Alle Beiträge von Stefan Maxheimer

Wege aus der Krise – neue Wachstumsdynamik

Mit altbewährten Mitteln lässt sich wirtschaftliches Wachstum nicht mehr generieren, sofern man den Zusammenbruch des Finanzsystems mit folgendem Neuanfang vermeiden möchte. Die Zinsen haben den Nullpunkt fast erreicht. Die meisten Staaten sind trotzdem hoffnungslos überschuldet. Verzweifelte Notenbanker pumpen hektisch Geldblasen auf. Alles sinnlos, da die reale Wirtschaft mangels lohnenswerter Investitionschancen und/oder fehlender Sicherheiten hiervon nicht profitieren kann. Die Kreditvergabe stockt. Das Einzige, was funktioniert, sind Spekulationen mit billigem Kreditgeld, um noch mehr Geld aus dem Nichts zu generieren. Davon hat natürlich der normale Unternehmer oder Bürger wiederum auch nichts, außer dass irgendwann der inflationäre Knall droht. Die Märkte sind nun derart ge- und übersättigt, dass große Investoren und Venture-Capital-Fonds (abgesehen von gehypten Web-, Social Media- und Sharing Economy-Startups) keine lukrativen Anlagemöglichkeiten in der Wirtschaft mehr sehen. Der in Deutschland beschrittene Weg, durch Subventionierung erneuerbarer Energien einen künstlichen Boom zu entfachen, hat erkennbar in die Sackgasse geführt. Die Verbraucher rebellieren angesichts der hohen Energiepreise. Andere Länder wollen und können es sich nicht leisten, den deutschen Weg der selbstzerstörerischen Überförderung ineffizienter Technologien zu Lasten der heimischen Verbraucher ebenfalls zu beschreiten.

Ein weiterer Krieg ist auch (noch) nicht in Sicht. Zum Glück muss man sagen. Will natürlich niemand. Kreative Zerstörung, vielleicht mittels bewaffneter Drohnen und anschließende Wiederaufforstung, Wiederaufbau und Neubesiedelung des solcherart befreiten Territoriums würde zwar für die nötige Wachstumsdynamik sorgen, wäre allerdings eine inhumane und wegen drohender Selbstvernichtung für die Eliten auch riskante Verfahrensweise. Es bleiben somit nicht viele Möglichkeiten, um die Wirtschaft anzukurbeln.
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Bruch

Polizeikommissar Ingo Kotschmarski, 43, ledig, Besoldungsgruppe A9, war heute nicht in Stimmung. Sogar ziemlich gefrustet war er, obwohl er doch, wie er zugeben musste, im Großen und Ganzen mit seinem Leben hätte zufrieden sein können. Zumindest bis zum heutigen Tag. Nun gut, der Schichtdienst war anstrengend und nervenaufreibend. Auch nach etlichen Dienstjahren litt er noch unter einem ständigen Schlafdefizit, die Ausrüstung war mies, und seine Vorgesetzten waren auch nicht immer einfach zu nehmen. Aber all dies gehörte eben zum Alltag eines Berliner Polizeibeamten. Und er hielt sich schließlich für einen guten Polizisten. Klar, es gab da auch noch einige andere Dinge in seinem Leben, die aus dem Ruder gelaufen waren, Beziehungskisten zum Beispiel, aber daran wollte er jetzt keinen Gedanken verschwenden. „Scheiß drauf“, sagte sich der stämmige Polizist, der in lässiger Haltung neben dem stark abgenutzt wirkenden Einsatzwagen verharrte – einem silbernen VW Passat mit blauer Folienbeklebung, auf dessen Dach ein Blaulicht nervös flackerte. Das blaue Licht war so grell, dass der vor ihm auf dem Boden kauernde junge Mann die Augen leicht zukneifen musste, um nicht geblendet zu werden.

Blaulicht

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Das Buch, das ich aus dem Fenster schmiss und vergaß

Mist, was soll ich tun? Verlinken oder nicht? Ich hab was gelesen, was mir gar nicht so gefallen hat. Genauer gesagt, hab ich mich drüber geärgert. Eigentlich wollte ich gar nichts drüber schreiben, aber ich kann halt nicht aus meiner Haut. Es ist dieses literarische schelmenhafte (ei, ei) Meisterwerk von epochaler Bedeutung, diese Geschichte von dem Hundertjährigen aus Schweden, ah, Ihr wisst schon, was ich meine…
Totaler Schmarrn, wenn ich mal ungefragt meine ehrliche Meinung äußern darf. Selbstredend bekam das Buch von mir keine 5 Sternchen. Damit meine negative Rezension bei Amazon unter den vielen Lobhudeleien nicht so einsam dasteht oder verschüttet wird, hab ich sie gleich in ein Blog geschrieben und ausgelagert. Und da bleibt sie auch stehen. Basta!
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(Fans des Buches müssen/sollten den Beitrag ausnahmsweise nicht lesen.)

Kein Entkommen

Der leitende Feuilletonredakteur bei Welt Online weiß genau, wie der gemeine AfD-Wähler tickt. Besser gesagt, wir wissen, wie der Feuilletonredakteur tickt. Jener schafft es doch tatsächlich, auf recht plumpe Weise in einer ansonsten belanglosen Rezension eines Fernsehfilms noch eine präventive Verunglimpfung mündiger Wähler unterzubringen, die nicht dem politischen Lager seines Arbeitgebers zuzurechnen sind.
Jedenfalls glaubt der Feuilletonchef zu wissen oder schreiben zu müssen, dass der „aufrechte AfD-Wähler“ (der den heiligen Euro abschaffen und nach offiziöser Lesart Europa mit Krieg überziehen möchte oder gar einen „Rücksturz“ in die Nationalstaatlichkeit befürwortet), also kurzum, dass ein solches Subjekt folglich auch Wutbürger, Anhänger der Law-and-Order-Fraktion und Befürworter von Selbstjustiz sein muss.
So einer geilt sich nämlich auch an einem zweitklassigen Prügeldrama im Fernsehen auf, in denen die bundesdeutsche Kuscheljustiz mal wieder nicht gut weg kommt.
Ein Schlägerdrama aus der Perspektive des Opfers erzählt (im ZDF – „Kein Entkommen“), das muss dem aufrechten AfD-Wähler wohl gefallen, meint Welt Online. Continue reading Kein Entkommen

Interessen

Für einen Politiker mit Rückgrat muss es schlimm sein, gegen seine eigenen Überzeugungen handeln zu müssen. Vorausgesetzt, man hat gewisse Überzeugungen, fühlt sich den Interessen des eigenen Volkes noch verpflichtet und weiterhin vorausgesetzt, man hat sich ungeachtet der nötigen Dienstbeflissenheit und opportunistischen Haltung, über die ein Partei- und Staatsdiener oder verbeamteter Diplomat notgedrungen verfügen muss, noch einen letzten Rest an eigenständigem Denken und Würde bewahrt.
Wenn es dann hart auf hart kommt, kann man immer noch Aktivität vortäuschen, Tatkraft und Entschlossenheit simulieren. Bei deutschen Politikern weiß man nie, woran man ist. Sie sagen, sie seien Deutsche, Europäer und Transatlantiker – in erster Linie natürlich Europäer. Aber was, wenn sich aus dieser Dreifaltigkeit ein Interessengegensatz ergibt? Wenn sich in krisenhaften Situationen zeigt, dass die Interessenlinien der drei genannten Gruppen nicht mehr übereinstimmen, sondern eher divergieren?

Alles Banani

Haltet euch fest, denn das, was ich jetzt schreibe, haut den stärksten Eskimo vom Schlitten.
Streng genommen heißt Bruno gar nicht Bruno. Und Banani ist auch nicht sein elterlich verliehener Nachname. Ein simpler Verwaltungsakt, der natürlich ordnungsgemäß in Pass und Unterlagen eingetragen wurde, ließ vor einigen Jahren aus dem Studenten Fuahea Semi den tongaischen Nachwuchsrodler Bruno Banani entstehen, der jetzt bei den olympischen Winterspielen in Sotschi für Furore bzw. medienwirksame Empörung sorgt. Bruno Banani ist zufällig auch eine in Teilen Deutschlands recht bekannte Chemnitzer Mode- oder Unterwäschefirma. Na, wer hätte das gedacht. Soviel zur Einleitung. Continue reading Alles Banani

Was vom Lanz bleibt

Gedanken zur Anti-Lanz-Petition

Was hat die digitale Anti-Lanz-Bewegung eigentlich bewirkt? Welches vorläufige Fazit kann man aus der kollektiven Unmutsäußerung „Lanz – Raus aus meinem Rundfunkbeitrag“ im Netz ziehen? Ist vielleicht sogar ein „Lanz-Effekt“ zu erwarten, der eine positive Entwicklung bei Programmgestaltung, Moderatorenauswahl oder ein Umdenken bei der umstrittenen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anstößt? Continue reading Was vom Lanz bleibt

Ohne Titel

Übrigens, der verrückte Jogger, der vorhin wie Taps der Bär an euch vorbeigestapft ist, das war ich. Der hechelnde Idiot, der trotz beißender Kälte in den grau-schmutzigen Laufschuhen über die meist feste Schneedecke des Parks gestapft, jedoch stellenweise auch bis zu den Knien in Schneewehen verschwunden ist, das muss wohl ich gewesen sein. Jemand anders kann es kaum gewesen sein. Höchstens jemand, der so ähnlich denkt wie ich und der zufällig genau so laufhungrig, eben nach physischer Bewegung ausgehungert war wie ich. So etwas gibt’s ja auch. Leute, die ähnlich denken und empfinden und genau im selben Moment das Gleiche tun oder denken. Abgesehen von Zwillingen. Aber Ihr, die Ihr dies lest, seid wohl nicht diejenigen, welche… Continue reading Ohne Titel