Kategorie-Archiv: Politik

Kim Jong-un oder warum Bildung nichts verändert…

Jeder mochte ihn, den aufgeweckten koreanischen Schüler namens Pak-un. Er sei ein gut integrierter, intelligenter und freundlicher Bub gewesen – ein fleißiger und ehrgeiziger Schüler mit guten Umgangsformen, der sich gut in der Schweiz eingelebt hatte, fließend Schweizerdeutsch sprach und selbst auf Englisch und Französisch parlieren konnte. Wie ein Schwamm sog er die erstklassige Schulbildung in sich auf, die ihm engagierte Schweizer Lehrer vermittelten.

Ohne Zweifel ein Leistungsträger, der auch an jedem deutschen Gymnasium brilliert hätte. Ja, der junge sympathische Asiate, der sich als Sohn eines koreanischen Botschaftsangestellten ausgab, war gegen Ende der 90er Jahre der ganze Stolz seiner Lehrerschaft an der Schule „Liebefeld Steinhölzli“ in Köniz bei Bern.

Nach den Erzählungen ehemaliger Mitschüler und Lehrer fand er sich gut zurecht, überzeugte durch gute schulische Leistungen und setzte sich für Schwache ein. Seinen Schulkameraden ist er vor allem als guter Basketballspieler in Erinnerung. Seine Liebe zum Basketballspiel, das sowohl Körpereinsatz als auch Geschick und Ausdauer erfordert, hat sich der junge Mann bis heute bewahrt, der mittlerweile jedoch seinen Decknamen ab- und einige Kilos zugelegt hat und unter seinem wahren Namen Kim Jong-un nunmehr als oberster Führer und Feldherr des nordkoreanischen Regimes über Volk, Partei und Streitkräfte gebietet. Continue reading Kim Jong-un oder warum Bildung nichts verändert…

Der Euro – Lunte am Pulverfass Europa?

Politiker und sonstige Schönredner lieben Euphemismen. Wortreiche, wohlklingende Umhüllungen oder Verschleierungen von unangenehmen Wahrheiten oder Wörtern, die aus bestimmten Motiven nicht benannt werden sollen.
Begriffe wie Null- oder Negativwachstum, Langlebigkeitsrisiko oder Rentnerschwemme sind jedem geläufig…

In den USA kam man z. B. 2003 auf die Idee, Pommes Frites als Zeichen der Missbilligung gegenüber Frankreich, das sich gegen den Irakkrieg ausgesprochen hatte, nicht mehr als „French Fries“, sondern nunmehr als „Freedom Fries“ zu bezeichnen. Seitdem wurden Unmengen frittierter Kartoffelstäbchen im Namen der Freiheit von US-amerikanischen Patrioten verschlungen.

Auch unsere Politiker bzw. deren Redenschreiber kleckern nicht, sondern klotzen, gerade wenn es um Ausdrücke und Formulierungen geht. So wird der Euro oft als Friedenswährung, also eine Währung bezeichnet, die eine friedenssichernde Funktion haben oder durch ihre Existenz faktisch den Frieden garantieren soll. Continue reading Der Euro – Lunte am Pulverfass Europa?

Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Seit Jahren feuert die geballte Medienmacht aus allen Rohren: Deutschland, mit Argwohn und Misstrauen, jedoch auch Neid betrachtetes Symbol des reichen Nordens, profitiere besonders vom Euro – und dies allein auf Kosten des armen Südens.

Die Mehrzahl der deutsche Bürger sah und sieht dies naturgemäß etwas anders, widerspricht es doch ihrer gelebten Wirklichkeit, den tagtäglich im Alltag gesammelten Erfahrungen, die von Billiglöhnen, Teuerung, hohen Steuern, Abgaben und staatlichen und europäischen Drangsalierungen à la Glühlampenverbot geprägt sind.

Geschulte EU-Propagandisten pflegen daraufhin sinngemäß zu antworten, diese negative Wahrnehmung sei nur gefühlt, entspreche jedoch nicht der Wirklichkeit, da der EU keine derartigen Daten vorlägen…

Nun ziehen sich immer mehr feine, aber unübersehbare Risse durch die Matrix. Continue reading Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…

Könnt Ihr euch noch daran erinnern, wie euch Opa oder Oma immer ihre Lebensweisheiten aufdrängeln wollten und mit ihren moralisierenden Sprüchen und Ansichten etwas genervt haben?

Nein, ich meine damit nicht nachdrücklich vorgebrachte Mahnungen der Art: „Junge, erlern einen ordentlichen Beruf, in dem man gutes Geld verdient, und lass dir mal wieder die Haare schneiden“, sondern eher sprichwörtliche Redensarten, in denen viele wohlfeile Verhaltensregeln und Prinzipien vermittelt wurden: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, „ohne Fleiß kein Preis“ und „ehrlich währt am längsten“ sind nur einige dieser großmütterlichen Redensarten, die wohl jeder kennt, der als Nichtmigrant im biodeutschen Kulturraum – wie man im linksgrünen Milieu wohl zu sagen pflegt – aufgewachsen ist…

Doch Oma und Opa meinten es ja nur gut und wollten ihren Sprösslingen gesellschaftliche Normen nahebringen, die in ihrer Gesellschaft zu ihrer Zeit Gültigkeit hatten und, wie sie dachten, auch künftig stets haben werden. Diese sprichwörtlichen Redensarten spiegeln traditionelle Normen wider, wie z. B. die wilhelminische Obrigkeitshörigkeit des braven Untertanen oder die heute auch in FDP-Kreisen zuweilen propagierte Auffassung, nur durch harte Arbeit könne man es zu etwas bringen oder der Glaube daran, dass sich Straftaten nicht lohnen…

Obschon diese traditionellen Redensarten eher Ausdruck protestantischer Sittsamkeit und preußischer Tugenden sind, waren in meiner Kindheit Eltern, Großeltern und Erzieher bemüht, dem Bub, also mir, auf diese Weise moralische Grundsätze und soziale Verhaltensregeln zu vermitteln, die mich zu einem Leben als wertvolles Mitglied der real existierenden sozialistischen Gesellschaft befähigen sollten…

In unserer modernen Gesellschaft, die von solch moralischem Ballast und antiquierten ethischen Auffassungen weitgehend befreit und gleichsam entkernt wurde, besitzen viele dieser traditionellen Lebensweisheiten und Begriffe, z. B. die des ehrbaren Kaufmanns oder redlichen Bankiers, nur noch antiquarischen Wert. Es sind leere Worthülsen, die höchstens noch in den launigen Erzählungen pfeiferauchender SPD-Altpolitiker vorkommen…

In der gesellschaftliche Realität werden diese Redensarten tagtäglich widerlegt… Crime does pay, every day…. und der Ehrliche ist leider allzu oft der Dumme.

Dies gilt um so mehr für Omis Spruch: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“
Wie wenig doch diese alte Redensart auf die heutigen Verhältnisse anwendbar ist, obwohl sie doch nur dem ureigenen Bedürfnis nach Vorsorge für schlechte Zeiten Ausdruck verleiht… Continue reading Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…

Von Clowns und Kaisern…

Vom letzten deutschen Kaiser ist überliefert, dass die seinem Mund entfleuchenden Worte seinen Gedanken oft vorauseilten…

Wilhelm II, der zuweilen auch als „Redekaiser“ bezeichnet wurde, galt als ausgewiesenes Redetalent und wusste seine Zuhörer durch sein umfangreiches Wissen und seine hohe Intelligenz zu beeindrucken. Er äußerte sich oft und gern zu allen möglichen Fragen seiner Zeit.

Leider sollen seine ebenso unbestrittene Arroganz und Impulsivität ihn oft dazu verleitet haben, bei seinen Reden zu improvisieren. Einmal in Fahrt gekommen, ließ er sich daher zuweilen zu unbedachten oder politisch unklugen Aussagen hinreißen, die im Ausland harsche Reaktionen provozierten.

Wilhelm selbst war sich der Wirkung seiner gesprochenen Worte oft nicht bewusst, denn spiegelbildlich zu seinem Hang zur Selbstdarstellung soll er Journalisten verachtet und die Wahrnehmung seiner Reden im Ausland unterschätzt haben.

Nach heutigen Maßstäben gesehen zeigte Wilhelm II „klare Kante“, wählte markige Worte und sprach aus, was ihm zum jeweiligen Zeitpunkt durch den Kopf ging und was seiner Meinung nach in der Öffentlichkeit einen guten Effekt versprach und „sein Volk“ auch hören wollte…
So war er und so liebte ihn sein Volk – als klugen Charakterkopf mit Ecken und Kanten. Continue reading Von Clowns und Kaisern…

Armutszuwanderung – Sargnagel für den westlichen Wohlfahrtsstaat?

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Armutszuwanderung.
Wer in den letzten Tagen die Presselandschaft beobachtet und die im Tagesrhythmus veröffentlichten Artikel und Kommentare über die Zwangslage deutscher Kommunen verfolgt hat, die sich mit der Bewältigung der Zuwanderungsströme aus unseren neuesten EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien offenbar überfordert sehen, reibt sich vielleicht erstmal verdutzt die Augen? Wurde vom Presserat eine neue Transparenzinitiative ausgerufen – „Glasnost“ reloaded?
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CDU simuliert Bürgerbeteiligung

Wie Welt Online heute berichtet, plant die Union in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs auf Tuchfühlung zu ihren potenziellen Wählern gehen und eine Million Postkartensätze an Bürger zu versenden, auf denen diese unter dem Motto “Was mir am Herzen liegt” frei von der Leber weg ihre Wünsche fürs Wahlprogramm äußern dürfen.

Vor allem dürften allerdings positive Meinungsäußerungen und Einsendungen erwünscht sein, auf denen zufriedene Bürger ihre Zustimmung zur allumfassenden und alternativlosen Rettungspolitik der Kanzlerin signalisieren dürfen.
Damit die Aktion nicht von Eurokritikern und sonstigen Abweichlern sowie Querulanten für Missfallensbekundungen missbraucht und das vorherrschende positive Stimmungsbild gestört wird, plant man, den Bürgern als Anregung gleich einige vorgedruckte Antworten mit positiven Grundtenor vorzuschlagen, die dann angekreuzt werden dürfen… An den Formulierungen wird derzeit noch gefeilt.