich oft um, und wie die mich anschauen, wenn ich aus dem Haus rauskomme, wie sie versuchen, mir auszuweichen, so als hätte ich irgendeine ansteckende Krankheit … Weiß der Geier, was die hier für Szenen drehen. Passieren tut da jedenfalls nix. Den Leuten im Viertel hat man wohl gesagt, sie dürften ihre Wohnungen möglichst nicht verlasssen? Sauerei, mir hat keiner was gesagt. Hab diesmal auch keinen Mitwirkungsvertrag und keine Kohle gekriegt. Schweinerei. Werde da mal den Verantwortlichen suchen, den Aufnahmeleiter oder wie der heißt. Kameras müssen gut getarnt sein oder Mini-Videocams. Könnte fast ein Prequel zu “12 Monkeys” werden, so ein paar Wochen, bevor es begann … Im Kaufland auch, der Supermarkt hat jetzt einen morbiden Charme – den haben sie auch mit in die Handlung eingebaut.
Einige Statisten, die Kunden simulieren – Leichen auf Urlaub, dem Krankenhaus entsprungen, mundschutzbewehrte Mumien …  Nur die Tippelbrüder an der Ecke vor den Einkaufswagen mit ihren Bierflaschen, die stehen unbekümmert im Pulk beieinander und motzen rum. Die sind normal. Die spielen vielleicht auch gar nicht mit. Ich ja auch nicht. Ich lauf da nur so als gesetzestreuer Anwohner herum. Ist vielleicht eine dieser neumodischen SF-Dokus – “Welt ohne Menschen” war ja auch hervorragend – das kam mal früher auf NTV, glaub ich …