Impfschutz

Schule, Ausbildung, Wehrdienst, Studium und Berufsleben in der DDR waren immer auch eine Impfung – eine ganzheitliche, lebenslang wirkende Grundimmunisierung gegen Totalitarismus, Sozialismus und Verlogenheit. Auch wenn die Injektionen teilweise schmerzhaft waren, bin ich für diesen Impfschutz heute dankbar. Danke liebe Lehrer, Parteifunktionäre, Offiziere, Dozenten, sozialistische Leiter et. al. Wer den Sozialismus bewusst er- bzw. gelebt hat, ist (im Erlebensfalle) geheilt und vor künftigen Ansteckungen geschützt, es sei denn, die Person war noch zu jung, um zu verstehen, oder sie spielte als überzeugter Erfüllungsgehilfe bzw. Täter* die Rolle eines gut geölten Rädchens im Getriebe dieses Repressionsapparats …
* Weibliches Tätergeschlecht gilt als inbegriffen.

Erklärungsansatz: Kulturwandel

Woher denn die immer weiter zunehmende Gewalt käme, das solle ich ihm mal erklären, schrieb mal vor Jahren ein Blogger. Man solle ihm aber nicht mit Politik kommen, denn die interessiere ihn nicht …
Nun denn, also ein kulturwissenschaftlicher Erklärungsansatz:
Die jüngsten Ausschreitungen in Dijon und Stuttgart lassen sich auch als Ausdruck eines fortgeschrittenen Kulturwandels interpretieren, der sich seit Jahrzehnten vollzieht. Dieser Kulturwandel wurde schon vor geraumer Zeit als „Prole Drift“ bezeichnet.
Der Grundgedanke dahinter ist, dass sich in früheren Epochen kulturelle Werte und ästhetische Wertvorstellungen in der Gesellschaft von oben nach unten verbreiteten, also von der Aristokratie geprägt, später vom Bürgertum bewahrt und dann auf die unteren Stände oder Schichten der Gesellschaft ausstrahlten und von diesen übernommen wurden. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich diese Entwicklung in den westlichen Industrieländern umgekehrt; die schöngeistige, vornehme Kultur wurde nach und nach durch eine vulgäre, körperlich orientierte und tendenziell gewaltverherrlichende Unterschichtskultur ersetzt, die vertikal in die Oberschicht(en) hineinwirkt. Diese destruktiv konnotierte Kultur, die sich an einer medial vermittelten (Möchtegern-)Gangster- und Hollywood-Kultur orientiert und diese nachahmt, gibt sich vulgär, protzig und ist in hohem Maße von körperlicher Gewalt fasziniert.

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It’s Party Time …

In Deutschland (Stuttgart) wie auch in Frankreich (Dijon) zeigte sich, dass die Polizei, die von weiten Teilen linker Medien als „rassistische Polizei des weißen  Mannes“ verunglimpft und geschmäht wird, im Falle unerwarterer Gewaltausbrüche bzw. massierter urbaner Ausschreitungen mit oder zwischen kriminellen Elementen kaum noch in der Lage ist, das Gewaltmonopol des Staates flächendeckend durchzusetzen, sich selbst vor Prügel und die Bevölkerung vor Plünderungen und Brandschatzungen zu schützen. Die herrschende Politik tut mit abwiegelnden und verschleiernden Formulierungen ihr Übriges (Narrativ: Junge (gelangweilte oder beruflich benachteiligte) Männer aus der Party- und Eventszene schlagen mal über die Stränge).  Das an früherer Stelle erwähnte Rassismus-Narrativ muss dabei die Polizei zusätzlich verunsichern und schwächen. Der Motivation eines Polizisten ist es sicherlich nicht zuträglich, wenn er wie in Berlin jederzeit damit rechnen muss, nach der Kontrolle eines Verdächtigen möglicherweise wegen Diskriminierung belangt zu werden. Auf den Knien rutschend wird die Polizei den prügelnden, plündernden, brandschatzenden Mob nicht aufhalten können.

Die Macht der Narrative

Nein. Es ist weder Bluff noch Verarsche, sondern ein fliegender Wechsel der Narrative. Das Corona-Narrativ, das seit März alle Schlagzeilen und Sendeplätze der BRD beherrschte, wurde flugs vom Rassismus-Narrativ abgelöst. Bis auf Widerruf ist jetzt Rassismus zur neuen Killerseuche erhoben. Warum man diesen Narrativ-Wechsel derart schnell und anstandslos vollzog, ist vermutlich in nicht unerheblichem Maße auf wirtschaftliche und budgetäre Gründe zurückzuführen. Es war nicht sinnvoll und angesichts der Stimmung in der BRD-Bevölkerung auch nicht durchsetzbar, das Corona-Narrativ in seiner Stringenz noch länger aufrechtzuerhalten; daher wird es vorerst auf kleiner Flamme weiterköcheln und möglicherweise bei Bedarf (Stichwort Impfzwang) wieder ordentlich aufgewärmt. Die Ausschreitungen in den USA waren ein willkommener Anlass, um von den überzogenen Lockdown-Maßnahmen und den Fehlprognosen merkelscher Hofvirologen abzulenken. Anstelle des Angst-Themas (Pandemie) wird nun ein Schuld-Thema (Rassismus) in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dazu braucht es nicht viel, ein paar Berichte, Features, dümmliche Tweets, Videoclips, Talkshows, in denen Zeugen über empörenden Rassismus der Deutschen im Alltag berichten usw. usf. So geht das. Continue reading Die Macht der Narrative

Guck mal, wer da kniet …

Ein Kniefall ist immer eine Unterwerfungsgeste oder ein Zeichen von Vergötterung bzw. höchster Bewunderung. Als kollektive oder symbolische Entschuldigung für einen Fall von Polizeigewalt oder koloniale Erbsünden taugt der Kniefall hingegen nicht. Bestenfalls macht man sich nur lächerlich, wenn man vor den falschen Götzen kniet. John Schnee, der Wächter des Nordens, wusste das, als er schließlich das Knie vor seiner Königin beugte. Beugt man aber das Knie vor dem Pöbel oder kriminellen Mob, muss man damit leben, dass man Hohn, Spott oder Verachtung erntet. Kann auch sein, dass man mit der Zeit Knieprobleme bekommt und irgendwann nicht mehr hochkommt. Man sollte nie auf die Knie gehen, wenn man nicht bereit ist, Schwänze zu lutschen, sagte einst der kluge Lude vom Kiez …