Ich weiß noch immer, was ich …

…  auf den Tag genau vor 19 Jahren getan habe. Ich kann mich sogar daran erinnern, was ich an diesem Tag gesehen, gefühlt und gedacht habe. Das kann man nicht von vielen Tagen behaupten.
Erstaunlich, wie lange das her ist. Wenn man bedenkt, dass mittlerweile schon die erste Generation volljährig geworden ist, die am 11.09.2001 noch nicht geboren war oder diese Zeit um 9/11 herum jedenfalls noch nicht bewusst miterlebt hat. Es gibt im Leben nur wenige einschneidende und prägende Ereignisse oder Erlebnisse, an die man sich auch Jahrzehnte später noch in allen Einzelheiten erinnert. Es sind dies Zeiten oder Momente, in denen man vielleicht schmerzlich erkennt und begreift, dass eine bestimmte Zeit und Lebensweise, an die man sich trotz ihrer Unvollkommenheit gewöhnt hat, mit der man sich irgendwie arrangiert und in der man sich auch eingerichtet hatte, jetzt vorbei ist, unwiederbringlich – und dass eine neue Ära anbricht, voller Ungewissheit, Unsicherheit und Zweifel …
Ich weiß sogar noch, was ich vor 31 Jahren getan habe. Das ist natürlich schon verdammt lang her. Am 11. September 1989 öffnete Ungarn seine Grenze zu Österreich – nach einem Geheimtreffen mit Bundeskanzler Kohl, wie es hieß. Tatsächlich erinnere ich mich auch daran, wie wir im Trainingsraum im Keller unseres Wohnheims live den letzten peinlichen Auftritt von Minister Mielke in der Volkskammer mit anhörten. Das war am 13. November, einige Tage nach der Berliner Grenzöffnung. Wer es bis zu diesem Tag nicht hatte verstehen oder glauben wollen, begriff es nun …