Kategorie-Archiv: Notizen

Münchhausen

Neulich unterhielt ich mich mit einem befreundeten Pyschiater aus meinem Block, der mir mit der gebotenen Vorsicht und Diskretion (der Mann hat schließlich Familie) von einer interessanten Ferndiagnose berichtete.  Da dies bekanntlich nicht mein Fachgebiet ist, hier nur in aller Kürze und in laienhafter Sprache wiedergegeben: Ihm  zufolge müsse man möglicherweise davon ausgehen, dass Frau Merkel am sogenannten „Münchhausen-Volksvertretersyndrom“ leidet, einer schweren psychischen Störung, die erst kürzlich u. a. in der einschlägigen US-Fachpresse beschrieben worden sei und einen relativ seltenen Subtyp des Münchhausen-Syndroms darstelle. Vielen ist ja das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (Münchhausen-by-proxy-Syndrom) ein Begriff, ebenfalls eine Sonderform dieser psychischen Störung, die sich in der Regel darin äußert, dass weibliche Elternteile (auch als Mütter bezeichnet) ihren Schutzbefohlenen (z. B. Kindern) oder betreuten Personen  Verletzungen zufügen oder etwa bei Familienangehörigen oder Dritten schwere Erkrankungen auslösen oder vortäuschen, um auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erhalten und die Rolle der treusorgenden Pflegerin zu übernehmen zu können. Ein solches Verhalten kann zuweilen bis zum (einzelfallartigen) Tod der Opfer führen.
Das spezielle Münchhausen-Volksvertretersyndrom äußere sich dementsprechend in einem extrem nationalmasochistischen bzw. dem Staatsvolk gegenüber aggressiven Verhalten, das letztlich bis zum Untergang der betreffenden Nation führen könne, so der besagte Psychiater, der in seiner Eigenschaft als Experte aus nachvollziehbaren Gründen jedoch bat, hier in diesem lediglich populärwissenschaftlich eingefärbten Blog nicht namentlich genannt zu werden …
Es handele sich möglicherweise um das häufigste nicht erkannte psychische Leiden deutscher und westeuropäischer Politikerinnen, das nur durch geschlossene Unterbringung der Patientinnen in einer geeigneten Institution zu therapieren sei, wenn es nicht bereits zu spät …

Almost Clean

DSCN2590_Space„Dann wäre ja alles in Ordnung. Da gäbe es nur noch eine Sache, die wir abklären müssten, bevor ich Ihre Bewerbung an den Rekrutierungsausschuss weiterreiche“, erklärte der Personalchef zum Abschluss meines Vorstellungsgesprächs. „Sind Sie clean? Wirklich clean?“
Ich stutzte einen Augenblick lang. Sollte das eine Fangfrage sein? „Clean? Natürlich nehme ich keine Drogen, was dachten Sie denn? Ich trinke auch nicht, also kaum, nur gelegentlich mal ein Bier zum Feierabend. Manchmal auch zwei oder einen Schnaps, aber das ist eher selten. Und Bier nur aus umweltfreundlichen Mehrwegflaschen.“
„Nein, nein“, winkte der Mann hinter seinem Schreibtisch ab. „Ihre Konsumgewohnheiten interessieren uns eher weniger. Das ist Ihre Privatsache. Immerhin leben wir in Berlin, nicht etwa im rückständigen Bayern. Da wollen wir auch nicht päpstlicher sein als der Papst …“ Er hüstelte verstohlen.
„Clean im sozialen Sinne, meine ich. Sagt man jetzt so. Also ob Sie in den sozialen Netzwerken, in Ihrem früheren Umfeld oder allgemein im Internet gewisse Spuren hinterlassen haben. Spuren, die Sie und damit uns als Ihren potenziellen Arbeitgeber in ein schlechtes Licht rücken könnten. Sie wissen doch sicher, was ich damit meine …“ Er ließ seinen Ausführungen eine bedeutungsschwere Pause folgen. Continue reading Almost Clean

Also, äh, klingt vielleicht etwas seltsam …

… aber egal. Neulich schlenderte ich doch mal wieder über den Alexanderplatz – muss ich jetzt mal kurz erzählen, bevor es mit den wichtigen Themen unserer Zeit weitergeht. Jedenfalls dort, direkt auf dem Platz steht seit kurzem ein Container mit einer eigenen Polizeiwache. Ja, haben sie da eingerichtet, damit der Anfahrtsweg nicht so weit ist. Die haben ja immer gut zu tun in ihrem Revier. Vielleicht sollten die Polizei-Homies da auch mal rappen, so wie neulich in dem supercoolen Toleristen-Video der Berliner Polizei, oder sie könnten unter der Weltzeituhr ihre Namen und Dienstnummern tanzen. Hilft vielleicht. Es beruhigt Mensch und Tier, und gesund ist es auch. Das aber nur am Rande erwähnt …
Continue reading Also, äh, klingt vielleicht etwas seltsam …

Was auch zu Deutschland gehört …

Gravitationswellen

- Gravitationswellen. Ich schätze, das wussten die meisten Deutschen bisher gar nicht oder? Dass es die gibt und dass die hierzulande besonders stark wirken; die sind gewissermaßen Bestandteil unseres neuen kosmopolitischen Kulturguts. Seid umschlungen, Gravitonen. Letztere sind allerdings noch nicht experimentell nachgewiesen, aber egal …
Die Verantwortlichen in unseren zuständigen Behörden, also im Bundesfinanzministerium und auch in den Münzprägestätten sind ja vor der Ausgabe neuer Briefmarken und Münzen immer verzweifelt auf der Suche nach ungefährlichen, politisch korrekten Motiven, die von keiner maßgeblichen Interessengruppe hierzulande als Provokation oder Respektlosigkeit angesehen werden könnten. Versteht sich, dass daher möglichst keine nationale Symbolik mehr drauf sein sollte … Bei Köpfen diverser verdienstvoller Persönlichkeiten besteht z. B. immer mal wieder die Gefahr, dass die halt nachträglich noch zu Unpersonen erklärt werden, weil sie etwa das falsche Geschlecht oder eine sexistische Gesinnung oder die falsche Haarfarbe hatten, daher geht man potenziellen Konflikten oder Ärgernissen vorsorglich aus dem Wege und bildet bevorzugt Natur- und Landschaftsmotive ab – oder eben Gravitationswellen, die jeden von uns tagtäglich mit dem göttlichen Geschenk der Schwerkraft beglücken und uns im Fall des Falles die wundersame Leichtigkeit des Seins erfahren lassen …

Von Ratten, Mäusen und Menschen

Die hierzulande – insbesondere gilt dies für Großstädte – typische hohe Bevölkerungs- bzw. Besiedelungsdichte hat fatale Folgen für unser Sozialverhalten, derer man sich bewusst sein sollte, wenn man’s noch nicht selbst an sich bemerkt hat.

Der Psychologe und Verhaltensforscher John Calhoun untersuchte anhand von Ratten (und Mäusen) in diversen Experimenten, wie sich Überbevölkerung und eine hohe Besiedelungsdichte auf das soziale Verhalten von Individuen auswirken. Anhand dieser Versuche lassen sich auch menschliche Verhaltensweisen urbaner Individuen besser verstehen und erklären. Ratten sind wie wir sehr soziale Wesen und daher auf stabile Gruppenbindungen und Beziehungen zu anderen Individuen angewiesen. Sie kooperieren eng miteinander und gehören zu den intelligentesten Tieren überhaupt. Sie verfügen über die Fähigkeit der Metakognition, reflektieren also ihr eigenes Können bzw. ihren Wissensstand und können Stress, Gewissensbisse, Begeisterung und auch Mitleid empfinden. In einem legendären Experiment von 1958 wurden Ratten erst dann gefüttert, wenn sie ihren Artgenossen durch Betätigen eines Hebels einen elektrischen Schlag versetzten. Anders als viele Menschen dies tun oder erwarten würden, weigerten sich die Ratten jedoch, den Hebel zu drücken und ihre Artgenossen auf diese Weise zu quälen, obwohl sie dafür auf leckeres Futter verzichten mussten. Dies aber nur nebenbei, ich will ja auf etwas anderes hinaus … Continue reading Von Ratten, Mäusen und Menschen

Warum viele Gespräche fruchtlos sind

Nach der von Leon Festinger (1919-1989), einem US-amerikanischen Sozialpsychologen, entwickelten und experimentell belegten Theorie der kognitiven Dissonanz werden Informationen, die im Zusammenhang mit einer bereits getroffenen Entscheidung eines Individuums von Bedeutung gewesen wären, von diesem Individuum möglichst im Sinne der getroffenen Entscheidung wahrgenommen bzw. gedeutet. Informationen, die die Richtigkeit einer getroffenen Entscheidung  in Frage stellen würden, werden dagegen tendenziell abgewehrt oder negiert.

So passiert es etwa Privatanlegern oft, dass sie nach der Entscheidung für den Kauf einer bestimmte Aktie nachträglich bekannt gewordene Informationen über erfolgreiche Geschäftsaussichten gern als Bestätigung der getroffenen Entscheidung angesehen, negative Unternehmensmeldungen oder Gewinnwarnungen hingegen entweder gar nicht registrieren oder als eher als belanglos einstufen. Im Nachhinein überbetont man in der Erinnerung häufig seine positiven Anlageergebnisse, man verweist gern auf realisierte Gewinne im Depot und verdrängt den Gedanken an die vielleicht sogar höheren Verluste, die man verbuchen musste.
Ein reiner Selbstschutzmechnismus – die Psyche schirmt sich ab und scheut die innere Auseinandersetzung mit seinem früheren Alter Ego.
Continue reading Warum viele Gespräche fruchtlos sind

Das Öko-Narrativ

Immer noch gelingt es den Öko-Taliban und ihren fanatischen Anhängern, der uninformierten Bevölkerung weiszumachen, die vom individuellen Autoverkehr ausgehenden Stickoxide oder Feinstäube in extrem geringen Konzentrationen würden Menschen „vergiften“. Ein Adventskranz mit vier Kerzen erzeugt mehr Stickoxid als tausende von Dieselfahrzeugen. Jeder gemütliche Abend am Holzkohlegrill müsste ein sicheres Todesurteil für die beköstigten Bratwurstliebhaber und deren nähere Nachbarschaft sein. Die Grenzwerte, die die EU festgelegt hatte, entbehren jeder Grundlage. Sie sind politisch motiviert. Es handelt sich um einen politisch gewollten Kampf und Wirtschaftskrieg: Es geht darum, das (noch stärkste) wirtschaftliche Standbein der Bundesrepublik Deutschland zu zerstören: die Automobilindustrie. Die ausländische Konkurrenz freut es, während es Konzernbosse wie Opa Zetsche von Daimler nicht stören muss, sind ihre Konglomerate doch längst global und branchenübergreifend aufgestellt und können somit auch ohne tradierte Bindungen zum (schwindenden) Heimatmarkt Deutschland existieren.
Der Plan ist, die individuelle Mobilität einzuschränken. Fahrverbote in einzelnen Städte sind nur Bausteine auf diesem Weg.

Es geht längst nicht mehr um saubere Luft oder gar die Gesundheit. Die ist weder durch die niedrigen Stickoxidkonzentrationen in den Städten nahe den natürlichen Konzentrationen noch durch Feinstaub gefährdet.
Berlin: 49 µg Stickstoffdioxid pro m³ Luft.
EU-Vorschrift: 40 µg/m³ Luft
Schweizer Grenzwert: 80 µg/m³ Luft
US-Grenzwert: 100 µg/m³ Luft

Am Arbeitsplatz darf man über acht Stunden lang Belastungen von 950 µg/Kubikmeter Luft ausgesetzt sein, beim Kochen in der Küche mit einem Gasherd können schnell einmal 4.000 µg pro m³ entstehen. Wow, das ist ja seltsamerweise viel mehr als 40, das kann man auch ohne Mathe-Diplom sehen oder? Viertausend Mikrogramm pro Kubikmeter Küchenluft, während auf der Straße mit den „todbringenden Dieselstinkern“ nur 40 Mikrogramm erlaubt sind. Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Wer da als Hausfrau nicht auf der Stelle tot umfällt … und als Koch muss man eh ein echter Überlebenskünstler sein, das wussten wir allerdings schon. Der Rauch einer einzigen Zigarette enthält 50.000 Mikrogramm Stickstoffdioxid.  In einer Schachtel stecken somit ca. 1 Million Mikrogramm Stickstoffdioxid. Schon gegen menschliche Raucher sind sämtliche privat gefahrenen Dieselfahrzeuge Deutschlands nur ein Fliegenschiss. Continue reading Das Öko-Narrativ

Totalitäre Gedankenspielerei

Totalitarismus ist nicht gleichbedeutend mit Tyrannei einer skrupellosen, machtbesessenen Frau oder eines starken Mannes. Wer da schreibt oder erwartet, dass irgendwelche Eliten „nach entsprechender Vorarbeit plötzlich eine charismatische Persönlichkeit präsentieren“, die die Macht übernähme und als Gegenleistung eine „bessere Welt“ für die Treue der Bürger verspräche, hat nicht verstanden, dass auch sog. demokratische Gesellschaften totalitäre Züge tragen können und dass ein totalitäres System nicht der Diktatur als Staatsform bedarf. Der totalitäre Kern ist durch eine unentrinnbare ideologische Durchwirkung bis ins letzte Glied der Gesellschaft gekennzeichnet. Eine totalitäre Herrschaft kann auch unter der formellen Regentschaft eines Wohlfahrtsausschusses, eines Politbüros oder eines per Stimmabgabe gewählten Parlaments existieren, das dann alle Entscheidungen der gewählten Parteiführer zuverlässig abnickt wie ein Wackeldackel auf der Hutablage eines alten Opel Rekord, der über Kopfsteinpflaster rollte.
Continue reading Totalitäre Gedankenspielerei

Totalitarismus

Kurz notiert: Ein wesentliches Merkmal totalitärer Systeme (im Unterschied zu lediglich autoritär geprägten Staatsformen) ist eine der Gesellschaft aufgezwungene Ideologie, die alle Lebensbereiche durchdringt und deren Einfluss man sich als Bürger weder im Berufs- noch im Privatleben gefahrlos entziehen kann.
Dieser Einfluss äußert sich u. a. in einem hohen Bekenntniszwang bzw. -druck in der Öffentlichkeit, dessen Intensität besonders in Zeiten des Verfalls oder bei schwächelnden Regimes zunimmt, bis er nur irgendwann die Form ritualisierter Phrasen und formelhafter Beschwörungen annimmt.
Kein Lebenssphäre bleibt dabei ausgespart, weder Kultur noch Sport, Freizeit, Verkehr oder Partnerwahl – alles wird mit einem totalitär wirkenden ideologischen Virus infiziert, der sich durch umfassend wirkende existenzielle Zwänge immer weiter ausbreitet. Existiert ein totalitäres Regime generationsübergreifend, so nehmen Kinder und Jugendliche den Totalitarismus und die aufoktroyierte Ideologie weitgehend als Normalität wahr; sie kennen schließlich von Kindesbeinen an keine andere Realität, keine anderen als die von ihren Lehrern und medialen Faktenerfindern vermittelten Ansichten – im Gegensatz zu ihren Eltern, die vielleicht noch „Zwiedenken“ und „Doppelsprech“ (Orwell) verinnerlicht und sich so gleichsam eine zweite (äußere) Haut zugelegt haben. Kommt einem bekannt vor, ja?