Alle Beiträge von Max

Sometime they’ll give a war …

Stell dir vor, es ist Pandemie, und keiner macht mit;
kaum einer stirbt, fast alle sind fit.
Stell dir vor, es ist Pandemie, doch niemanden kümmert’s mehr,
dann müssen neue Beschränkungen und Strafen her.
Stell dir vor, es ist kein Krieg, und trotzdem sind die Kassen leer -
dann muss man sagen: Pandemie ist doch Krieg – ein Wiederaufbaufonds muss her!

No country for old pumps

No country for old pumps

An diese alte Pumpe kann ich mich noch gut erinnern. Kam mir vor einigen Tagen zufällig wieder in den Sinn. Auf dem Rasen des Seegrundstücks meines Großvaters stand eine alte Hand- oder Schwengelpumpe. Eine von Hand zu bedienende Pumpe aus schwerem Grauguss, im Rasen eingelassen, ca. 1,5 m hoch, sorgsam mit Rostschutz versehen und mit einer Farbe lackiert, die damals eben gerade verfügbar gewesen sein muss. Der Schwengel – das ist das Ding, an dem man ziehen und drücken muss, um Wasser hochzupumpen, also ein Stiel, der so ähnlich geformt ist wie ein Baseballschläger, mit dem man sich heute auf der Straße verteidigt – so ist es vielleicht verständlich – also der Pumpenstiel war aus gemasertem, rissigen Hartholz. Längsseits war dieser Stiel von einem millimeterbreiten Spalt durchzogen. Ich fasste den Griff oft an und zog probeweise an dem Handschwengel, aber da war kein Widerstand – der Kolben zog nur Luft und förderte keinen Tropfen Wasser. Die Pumpe kam mir schon damals wie ein Relikt vor, denn meine Großeltern hatten auf ihrem opulenten Wochenendgrundstück am See schon einen Trinkwasseranschluss. Fließend Wasser war also immer reichlich da, um Rasen und Hecke zu wässern oder die kleinen Gründlinge und Barsche über Nacht frisch zu halten, die Opa als Lebendköder fürs Hechtangeln am Abend vorher mit der Senke aus dem See geholt hatte. Heute verboten: Fische als Lebendköder, schlimme Sache für die armen Fische, zumal da bis zum Angeln schon ein Teil der Köderfische in dem Leitungswasser verreckt war, was Opa die Nacht über direkt aus dem Schlauch in die mit einem Netz bedeckte Zinkwanne laufen ließ, wo es dann über den Rand schwappte und im Rasen versickerte. Auch für Fische ging’s also damals grausam zu im alten Jahrtausend. Continue reading No country for old pumps

Bei 90 ist Schluss

Vorgestern fuhr ich an einer Tankstelle hier vorbei und sah tatsächlich einen Literpreis für die Sorte Super E10 von knapp unter einem Euro. Wollte das Tankstellenschild mit der Preisangabe eigentlich fotografieren und für die Nachwelt festhalten (glaubt einem ja in ein paar Jahren niemand mehr), aber ich war natürlich zu schnell.
Aber: Wann gab es das schon mal? Kann mich nicht erinnern, ob ich überhaupt schon mal einen Spritpreis gesehen habe, der unter einem Euro lag, vielleicht kurz nach der Euro-Einführung? Diesel ja klar, aber Benzin?
Wenn man sich bewusst macht, dass da für jeden Liter erstmal fixe Steuern und Abgaben von über 65 Cent zu Buche schlagen, dann der eigentliche Wareneinstandspreis plus Vertriebskosten addiert wird und zu guter Letzt die Mehrwertsteuer noch oben drauf geschlagen wird (Doppelbesteuerung), sind da deutlich über 70 Prozent Steuern und Abgaben drin. Auf den Quittungen mancher Tankstellen steht ja immer drauf, wie hoch der Steueranteil im Endbetrag ist.

Krass oder kurios -  wie auch immer man das sehen mag – ist, dass diese Mineralöl- bzw. Energiesteuer im Unterschied zur prozentual berechneten Mehrwertsteuer immer fix ist, also in gleicher Höhe anfällt, selbst wenn der Ölpreis so wie jetzt bis in tiefste, vormals unvorstellbare Gefilde absackt. Sänke der Ölpreis auf ein Dollar pro Barrel – was natürlich unrealistisch ist, weil bei nicht rentablem Preis vorerst Förder- und Raffineriekapazitäten stillgelegt würden – würde er an der Tankstelle wahrscheinlich trotzdem nicht unter das aktuelle Niveau sinken. Irgendwo bei 90 Cent wäre Schluss. Man zahlt in jedem Falle Mineralölsteuer plus Kosten (Produkt, Vertrieb, Marge) und darauf die Mehrwertsteuer.  Bei Strom übrigens ähnlich: Beschaffung, Vertrieb und Marge machen da nur ca. 22 % vom Endkundenpreis aus.
Fatal: Sinkt der Benzinpreis, ist man eigentlich versucht, auch mal eine längere Fahrt zu unternehmen, Verwandte und Freunde besuchen – aber geht ja momentan auch nicht wegen dieser Krise, die nach dieser mexikanischen Biermarke benannt ist …
Daher wird bei sinkendem Preis noch weniger verbraucht. Es sinken im Ergebnis die Steuereinnahmen – und das darf nicht sein, das wissen wir. Was folgern wir daraus?

Locking it down, bringing it down …

Die Schlafwandler – wie die Deutschen in den Krieg … oh nein, nicht schon wieder … wie die Welt in den „Lockdown“ stolperte … bzw. sich hineinziehen ließ.
Exzellenter Podcast: Professor Stefan Homburg, Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen der Universität Hannover, mit einer treffenden Analyse der aktuellen Vorgänge.
Auf Link klicken und über den Player anhören! Lohnt sich.
https://www.achgut.com/artikel/indubio_lockdown_keiner_hats_gewollt

Die Geschichte vom Frosch

Frosch
… Einige Frösche überlebten ihre Auswanderung aus dem heimischen Tümpel, die sie in einem riskanten Hüpfmanöver über die gefährliche Asphaltstraße geführt hatte, und fanden einen neuen Unterschlupf – doch ihre Heimat Froschland sollten sie nie wiedersehen.

Zwei todesmutige Exemplare waren sich beim gefährlichen Zickzack-Parcours über die Straße begegnet und hatten gleichzeitig den rettenden Grünstreifen auf der anderen Seite der Straße erreicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause beschlossen sie, sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen feuchten Zuhause zu begeben.
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Kurzer Auswurf

„Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben“, plapperte Frank-Walter Steinmeier unmaskiert und ungeniert in seiner jüngsten Videobotschaft.
Findet den bzw.  die Fehler!

Tanz der Masken

Der Wert bzw. die Bedeutung eines Mundschutzes liegt vielleicht nicht so sehr in seiner etwaigen Schutzwirkung, sondern in dem dadurch ausgedrückten Bekenntnis.

Nach außen hin unübersehbar ist es ein textil gefasstes Gelöbnis, eine Unterwerfungsgeste, zugleich auch ein stummer Vorwurf, in gebückter, fast unterwürfiger Haltung an die nicht maskierten Passanten, Kunden, Vorbeigehenden gerichtet: „Ich schweige und gehorche.“ Und Du? Weigerst dich noch, und schützt dein Umfeld nicht, du Ferkel, du Seuchenvogel?

Ich trage einen schneeweißen Mundschutz, weil ich unserer weisen und umsichtigen Regierung vertraue, die dies auf Anraten der vereinten „Wissenschaft“ empfiehlt. Die „Wissenschaft“ irrt nicht. Nie.
Selbst gebastelter Mundschutz, der in den offiziellen Abgabestellen knapp ist, steht sogar höher im Kurs, weil er von Eigeninitiative und besonderem Engagement zeugt. Ähnlich wie die provisorischen Strumpfmasken mit den eingelegten Taschentüchern, die wir früher in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) zum Schutz vor dem radioaktiven Fallout bastelten.

Ich lege in vorauseilendem Gehorsam meine Maske an, auch wenn dies von der Berliner Obrigkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht befohlen wurde.
Noch ein Vorteil: Der Mundschutz ist der neue Maulkorb.
So wie wir uns heute schützen, werden wir morgen leben.
Mit selbst angelegtem Maulkorb … mit Ausgangsbeschränkungen und absehbar steigenden finanziellen Belastungen, denn irgendjemand wird die Kosten des umfassenden Stillstands tragen müssen. Katerstimmung garantiert. Aber das nehmen wir in Kauf. Wir wissen: Nach der Krise werden wir bzw. die Überlebenden alle etwas ärmer und unfreier sein. Aber dafür natürlich auch glücklicher, gesünder – bis zur nächsten Pandemie …
Und so tragen wir voller Stolz unseren Mundschutz, so wie einst das rote Halstuch der Thälmannpioniere oder das blaue FDJ-Hemd …
Für Frieden und Toleranz – bleibt gesund, Bürger und Bürgerinnen, denn (mindestens) Eure Organe werden noch benötigt!

Fliegen-Déjà-vu

Bis eben war es ruhig. Jetzt nicht mehr. Die erste Stubenfliege ist aus ihrem Winterschlaf erwacht, aus ihrem Versteck gekrochen und schwirrt im Raum herum, den man Arbeitszimmer nennen könnte. ​Ich hatte in den letzten Monaten vergessen, wie störend diese fliegenden Plagegeister sein können. Man kann sich schlecht konzentrieren, wenn eine muntere Fliege hier ihre Runden dreht. Sie ist nicht groß, auch nicht klein. Eher unauffällig. Sticht nicht, macht nichts, außer dass sie ständig in Bewegung ist. Jetzt ist sie erstmal weg, krabbelt bestimmt in einer Ecke herum. Die gemeine deutsche Stubenfliege. Irgendetwas lockt sie wohl an: das hochfrequente Surren des Lüfters, das Klappern der harten Tastaturanschläge, der Kaffeeduft? So wie jedes Jahr. Alles wie immer. Die Stubenfliege bleibt sich treu. Nichts hat sich verändert. Ich sollte vielleicht die grüne Fliegenklatsche holen und bereitlegen. Nur für den Fall, den äußersten Fall …

Heute oder gestern …

In meiner Straße, in meinem Viertel, da wird wieder mal ein Film gedreht … Wahrscheinlich hat ein Location Scout diese beschauliche Kiezgegend als perfekten Schauplatz einer Filmhandlung oder Doku-Soap identifiziert.
Wird langsam nervig. Seit etlichen Tagen geht das jetzt schon so. Oder seit Wochen? Keine Ahnung, wie viele Drehtage diese Filmaffen angesetzt haben. Die Szenerie wirkt etwas bizzar und hat etwas Gespenstisches. Dazu braucht man hier nicht viel Staffage. Es wirkt wie eine Art Truman-Show mit Laiendarstellern und Statisten, die so tun, als würden sie sich vor irgendwas fürchten … Laufen rum wie Falschgeld, blicken sich oft um, und wie die mich anschauen, wenn ich aus dem Haus rauskomme, wie sie versuchen, mir auszuweichen, so als hätte ich irgendeine ansteckende Krankheit … Weiß der Geier, was die hier für Szenen drehen. Passieren tut da jedenfalls nix. Den Leuten im Viertel hat man wohl gesagt, sie dürften ihre Wohnungen möglichst nicht verlasssen? Sauerei, mir hat keiner was gesagt. Hab diesmal auch keinen Mitwirkungsvertrag und keine Kohle gekriegt. Schweinerei. Werde da mal den Verantwortlichen suchen, den Aufnahmeleiter oder wie der heißt. Kameras müssen gut getarnt sein oder Mini-Videocams. Könnte fast ein Prequel zu “12 Monkeys” werden, so ein paar Wochen, bevor es begann … Im Kaufland auch, der Supermarkt hat jetzt einen morbiden Charme – den haben sie auch mit in die Handlung eingebaut.
Einige Statisten, die Kunden simulieren – Leichen auf Urlaub, dem Krankenhaus entsprungen, mundschutzbewehrte Mumien …  Nur die Tippelbrüder an der Ecke vor den Einkaufswagen mit ihren Bierflaschen, die stehen unbekümmert im Pulk beieinander und motzen rum. Die sind normal. Die spielen vielleicht auch gar nicht mit. Ich ja auch nicht. Ich lauf da nur so als gesetzestreuer Anwohner herum. Ist vielleicht eine dieser neumodischen SF-Dokus – “Welt ohne Menschen” war ja auch hervorragend – das kam mal früher auf NTV, glaub ich …