Kategorie-Archiv: Notizen

Kulturwandel auf unseren Straßen …

Erstaunlich, wie viele Leute die Vorfahrtsregeln offensichtlich nicht kennen. Vergessen, nie gelernt oder egal? Fahrschule = Baumschule?  Rechts vor links, wenn gleichrangige Straßen sich kreuzen, muss man doch schon mal gehört haben?  „Ja, in der Fahrschultheorie …“
Oder es gibt da, wo diese ganzen Stockcar-Kandidaten herkommen, nur beschilderte oder mit Ampeln bestückte Haupt- und Nebenstraßen, aber keine gleichrangigen Straßen? Aber da, wo die herkommen – wo soll das sein?
Kann ja mal sein, wenn man größtenteils nur auf großstädtischen Hauptverkehrsadern unterwegs ist und dann in ein Wohngebiet abzweigt und sich hier durchkämpft, dass man das auf den ersten Blick mal übersieht. Nach der zweiten oder dritten kritischen Situation erkennt man aber oder müsste erkennen, dass hier in der Verkehrsführung irgendwas anders ist als gewohnt, oder? Gibt es dann nicht den sprichwörtlichen Aha-Effekt? Oha, da war kein Verkehrsschild, ich bin wohl nicht auf einer Hauptstraße unterwegs, müsste also hier vielleicht mal abbremsen und nach rechts gucken und dem, der aus der Straße kommt, die Vorfahrt lassen.
Man ist mittlerweile schon so an die Unkenntnis der Anderen gewöhnt, dass man ggf. auch den von links Kommenden noch durchfahren lässt, weil man immer damit rechnen muss, dass da einer kommt, der die Vorfahrtsregelung gar nicht kennt oder nicht beachtet.
Etwa geschätzt zehn Prozent der Autofahrer sollen ja sogar ohne Führerschein unterwegs sein, wobei ich jedoch vermute, dass die führerscheinlosen Autofahrer insgesamt gesehen, bis auf Einzelfälle wie neulich hier, sogar die besseren und umsichtigeren Fahrer sind. Nachvollziehbar, weil die üblicherweise natürlich nicht auffallen oder von der Polizei nicht angehalten werden wollen.
Trotzdem komisch, dass so viele (angeblich mündige) Teilnehmer am Verkehrsgeschehen in der Hauptstadt immer so überrascht tun (oder es auch sind), wenn sie hier durchrasen oder vor mir gerade noch eine Notbremsung hinlegen. Aber wenn’s kracht, dann kracht es halt. Auch okay. Manche lernen es dann nur so. Durch Schmerz und/oder Blechschaden. Klarer Versicherungsfall. Immer noch besser, wenn ich mich jetzt opfere, als wenn so ein Idiot eine wehrlose Radfahrerin überfährt oder gar jemanden, der noch ein besserer, ein wertvollerer Mensch ist als ich …

Dieser Oberstleutnant, dessen Namen ich nicht kenne …

… ich meine den, der wegen drei harmloser Foto-Likes in einem privaten Social Media-Account in Schimpf und Schande entlassen werden soll, ist natürlich nur ein Bauernopfer – dazu bestimmt, das Narrativ von einem angeblichen Rechtsruck in der Bundeswehr zu zementieren.
Es ist eigentlich lächerlich, zugleich aber auch gefährlich. Continue reading Dieser Oberstleutnant, dessen Namen ich nicht kenne …

Reisewarnung

In irgendeiner Einwickelzeitung las ich vor einigen Tagen, dass offizielle Vertreter der Türkei immer öfter in Berlin vorstellig würden und die zuständigen Politiker der Merkel-Administration bedrängten oder aufforderten, endlich die noch bestehenden coronabedingten Reisebeschränkungen oder -warnungen für willige Türkeiurlauber aus Germanistan aufzuheben.
Man erkennt, dass (offizielle oder vom Amts wegen erlassene) Reisewarnungen die einzige Waffe bzw. das letzte verbliebene außenpolitische Druckmittel der BRD sind. Wenn Berlin Reisewarnungen an gebietsansässige Inhabitanten ausspricht (oder vielleicht etwas länger als nötig aufrechterhält) und deren Urlaubsreisen in bestimmte Länder (aus beliebigen Gründen) beschränkt, könnte man damit vielleicht auch die Absicht verfolgen, die betreffenden Zielreiseländer finanziell zu bestrafen bzw. indirekt unter Druck zu setzen, falls und insoweit solche Volkswirtschaften auf Einnahmen aus dem deutschen Massentourismus dringend angewiesen sind. Natürlich nur, solange es hierzulande noch solvente Urlaubskandidaten in ausreichender Zahl gibt. Andere Möglichkeiten hat man auch nicht (mehr).

Impfschutz

Schule, Ausbildung, Wehrdienst, Studium und Berufsleben in der DDR waren immer auch eine Impfung – eine ganzheitliche, lebenslang wirkende Grundimmunisierung gegen Totalitarismus, Sozialismus und Verlogenheit. Auch wenn die Injektionen teilweise schmerzhaft waren, bin ich für diesen Impfschutz heute dankbar. Danke liebe Lehrer, Parteifunktionäre, Offiziere, Dozenten, sozialistische Leiter et. al. Wer den Sozialismus bewusst er- bzw. gelebt hat, ist (im Erlebensfalle) geheilt und vor künftigen Ansteckungen geschützt, es sei denn, die Person war noch zu jung, um zu verstehen, oder sie spielte als überzeugter Erfüllungsgehilfe bzw. Täter* die Rolle eines gut geölten Rädchens im Getriebe dieses Repressionsapparats …
* Weibliches Tätergeschlecht gilt als inbegriffen.

Erklärungsansatz: Kulturwandel

Woher denn die immer weiter zunehmende Gewalt käme, das solle ich ihm mal erklären, schrieb mal vor Jahren ein Blogger. Man solle ihm aber nicht mit Politik kommen, denn die interessiere ihn nicht …
Nun denn, also ein kulturwissenschaftlicher Erklärungsansatz:
Die jüngsten Ausschreitungen in Dijon und Stuttgart lassen sich auch als Ausdruck eines fortgeschrittenen Kulturwandels interpretieren, der sich seit Jahrzehnten vollzieht. Dieser Kulturwandel wurde schon vor geraumer Zeit als „Prole Drift“ bezeichnet.
Der Grundgedanke dahinter ist, dass sich in früheren Epochen kulturelle Werte und ästhetische Wertvorstellungen in der Gesellschaft von oben nach unten verbreiteten, also von der Aristokratie geprägt, später vom Bürgertum bewahrt und dann auf die unteren Stände oder Schichten der Gesellschaft ausstrahlten und von diesen übernommen wurden. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich diese Entwicklung in den westlichen Industrieländern umgekehrt; die schöngeistige, vornehme Kultur wurde nach und nach durch eine vulgäre, körperlich orientierte und tendenziell gewaltverherrlichende Unterschichtskultur ersetzt, die vertikal in die Oberschicht(en) hineinwirkt. Diese destruktiv konnotierte Kultur, die sich an einer medial vermittelten (Möchtegern-)Gangster- und Hollywood-Kultur orientiert und diese nachahmt, gibt sich vulgär, protzig und ist in hohem Maße von körperlicher Gewalt fasziniert.

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Die Macht der Narrative

Nein. Es ist weder Bluff noch Verarsche, sondern ein fliegender Wechsel der Narrative. Das Corona-Narrativ, das seit März alle Schlagzeilen und Sendeplätze der BRD beherrschte, wurde flugs vom Rassismus-Narrativ abgelöst. Bis auf Widerruf ist jetzt Rassismus zur neuen Killerseuche erhoben. Warum man diesen Narrativ-Wechsel derart schnell und anstandslos vollzog, ist vermutlich in nicht unerheblichem Maße auf wirtschaftliche und budgetäre Gründe zurückzuführen. Es war nicht sinnvoll und angesichts der Stimmung in der BRD-Bevölkerung auch nicht durchsetzbar, das Corona-Narrativ in seiner Stringenz noch länger aufrechtzuerhalten; daher wird es vorerst auf kleiner Flamme weiterköcheln und möglicherweise bei Bedarf (Stichwort Impfzwang) wieder ordentlich aufgewärmt. Die Ausschreitungen in den USA waren ein willkommener Anlass, um von den überzogenen Lockdown-Maßnahmen und den Fehlprognosen merkelscher Hofvirologen abzulenken. Anstelle des Angst-Themas (Pandemie) wird nun ein Schuld-Thema (Rassismus) in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dazu braucht es nicht viel, ein paar Berichte, Features, dümmliche Tweets, Videoclips, Talkshows, in denen Zeugen über empörenden Rassismus der Deutschen im Alltag berichten usw. usf. So geht das. Continue reading Die Macht der Narrative

Guck mal, wer da kniet …

Ein Kniefall ist immer eine Unterwerfungsgeste oder ein Zeichen von Vergötterung bzw. höchster Bewunderung. Als kollektive oder symbolische Entschuldigung für einen Fall von Polizeigewalt oder koloniale Erbsünden taugt der Kniefall hingegen nicht. Bestenfalls macht man sich nur lächerlich, wenn man vor den falschen Götzen kniet. John Schnee, der Wächter des Nordens, wusste das, als er schließlich das Knie vor seiner Königin beugte. Beugt man aber das Knie vor dem Pöbel oder kriminellen Mob, muss man damit leben, dass man Hohn, Spott oder Verachtung erntet. Kann auch sein, dass man mit der Zeit Knieprobleme bekommt und irgendwann nicht mehr hochkommt. Man sollte nie auf die Knie gehen, wenn man nicht bereit ist, Schwänze zu lutschen, sagte einst der kluge Lude vom Kiez …

Sometime they’ll give a war …

Stell dir vor, es ist Pandemie, und keiner macht mit;
kaum einer stirbt, fast alle sind fit.
Stell dir vor, es ist Pandemie, doch niemanden kümmert’s mehr,
dann müssen neue Beschränkungen und Strafen her.
Stell dir vor, es ist kein Krieg, und trotzdem sind die Kassen leer -
dann muss man sagen: Pandemie ist doch Krieg – ein Wiederaufbaufonds muss her!