Die Ukraine im Spiegel der Medien

Es ist ein Fiasko für den Westen. Die Krim hat sich wie erwartet in einem Referendum mehrheitlich für den Beitritt zu Russland entschieden. Eine Sezession der russisch geprägten östlichen Regionen der Ukraine ist bei fortgesetzten Tumulten nicht ausgeschlossen.
Es ist schon seltsam, mit welcher Blindheit und Vehemenz die Medien der europäischen Öffentlichkeit diese Machtübernahme in Kiew durch eine kleine Clique als proeuropäisches Statement für Freiheit und Demokratie zu verkaufen versuchten.
Eifrig mitgemischt im Machtpoker haben ausländische Akteure, denen es nun schwer fällt, die selbst beschworenen russophoben Geister wieder in ihre Flasche zu zwingen. Nationalistische und rechts orientierte Kräfte der Swoboda und des rechten Sektors haben die losen Zügel der Macht ergriffen. Im selben Maße, wie in der deutschen Bevölkerung Zweifel daran wachsen, ob der von der Merkelregierung verfolgte Konfrontationskurs zu Russland sinnvoll ist und nicht etwa deutschen Interessen irreparablen Schaden zufügt, nehmen die medialen Bemühungen zur Gleichschaltung der offiziellen Meinung immer abstrusere Formen an.
So wurde in der vergangenen Woche der Russlandkorrespondent von „Zeit Online“, der dem dortigen Chefredakteur zu russlandfreundlich erschien, kurzerhand gefeuert. Die öffentliche Kündigung des vermeintlich russophilen Autors erfolgte öffentlichkeitswirksam über Twitter, was in der heutigen Zeit einer medialen Hinrichtung gleichkommen dürfte.

Der wohl zu Unrecht als Putin-Versteher gescholtene freiberufliche Autor dürfte es künftig schwer haben, an neue Aufträge zu gelangen. So sieht es also aus, wenn die neuzeitliche Inquisition eine mediale Hexenverbrennung auf dem Altar der Pressefreiheit zelebriert. Ist dies nun der Auftakt zu weiteren Säuberungen, d. h. der Entfernung der wenigen Journalisten aus den Redaktionsstuben, die sich der um sich greifenden Russlandhysterie widersetzen, von der weitgehend gleichgeschaltete deutsche Medien so ergriffen sind, dass sie aus allen Rohren gegen jeden schießen, der es immer noch nicht verstehen könne, warum eine in keiner Weise legitimierte rechtsnationalistische Putschistenregierung in Kiew nun auf einmal als Bastion von Freiheit und Demokratie gelten solle?
Wie die neue schlagkräftige Demokratie in der Ukraine aussieht, konnte man in der letzten Woche bereits in diversen Videoclips sehen.
In Kiew wurde z. B. der Chef des ukrainischen Staatssenders unter Faustschlägen und Hieben eines verdienten Abgeordneten der Putschistenpartei genötigt, sein Rücktrittsgesuch zu verfassen. Woraufhin der Parteichef der rechtsextremen Swoboda seinen prügelnden Parteifreund darauf hinwies, dass man schließlich, da man ja jetzt an der Regierung sei, über bessere Kampfmittel verfüge, um mit Verrätern abzurechnen. Das Vergehen des dortigen Senderchefs bestand übrigens darin, eine Rede von Wladimir Putin ausschnittsweise im ukrainischen Fernsehen ausgestrahlt zu haben.
In Deutschlands gleichgeschalteten Rundfunksendern muss man freilich nicht zu solchen Maßnahmen greifen, man hat eher den Eindruck, dass für den Fall einer künftigen Vorwärtsverteidigung der NATO im Donezkbecken schon die richtigen Kandidaten bereit stehen, die sich als eingebettete Journalisten gern an vorderster Front in Erdlöcher und Schützenpanzer zwängen würden, um die Freiheit Deutschlands an der Seite nationalistischer Fanatiker in der Ukraine zu verteidigen.

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