Kategorie-Archiv: Allgemeines

Platz da!

Thomas von Aquin hatte im Mittelalter die theoretische Frage aufgeworfen, wie viele Engel auf einer Nadelspitze tanzen können. Wenn ich mich recht erinnere, einigte man sich nach langen Diskussionen auf die Antwort: So viele wie wollen.

Die moderne Entsprechung dieser theologisch bedeutsamen Frage ist: Wie viele Migranten oder sog. Flüchtlinge kann ein Land wie Deutschland aufnehmen?

So viele, wie man hereinlässt? Nein, denn das würde eine potenzielle, wenn auch unwahrscheinliche Begrenzung bzw. einen möglichen künftigen Willen zur Zurückweisung implizieren. Falsch, Kinder. Man ist natürlich versucht, die Frage nach der maximalen Zahl außereuropäischer Migranten, die sich in Deutschland tummeln können, analog der vorerwähnten theologischen Engelsfrage zu beantworten. Dennoch lohnt es, dieser schwammigen Aussage der Pfaffen mit einem gebotenen Schuss Skepsis und Kritik zu begegnen.
„So viele wie wollen“ wäre eine unangemessene Antwort, d. h. begrifflich zu niedrig angesetzt, denn a) was ist mit denen, die (noch) nicht wollen?; und b) übersteigt das heutige Gebiet Deutschlands schließlich die Fläche einer Nadelspitze um ein Quantilliardenfaches (und womöglich noch mehr). Man muss daher eine erweiternde Formulierung finden, die dem räumlichen Mehrangebot in Deutschland gegenüber einer Nadelspitze Rechnung trägt. Aus heutiger Sicht lautet die korrekte Antwort daher: alle. Und wenn man zusammenrückt, sogar noch mehr …

Die sich keinen Wolf schwimmen …

Erich Honecker ging nur selten ins Wasser und wenn, dann schwamm er nie weit hinaus. Ein einziges Mal, das war im Schwarzen Meer vor der Krim, wo er auf Einladung des damaligen sowjetischen Parteichefs Breshnews einige Tage verbrachte, bevor er von ihm empfangen wurde, bekam er beim Schwimmen Probleme. Die Wasseroberfläche war fast glatt, nur leicht gekräuselt, doch unsichtbar unter Wasser zerrte eine Strömung an den Körpern, drohte, sie hinaus aufs Meer zu ziehen. Sein Leibwächter, der unseren damaligen Partei- und Staatschef auch beim Schwimmen begleitete, bemerkte Honeckers Schwäche, kraulte zu ihm hin und fragte: „Geht’s noch, Genosse?“.
„Klar doch“, keuchte Honecker, der keine Unsicherheit oder gar Schwäche zeigen wollte. „Wie weit noch bis zum anderen Ufer?“ Irritiert fragte der mitschwimmende Personenschützer: „Welches andere Ufer?“ Er mag vielleicht kurz mit dem Gedanken gespielt haben, ihm den Kopf unter Wasser zu drücken. Hätte er tun können. Nicht schwer. Sie waren schon weit draußen. Doch in Wahrheit dachte er das Undenkbare nicht. Vermutlich nicht. Ich kann es ja nicht wissen. „Irgendeins. Ist wichtig, ein Ziel zu haben“, presste der Schwimmer heraus. Honecker schwamm verbissen weiter. Beide Schwimmer wurden von einer Strömung weit abgetrieben und erreichten den rettenden Strand nur mit Mühe und Not. Als er ans Land stieg, knickten Honeckers Beine ein … „War knapp“, könnte er gedacht haben, noch immer schwer atmend. Irgendetwas in der Art. Er erholte sich jedoch schnell und blieb danach noch etliche Jahre in Amt und Würden, wie wir wissen.
Frau Merkel kann natürlich auch schwimmen. Sie schwimmt auf Sicht, immer parallel zum Strand, in sicherer Entfernung, nie hinter der Boje. Sie badet auch gern. Lau, sicherlich. Das kennt man. Da kann nichts passieren. Denn Frau Merkel schwimmt immer oben und geht nie unter …

Splitter

… Die Folgen der Einwanderung werden von Nassehi pauschal als „Modernisierungsprozeß“ beschrieben. …
Aus TV-Kritik: Die Heimat der anderen, aus JF, 26.02.2019

Wenn wir uns anstrengen, werden wir bestimmt bald so modern wie Somalia, Eritrea oder Pakistan. Notfalls muss man natürlich noch die ganzen Modernisierungsverweigerer aus dem Wege räumen, die der irrigen Ansicht sind, dass sie als Deutsche in Deutschland ein Heimatrecht hätten … Haha, wie lachhaft. Wo doch jeder weiß, dass Heimat nur ein ausgrenzendes soziales Konstrukt ist.
Der Vorteil eines Soziologidiotendaseins im universitären und medialen Elfenbeinturm besteht wohl darin, nicht oder nur selten in die Verlegenheit zu geraten, mit der von normalen Menschen erlebten Realität in Konflikt zu kommen bzw. nicht mit den Opfern des umjubelten Modernisierungsprozesses zusammenzutreffen, etwa überlebenden Opfern oder Angehörigen der Ermordeten oder gar den Steuer-, Abgaben und Gebührenzahlern, die dank  dieses Modernisierungsprozesses trotz rekordhoher Steuereinnahmen mit einer vergammelnden Infrastruktur zu kämpfen haben und von bezahlbarem Wohnraum, verlässlicher Energieversorgung, pünktlichen öffentlichen Transportmitteln, guter Bildung und all diesen „ewig gestrigen“ Dingen nur noch träumen können. Aber die Crux bei der globalistisch geprägten „Modernisierung“ der europäischen Gesellschaften ist eben, dass man selbige zunächst zerschlagen, sprich „dekonstruieren“ muss, bevor man sie dann in einem multiethnischen Experiment (Y. Mounk) aus möglichst divers zusammengewürfelten Probanden auf atomarer Ebene neu zusammensetzt. Na dann: Auf zum Atom, wie Radioactive Man (Simpsons) auszurufen pflegte …

Thomas de Maizière

Für die Nachwelt erhaltenswert. Ex-Minister und Opportunist, wie er im Buche steht, der sich seine Lebenslüge zusammenzimmert. Schon ziemlich dreist, jetzt zu behaupten, man habe mit der Grenzöffnung 2015 nur auf die „Stimmungen“ der Deutschen reagiert, quasi dem „Volkswillen“ entsprochen. Anstandshalber sollte man wenigstens eine Generation warten, bevor man Geschichte umschreibt bzw. kreativ umdeutet.

Hier aber von Michael Klonovsky treffend kommentiert.
(Ex-)Bundesinnenminister Thomas de Maizière räumt … ein, dass die Bundesregierung sich in der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 “von Stimmungen leiten lassen” habe – so der Minister gegenüber der Bild-Zeitung –, statt “nüchterner” zu handeln.  …
Die Regierung hätte rigide Maßnahmen unter dem Druck der Volksmilde schnell wieder zurücknehmen müssen, vermutet der Minister, was wiederum eine “Sogwirkung” erzeugt haben würde. 

Bemerkenswert ist an de Maizières Aussage ist, dass er den Deutschen eine Mitschuld daran gibt, wenn in ihren Straßen, Parks und öffentlichen Verkehrsmittel nunmehr die Darwin awards eröffnet sind, von denen ein fröhlicher Opportunist im Range eines Ministers naturgemäß nichts mitbekommt. Lag jener Engländer, der Deutschland einen “Hippie-Staat” nannte, am Ende gar nicht so verkehrt?

Vermutete Stimmungen in der Bevölkerung, das ist nun freilich ein sonderbares Kriterium für politisches Handeln, zumal solche Stimmungen ja sonst kaum ins Gewicht fallen. Tatsächlich hat die Regierung primär auf Stimmungen in der Öffentlichkeit reagiert, also in jenem Teil der Bevölkerung, der medial tatsächlich repräsentiert wird, dem “Überbau”, jener bunten, oftmals staatsalimentierten Gaukler-Welt aus Medien, Parteiapparaten, Stiftungen, Verlagen, Kulturinstitutionen, Kirchen, Universitäten, Gewerkschaften etc. pp., dem all jene “Wir sind mehr”- oder “Wir sind viele”-Krakeeler entstammen, denen heute die Luft dünn wird und bei denen die Angst wächst vor dem seinerseits wachsenden Erfolg der Rechtspopulisten, weil die ihnen die Subventionen streichen werden, sobald sie irgendwo regieren. Die Regierung handelte im selben witternden Modus wie beim Atomausstieg. Dass die Stimmung eines durch und durch parasitären Milieus, dessen Anteil an der gesellschaftlichen Wertschöpfung ungefähr dem Merkelschen Anteil an der Veredelung der deutschen Sprache entspricht, dass dieses Milieu die bislang katastrophalsten Entscheidungen einer Bundesregierung herbeizwingen konnte, illustriert sehr plakativ, dass die Agenten der kulturellen Hegemonie und Invasoren des vorpolitischen Raumes von Gramsci bis Dutschke die richtige Strategie hatten. In medial gelenkten Gesellschaften herrscht derjenige, der über die Stimmung im öffentlichen Raum gebietet und die Regierenden zum Apportieren zwingen kann. Dass sie dabei am eigenen Ast sägen, ist Linken eigentümlich.

Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/1062-14-februar-2019
(Hervorhebung im Text von mir)

Zum ARD Framing-Handbuch

Die ARD hat sich einen Troll-Leitfaden als moralische Argumentationshilfe zur Rechtfertigung ihrer nutzlosen, wenn nicht sogar schädlichen Existenz und weiterer Beitragserhöhungen erstellen lassen. Im Grunde eine moralische Bankrotterklärung: Der (Staats-)Rundfunk richtet seine Aktivitäten nunmehr gegen seinen ausgewiesenen Feind, den (zwangsweise rekrutierten) Gebührenzahler.

Merkel warnt Deutschland …

Entbehrt nicht einer gewissen Komik. Merkel warnt Deutschland vor den Folgen ihrer Politik: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir scheitern.“ Im Münchner Merkur so gelesen.
Schätze, dass sich Merkel auf ihre Karriere als „elder stateswoman“ vorbereitet und sich in rhetorischen Absetzbewegungen übt. Von einer Frau Merkel als Warnerin und Mahnerin dürften wir in Zukunft noch mehr hören. Karrenbauer darf dann vorerst versuchen, die Karre aus dem merkelschen Dreck zu ziehen. Vergeblich natürlich. Es wird schon bald heißen, sie habe das „Erbe Merkels“ verspielt. Aber so läuft das Spiel halt. Unstrittig natürlich die andernorts kolportierte Aussage, dass Kramp-Karrenbauer die Fortsetzung Merkels mit anderen Mitteln sei.

Heinrich! Mir graut’s vor dir …

Ja, aber dieser Mann bleibt sich wenigstens treu – negativ konsistent in seinen Botschaften. Kirchenboss Heinrich Bedford-Strohm (EKD) befürwortet eine antidemokratische Manipulation der digitalen Öffentlichkeit (im Sinne eines noch zu definierenden „Weltethos“) und möchte die sozialen Medien einem GEZ-ähnlichen Kontrollmechanismus unterwerfen. Wohlfeile Kapitalismuskritik dient dem steuerfinanzierten Pharisäer als Türöffner zur Durchsetzung totalitärer Meinungskontrolle. Ein Feind im Inneren. Kann man hier beim Tichy bzw. Wallasch ggf. nachlesen.
Amtskirchen abschaffen, Pfaffen in die Produktion!

In eigener Sache (II)

Nachdem Jogis politisierte Legionärstruppe gerade verdient gegen die südkoreanische Nationalmannschaft ausgeschieden ist, können wir uns wieder ernsthafteren Themen zuwenden. Hat auch sein Gutes, da es keine hässlichen Bilder geben wird, die die Kanzlerin vermeiden will – nicht so wie damals, als Frau Merkel die halb entkleideten WM-Spieler in der Umkleidekabine besuchte …
Was mir übrigens gerade einfällt: Ich habe Merkel, also Frau Dr. Merkel meine ich, so viel Zeit muss schon sein, denn so heißt sie – jedenfalls die gute Frau Merkel habe ich immer, also in der Anfangsphase dieses Blogs sehr nachsichtig behandelt. Ist zwar ewig her, aber trotzdem muss das mal gesagt werden. Gott ist mein Zeuge, wenn es ihn gibt. So etwa bis 2014 muss das gewesen sein. Man kann auch in den alten Beiträgen nachlesen, wenn man nicht an Gott glaubt. Im Blog hier und sonst so, wenn ich sie in den ersten Jahren mal erwähnt habe. Unverbindlich, höflich und teilweise nett habe ich über Merkel geschrieben, ja doch, muss ich ehrlich eingestehen … Das bereue ich heute. Schäme mich sogar etwas dafür. Obwohl das voll okay ist. Oder nicht? Ich kann aber auch sagen, warum das so war. Continue reading In eigener Sache (II)