Kategorie-Archiv: Gesellschaft

Was man auch noch liest …

Man liest auch oft, die Dummen hätten hierzulande das Kommando übernommen; die Dummen, Idioten und Halbhirne hätten gewissermaßen die Burg gestürmt und die Meinungshoheit errungen.
Auch das ist falsch. Es ist immer unklug, seinen Gegner zu unterschätzen, indem man ihn kurzum zum Deppen erklärt. Der Vorwurf der Dummheit suggeriert Unkenntnis, Orientierungs- und Planlosigkeit. Unsere Machthaber, Einflussnehmer und deren Helfershelfer, Einflüsterer und Hofschranzen wissen jedoch genau, was sie tun und was sie bezwecken. Die sind nicht dumm, sondern vielmehr machtbewusste, intelligente oder inselbegabte Meinungsmanipulatoren und Opportunisten, die mit geschickten, immer brachialeren medialen Mitteln nicht nur die Meinungslandschaft, sondern die ganze Gesellschaft bespielen. Sicherlich mögen viele Bürger naiv, ignorant, einseitig ge- oder ungebildet, schuldmoralistisch indoktriniert und gutgläubig sein. Wenn man das als dumm bezeichnen möchte, meinetwegen. Wenn es hilft, sich trotz der eigenen Macht- und Einflusslosigkeit den Anderen überlegen zu fühlen, Dampf abzulassen und über das Gefühl der Verzweiflung hinwegzukommen, so mag man sie gut und gern als Trottel, Halbhirne oder Idioten bezeichnen. Die Geschichte geht ohnehin über alle hinweg, über die Schlauen wie die Dummen. Entscheidend ist nur, wer überlebt (und ggf. seine Gene weitergibt) – und da wird der Dumme in der gegenwärtigen Phase sogar Vorteile haben, da er wohl am besten an seine Umgebung angepasst ist …

Die Tragödie des Anglers …

Willst du einen Hungernden nicht nur einmal, sondern dauerhaft satt machen, so gib ihm keinen Fisch, sondern lehre ihn das Angeln (bekanntlich oft mit „Fischen“ übersetzt; im Engl. ist angeln und fischen dasselbe Wort: „to fish“ – im alten China wird’s wohl auch so gewesen sein, vermute ich mal freihändig).

Diese schlaue fernöstliche Weisheit kennt man – wird oft als Plädoyer für Hilfe zur Selbsthilfe und gegen die dauerhafte, weil lähmende „Entwicklungshilfe“ angeführt.
Unterschlagen wird häufig, dass der so (sinngemäß wiedergegebene) Spruch des berühmten chinesischen Philosophen Laotse nur die Einleitung zu weitergehenden Ausführungen darstellte, die als noch heute gebräuchliche Blaupause für etablierte Herrschaftssysteme und Sozialstaaten des 21. Jahrhunderts dienen …
Ich hab diese leider in Vergessenheit geratenen Ausführungen des legendären chinesischen Sprücheklopfers mal schnell in zeitgemäße Sprache und geläufige Begrifflichkeiten übersetzt: Continue reading Die Tragödie des Anglers …

Erklärungsansatz: Kulturwandel

Woher denn die immer weiter zunehmende Gewalt käme, das solle ich ihm mal erklären, schrieb mal vor Jahren ein Blogger. Man solle ihm aber nicht mit Politik kommen, denn die interessiere ihn nicht …
Nun denn, also ein kulturwissenschaftlicher Erklärungsansatz:
Die jüngsten Ausschreitungen in Dijon und Stuttgart lassen sich auch als Ausdruck eines fortgeschrittenen Kulturwandels interpretieren, der sich seit Jahrzehnten vollzieht. Dieser Kulturwandel wurde schon vor geraumer Zeit als „Prole Drift“ bezeichnet.
Der Grundgedanke dahinter ist, dass sich in früheren Epochen kulturelle Werte und ästhetische Wertvorstellungen in der Gesellschaft von oben nach unten verbreiteten, also von der Aristokratie geprägt, später vom Bürgertum bewahrt und dann auf die unteren Stände oder Schichten der Gesellschaft ausstrahlten und von diesen übernommen wurden. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich diese Entwicklung in den westlichen Industrieländern umgekehrt; die schöngeistige, vornehme Kultur wurde nach und nach durch eine vulgäre, körperlich orientierte und tendenziell gewaltverherrlichende Unterschichtskultur ersetzt, die vertikal in die Oberschicht(en) hineinwirkt. Diese destruktiv konnotierte Kultur, die sich an einer medial vermittelten (Möchtegern-)Gangster- und Hollywood-Kultur orientiert und diese nachahmt, gibt sich vulgär, protzig und ist in hohem Maße von körperlicher Gewalt fasziniert.

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Die Macht der Narrative

Nein. Es ist weder Bluff noch Verarsche, sondern ein fliegender Wechsel der Narrative. Das Corona-Narrativ, das seit März alle Schlagzeilen und Sendeplätze der BRD beherrschte, wurde flugs vom Rassismus-Narrativ abgelöst. Bis auf Widerruf ist jetzt Rassismus zur neuen Killerseuche erhoben. Warum man diesen Narrativ-Wechsel derart schnell und anstandslos vollzog, ist vermutlich in nicht unerheblichem Maße auf wirtschaftliche und budgetäre Gründe zurückzuführen. Es war nicht sinnvoll und angesichts der Stimmung in der BRD-Bevölkerung auch nicht durchsetzbar, das Corona-Narrativ in seiner Stringenz noch länger aufrechtzuerhalten; daher wird es vorerst auf kleiner Flamme weiterköcheln und möglicherweise bei Bedarf (Stichwort Impfzwang) wieder ordentlich aufgewärmt. Die Ausschreitungen in den USA waren ein willkommener Anlass, um von den überzogenen Lockdown-Maßnahmen und den Fehlprognosen merkelscher Hofvirologen abzulenken. Anstelle des Angst-Themas (Pandemie) wird nun ein Schuld-Thema (Rassismus) in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dazu braucht es nicht viel, ein paar Berichte, Features, dümmliche Tweets, Videoclips, Talkshows, in denen Zeugen über empörenden Rassismus der Deutschen im Alltag berichten usw. usf. So geht das. Continue reading Die Macht der Narrative

Mission Accomplished

In einem seiner Memoranden, die Osama bin Laden einst per USB-Stick und Kurier direkt an seine Unterführer und Getreuen in aller Welt versandte, beschrieb er unter anderem, wie man Deutschland in die Knie zwingen könne. Man müsse lediglich deutsche Autos boykottieren, denn wenn man die Autoindustrie und deren Zuliefererbranchen schwäche, von denen fast alle übrigen volkswirtschaftlich wichtigen Sektoren abhingen, könne man dieses verhasste Land der Ungläubigen mitten ins Herz treffen. Wäre er nicht auf Obamas Geheiß erschossen worden, würde es Bin Laden vielleicht sogar amüsieren, noch zu erleben, wie sich die einst beeindruckende deutsche Autoindustrie allein von ein paar verrückt gewordenen Umweltverbänden und den eigenen deutschen Politikern demontieren lässt und wie sich dieses Land ganz ohne seine tätige Mithilfe auf allen Ebenen selbst zerlegt.

Über Risse und Gegensätze ….

Entwicklungen in der Natur und in der Gesellschaft fußen auf Widersprüchen. Auch reine Vernunft als solche ist in sich widersprüchlich. Hegel und Marx ist diesbezüglich zuzustimmen. Widersprüche in menschlichen Gesellschaften, die als Gegensätze zwischen konkurrierenden Seiten, Parteien, Interessengruppen, Akteuren oder sozialen Klassen zu Tage treten, wirken als Triebkräfte des Wandels. Idealerweise sollte nach Marx die Auflösung derartiger Widersprüche eine stetige Höherentwicklung bewirken. Eine Gesetzmäßigkeit historischer Entwicklungen oder eines allgemein aufstrebenden gesellschaftlichen Fortschritts wird man aus heutiger Sicht – als grober Nachweis genügt vielleicht schon ein Blick aus dem Fenster – verneinen müssen. Nicht jede Entwicklung ist aus Sicht der Allgemeinheit positiv. Gesellschaftliche Widersprüche – und es gibt derer viele – sind jedoch nicht alle kritischer Natur.

Unversöhnliche Widersprüche, die sich nur durch einen Bruch der bestehenden Ordnung auflösen lassen, nannte Marx antagonistische Widersprüche.

Die sich aufbauenden Spannungen zwischen den europäischen Staaten, Euro-/Schulden- und Migrationskrise, Islamisierung, zunehmende Kriminalität, Säbelrasseln gegen Russland usw. und schließlich die daraus resultierende Spaltung der europäischen Gesellschaften – all die unschönen Begleiterscheinungen und „Verwerfungen“ des „multi-ethnischen Experiments“ könnten nur das äußere, für uns sichtbare Abbild eines tiefen antagonistischen Klassenwiderspruchs sein: Eine globalistische Herrschaftsklasse, eine kleine Schicht privilegierter Konzernbosse und superreicher Oligarchen und Spekulanten, die sich ein philanthropisches, moralisierendes Mäntelchen umhängen, steht allen national, ethnisch und kulturell in Europa (bzw. in der westlichen Welt) verwurzelten Bevölkerungsgruppen feindlich gegenüber. Continue reading Über Risse und Gegensätze ….

Marxistische Genderisten

Bin vorhin noch einmal über einen Artikel gestolpert, in dem der wackere Hadmut Danisch eine Genderistin zitiert, die sich auf Marx beruft. Hatte ich ja schon mal erwähnt, warum ich derlei Zeugs für Unsinn halte. Aber amüsant schon: Geschlechterverhältnisse seien Produktionsverhältnisse, weil sie Leben produzieren.  ;-)
Nach meinem Verständnis widerspricht der ursprüngliche Marxismus, dessen Kern die materialistische Philosophie ist, dem Genderismus diametral. Keine Ahnung, ob man dann Kultur-, Neomarxismus, Frankfurter Schule usw. ins Spiel bringt, da kann man wahrscheinlich sowieso jeglichen Unsinn ableiten (vielleicht so ähnlich wie bei „Neoliberalismus“ (als Totschlagvokabel) versus „klassischer Liberalismus“). Continue reading Marxistische Genderisten