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Speiübel

Hundsübel ging es mir gestern abend. Als Mann soll man ja eigentlich hart im Nehmen sein, wovon altbekannte, aber dämliche Durchhalteparolen der Art „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“ beredtes Zeugnis ablegen…

Aber vergammeltes oder sonstwie unverträgliches Zeugs zu fressen zu bekommen, ist doch ziemlich hinterhältig und haut den stärksten Perser aus den Pantoffeln… Continue reading Speiübel

Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Seit Jahren feuert die geballte Medienmacht aus allen Rohren: Deutschland, mit Argwohn und Misstrauen, jedoch auch Neid betrachtetes Symbol des reichen Nordens, profitiere besonders vom Euro – und dies allein auf Kosten des armen Südens.

Die Mehrzahl der deutsche Bürger sah und sieht dies naturgemäß etwas anders, widerspricht es doch ihrer gelebten Wirklichkeit, den tagtäglich im Alltag gesammelten Erfahrungen, die von Billiglöhnen, Teuerung, hohen Steuern, Abgaben und staatlichen und europäischen Drangsalierungen à la Glühlampenverbot geprägt sind.

Geschulte EU-Propagandisten pflegen daraufhin sinngemäß zu antworten, diese negative Wahrnehmung sei nur gefühlt, entspreche jedoch nicht der Wirklichkeit, da der EU keine derartigen Daten vorlägen…

Nun ziehen sich immer mehr feine, aber unübersehbare Risse durch die Matrix. Continue reading Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Facebook vs. Domian

WDR-Nachteule Jürgen Domian ist fassungslos. Er kann es immer noch nicht glauben.

Er, der als Nacht-Talker mit seinem markanten Gesicht und der einfühlsamen Stimme einem breiten Rundfunk- und Fernsehpublikum bekannt sein dürfte und in zahllosen Nächten schlaflosen Anrufern in nächtlichen Call-In-Betroffenheitsshows Trost und Rat spendet, hat eine neue Aufschrei-Debatte losgetreten. Continue reading Facebook vs. Domian

Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…

Könnt Ihr euch noch daran erinnern, wie euch Opa oder Oma immer ihre Lebensweisheiten aufdrängeln wollten und mit ihren moralisierenden Sprüchen und Ansichten etwas genervt haben?

Nein, ich meine damit nicht nachdrücklich vorgebrachte Mahnungen der Art: „Junge, erlern einen ordentlichen Beruf, in dem man gutes Geld verdient, und lass dir mal wieder die Haare schneiden“, sondern eher sprichwörtliche Redensarten, in denen viele wohlfeile Verhaltensregeln und Prinzipien vermittelt wurden: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, „ohne Fleiß kein Preis“ und „ehrlich währt am längsten“ sind nur einige dieser großmütterlichen Redensarten, die wohl jeder kennt, der als Nichtmigrant im biodeutschen Kulturraum – wie man im linksgrünen Milieu wohl zu sagen pflegt – aufgewachsen ist…

Doch Oma und Opa meinten es ja nur gut und wollten ihren Sprösslingen gesellschaftliche Normen nahebringen, die in ihrer Gesellschaft zu ihrer Zeit Gültigkeit hatten und, wie sie dachten, auch künftig stets haben werden. Diese sprichwörtlichen Redensarten spiegeln traditionelle Normen wider, wie z. B. die wilhelminische Obrigkeitshörigkeit des braven Untertanen oder die heute auch in FDP-Kreisen zuweilen propagierte Auffassung, nur durch harte Arbeit könne man es zu etwas bringen oder der Glaube daran, dass sich Straftaten nicht lohnen…

Obschon diese traditionellen Redensarten eher Ausdruck protestantischer Sittsamkeit und preußischer Tugenden sind, waren in meiner Kindheit Eltern, Großeltern und Erzieher bemüht, dem Bub, also mir, auf diese Weise moralische Grundsätze und soziale Verhaltensregeln zu vermitteln, die mich zu einem Leben als wertvolles Mitglied der real existierenden sozialistischen Gesellschaft befähigen sollten…

In unserer modernen Gesellschaft, die von solch moralischem Ballast und antiquierten ethischen Auffassungen weitgehend befreit und gleichsam entkernt wurde, besitzen viele dieser traditionellen Lebensweisheiten und Begriffe, z. B. die des ehrbaren Kaufmanns oder redlichen Bankiers, nur noch antiquarischen Wert. Es sind leere Worthülsen, die höchstens noch in den launigen Erzählungen pfeiferauchender SPD-Altpolitiker vorkommen…

In der gesellschaftliche Realität werden diese Redensarten tagtäglich widerlegt… Crime does pay, every day…. und der Ehrliche ist leider allzu oft der Dumme.

Dies gilt um so mehr für Omis Spruch: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“
Wie wenig doch diese alte Redensart auf die heutigen Verhältnisse anwendbar ist, obwohl sie doch nur dem ureigenen Bedürfnis nach Vorsorge für schlechte Zeiten Ausdruck verleiht… Continue reading Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…

Vom süßen Brei

Als Kind war ich ein ziemliches Leckermaul und immer auf eine Extraportion Pudding, Götterspeise oder Grießbrei aus. Vielleicht war ich deshalb so fasziniert von einem Märchen der Gebrüder Grimm, das meine kindliche Fantasie auf so wundersame Weise anregte:

Einst bekam ein Mädchen von einer alten Frau einen magischen Topf geschenkt, aus dem auf einen bestimmten Befehl hin leckerer, süßer Brei hervorquillt. Die Familie muss von jetzt an nie mehr hungern. Aber eines schönen Tages, als das Mädchen außer Haus ist, nimmt dessen Mutter den Wundertopf in Betrieb, obwohl sie den zum Stoppen der Breiproduktion nötigen Zauberspruch nicht kennt. Daraufhin quillt immer mehr und mehr Brei aus dem Topf heraus, bis der einst so segensreiche, jedoch im Übermaße zum Fluch gewordene Brei schließlich die ganze Stadt unter sich zu begraben droht.

Das Märchen vom süßen Brei aus meiner Kindheit kommt mir manchmal in den Sinn, wenn ich mir das Fernsehprogramm der öffentlich-rechtlichen TV-Kanäle zu Gemüte führe.
Das ewige Gebrabbel der sich im Kreise drehenden Talkshows auf zdf und ard mit der oft reichlich gespielten Empörungsrhetorik der üblichen Verdächtigen betört Geist und Sinne wie jener sagenhafte klebrige, süße Brei, der sich, nachdem man reichlich davon zu kosten bekam, nach und nach auszubreiten scheint, bis er wie ein unaufhaltsamer zähflüssiger Strom alle anderen Programmplätze unter sich zu begraben droht. Es scheint, als hätten die Programmverantwortlichen vergessen, den automatischen Breikessel abzuschalten. Continue reading Vom süßen Brei

Euroskeptiker im Aufwind – Maybrit Illner vom 7. März

Am Donnerstag sah ich seit langem mal wieder eine Talkshow in voller Länge:
die Maybrit-Illner-Talkshow „Chaos, Clowns und Euro-Krise – zieht uns Italien in den Abgrund?“.
Drei schlüssig und offensiv argumentierende Euroskeptiker, zu denen Prof. Lucke, Mitbegründer einer neuen konservativen Partei, der Alternative für Deutschland, Börsenexperte Dirk Müller und Oskar Lafontaine zählten, traten gegen den in ökonomischen Belangen kenntnisfreien Luxemburger Außenminister Jean Asselborn und den durch Sexismus-Vorwürfe stark angeschlagenen FDP-Spitzenmann Rainer Brüderle an.
Kurz gesagt: Es war angesichts der recht eindeutigen Konstellation ein ungleicher Kampf.

So erwiesen sich die für eine Beendigung der derzeitigen Euro-/Banken-Rettungspolitik und gegen den Euro argumentierenden Teilnehmer als klar überlegen und führten die beiden Euromantiker regelrecht vor, dass es einem schon fast leid tun konnte.

Auch wenn niemand ernsthaft voraussagen kann, wie sich ein bestimmter Kandidat unter realen Studiobedingungen schlägt, hat mich die nach meinem Empfinden eindeutige Niederlage der Pro-Euro-Fraktion, repräsentiert durch Brüderle/Asselborn, doch überrascht, da beide bekanntermaßen ausgebuffte Medienprofis und mit allen Wassern gewaschen sind.

Besitzt du noch, oder teilst du schon?

Betrachtungen zur „Sharing Economy“

In letzter Zeit fallen mir bei meinen gelegentlichen Besuchen der Online-Präsenzen einiger Zeitungen und Blogs wie Jubelarien verfasste Artikel auf, in denen voller Begeisterung und Euphorie die Vorteile der „Sharing Economy“ angepriesen werden. Diese, daran lassen einige Autoren keinen Zweifel, werde die grundlegende Einstellung der Gesellschaft zum Eigentum verändern und schließlich zu einer Art Bewusstseinsveränderung führen. Der künftige Konsument werde somit weniger Wert auf den Besitz von Gebrauchsgütern legen, sondern sich damit begnügen, diese Güter je nach Bedarf gemeinschaftlich zu nutzen.

Ein oft zitiertes Beispiel ist die ungenutzt herumliegende Bohrmaschine, die sich der Student in der Nachbarschaft gegen ein kleines Entgelt ausleihen kann, oder auch die private Wohnung, die man zeitweise an Urlauber untervermietet. Gleichfalls kann man sein Privatauto, das die meiste Zeit des Tages ohnehin ungenutzt auf der Straße stehe, fahrzeuglosen Zeitgenossen gegen einen Obolus zur Nutzung überlassen. Selbst überflüssige Lebensmittel lassen sich bereits per Internet-Foodsharing an hungrige User abgeben.

Eine Gesellschaft, in der der freie Zugang zu Gütern das Streben nach Besitz und Eigentum ablöse, werde eine gerechtere, nachhaltigere und effizientere Wirtschaftsform hervorbringen, so lautet zumindest der Grundtenor vieler sich im Internet tummelnder Apologeten der Sharing Economy. Um so besser, wenn man mit solchen weltverbesserischen Träumereien gleich einige potenzielle Nutzer auf ein verlinktes Vermietungsportal locken kann. Continue reading Besitzt du noch, oder teilst du schon?

Von Clowns und Kaisern…

Vom letzten deutschen Kaiser ist überliefert, dass die seinem Mund entfleuchenden Worte seinen Gedanken oft vorauseilten…

Wilhelm II, der zuweilen auch als „Redekaiser“ bezeichnet wurde, galt als ausgewiesenes Redetalent und wusste seine Zuhörer durch sein umfangreiches Wissen und seine hohe Intelligenz zu beeindrucken. Er äußerte sich oft und gern zu allen möglichen Fragen seiner Zeit.

Leider sollen seine ebenso unbestrittene Arroganz und Impulsivität ihn oft dazu verleitet haben, bei seinen Reden zu improvisieren. Einmal in Fahrt gekommen, ließ er sich daher zuweilen zu unbedachten oder politisch unklugen Aussagen hinreißen, die im Ausland harsche Reaktionen provozierten.

Wilhelm selbst war sich der Wirkung seiner gesprochenen Worte oft nicht bewusst, denn spiegelbildlich zu seinem Hang zur Selbstdarstellung soll er Journalisten verachtet und die Wahrnehmung seiner Reden im Ausland unterschätzt haben.

Nach heutigen Maßstäben gesehen zeigte Wilhelm II „klare Kante“, wählte markige Worte und sprach aus, was ihm zum jeweiligen Zeitpunkt durch den Kopf ging und was seiner Meinung nach in der Öffentlichkeit einen guten Effekt versprach und „sein Volk“ auch hören wollte…
So war er und so liebte ihn sein Volk – als klugen Charakterkopf mit Ecken und Kanten. Continue reading Von Clowns und Kaisern…

Armutszuwanderung – Sargnagel für den westlichen Wohlfahrtsstaat?

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Armutszuwanderung.
Wer in den letzten Tagen die Presselandschaft beobachtet und die im Tagesrhythmus veröffentlichten Artikel und Kommentare über die Zwangslage deutscher Kommunen verfolgt hat, die sich mit der Bewältigung der Zuwanderungsströme aus unseren neuesten EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien offenbar überfordert sehen, reibt sich vielleicht erstmal verdutzt die Augen? Wurde vom Presserat eine neue Transparenzinitiative ausgerufen – „Glasnost“ reloaded?
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Auf den Knien nach Ankara robben…

EU-Energiekommissar Günther Oettinger möchte darauf wetten, ein deutscher Kanzler werde mit seinem französischen Amtskollegen im nächsten Jahrzehnt auf den Knien nach Ankara robben, um die Türken zum EU-Beitritt zu bewegen. So erklärte der CDU-Mann in Brüssel bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung:

„Ich möchte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im nächsten Jahrzehnt mit dem Kollegen aus Paris auf Knien nach Ankara robben wird, um die Türken zu bitten, Freunde, kommt zu uns.“

Kanzlerin Merkel, die am kommenden Sonntag in der Türkei erwartet wird, wird ob dieser grobschlächtigen Aussage wohl ihr Gesicht leicht verzogen haben. Interessant fand ich aber, wie diese eigentlich unmissverständliche Aussage von seiner Sprecherin interpretiert wurde. Eloquent widersprach sie der Annahme, dass Oettinger sich für den Beitritt der Türkei ausgesprochen habe:

„Der EU-Kommissar hat vielmehr auf das Interesse der Türkei an einem EU-Beitritt hingewiesen und gleichzeitig unterstrichen, dass die EU und die Regierungen der EU-Mitgliedsländer ein Interesse an einer engen Beziehung zur Türkei haben müssten.“

Gut formuliert. Finde ich toll, wenn man immer eine gute Sprecherin parat hat, die unvorsichtige Aussagen eines Politikers glättet und ihnen den richtigen Drall verleiht.
Ich persönlich ziehe allerdings die ungefilterten Aussagen vor. Da weiß man wenigstens, woran man ist.
Wobei die Fortbewegung auf Knien auch nicht wirklich „robben“ heißt, fällt mir gerade ein. Beim Robben kriecht man auf dem Bauch und stützt sich mit den Händen und Ellenbogen ab. Aber diese Fortbewegungsart lernte man beim Wehrdienst ja zur Genüge kennen …
Auf den Knien laufen, hätte aber wirklich nicht so spektakulär geklungen. Nun ja.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article113786596/Deutscher-Kanzler-wird-auf-Knien-nach-Ankara-robben.html