Das Ende vom Lied …

Die Luft wird allmählich dünner für Facebook und Twitter. Den sozialen Netzwerken laufen die Nutzer davon. Unnötig zu erwähnen, warum das so ist …
Die Nutzerzahlen beider Online-Netzwerke sind rückläufig oder stagnieren bestenfalls. Nach schwachen Geschäftszahlen brachen die Aktien der beiden börsennotierten Konzerne in der letzten Woche massiv ein. Den Anfang machte Facebook, das ein schleppendes Nutzerwachstum auswies und zudem einen schwachen Ausblick lieferte. Die Zahl der täglich und monatlich aktiven Facebook-Nutzer sei überraschend deutlich zurückgegangen, hieß es. So etwas schmeckt Anlegern und Analysten bekanntlich gar nicht. Die Facebook-Aktie stürzte daraufhin um ca. 20 Prozent ab. Der Börsenwert des US-Konzerns sank so an einem Tag um etwa 120 Mrd. Dollar. War wohl der höchste prozentuale Kursrückgang der Aktie seit Erstnotiz. Aber verzagen wir nicht. Für Anleger vielleicht eine gute Kaufgelegenheit. So wie 2001, als die vielen hoffnungsvollen Internetunternehmen der New Economy-Ära ebenfalls zunächst kleine Wachstumsdellen verzeichneten. Danach ging’s dann richtig abwärts …

Einen Tag später traf es auch Twitter. Auch Twitter befindet sich auf dem absteigenden Ast. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der monatlich aktiven Twitter-Nutzer um eine Million. Genau wie die Nutzer des besagten Kurznachrichtendienstes ergreifen also auch dessen Anleger die Flucht. Twitter hat im letzten Quartal in der Summe eine Million aktive Nutzer verloren. Viele aus Konzernsicht wertvolle Nutzer aus Europa und westlichen Ländern gehen von der Fahne; stattdessen stoßen höchstens weniger lukrative Nutzer aus Schwellenländern hinzu, die allerdings einen geringeren Umsatz pro Nutzer generieren.
Statt in ihr Kerngeschäft investieren die Online-Netzwerke mittlerweile lieber in neue Löschzentren und Meinungswächter. Da könnten wohl die Totenglocken für das traditionelle Geschäftsmodell dieser (weithin unbeliebten) Konzerne bald läuten, ist zu vermuten.

Deutet sich an, dass ich mit meiner früheren Einschätzung möglicherweise richtig lag: „Mit repressiven Regimes kollaborierende Plattformen wie Twitter und Facebook verlieren mit zurückgehenden Mitgliederzahlen künftig auch wirtschaftlich an Bedeutung, während die Nachfrage nach alternativen Plattformen, die einen freien unzensierten Meinungsaustausch ermöglichen, anderswo befriedigt wird.“

Facebook und Twitter werden sicher als finanzstarke Konzerne so bald nicht untergehen, stehen meines Erachtens aber bei weiter wegbrechenden Nutzerzahlen (die rückläufige Umsätze zur Folge haben werden) vor einer grundlegenden Neubewertung.

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