Dieser Oberstleutnant, dessen Namen ich nicht kenne …

… ich meine den, der wegen drei harmloser Foto-Likes in einem privaten Social Media-Account in Schimpf und Schande entlassen werden soll, ist natürlich nur ein Bauernopfer – dazu bestimmt, das Narrativ von einem angeblichen Rechtsruck in der Bundeswehr zu zementieren.
Es ist eigentlich lächerlich, zugleich aber auch gefährlich.
Lächerlich, weil dieser Oberstleutnant ein – auch im Sinne des herrschenden Systems – untadeliger Bundeswehroffizier ist bzw. zu sein scheint, eben ein couragierter Staatsbürger in Uniform, wie man ihn sich doch immer wünschte, ganz auf Linie der Politik – einer, der sich unmissverständlich und unüberhörbar für Offenheit, Diversität und die ganze Palette der “bunten” Gesellschaft einsetzt.
Die Hetzjagd der Panorama-Meute auf diesen Offizier erweist sich, so gesehen, als völliger Fehlschuss. Aber nur auf den ersten Blick, wenn man übersieht, dass der Mann selbst gar nicht das Ziel war.
Gefährlich ist es, weil es schlaglichtartig den totalitären Charakter der Medienkampagnen offenlegt und andere Soldaten einschüchtert. Soll es ja auch!
Sei wachsam, like nichts Verdächtiges (und auch nichts, was zukünftig vielleicht als verdächtig wahrgenommen werden könnte). Jeder weiß, was „verdächtig“ bedeutet: alles, was irgendwie mit Heimat, Nation, Volk, Ethnie usw. (in Verbindung mit deutsch, versteht sich) zu tun hat. Durchkämme die Liste deiner Online-Freunde gründlich, und entferne verdächtige Subjekte. Distanziere dich lautstark auf allen Kanälen! Melde schädliche Elemente beim jeweiligen Arbeitgeber oder der Panorama-Redaktion, bevor du selbst in Verdacht gerätst!
Es hätte ja auch jeden anderen treffen können. Denunziationen, Shitstorms, Ächtungen – alles verselbständigt sich in einem linksinternationalistichen Bevölkerungsexperiment mit totalitärem Anspruch. Es lässt einen darüber nachsinnen, wie der Große Terror in der sowjetischen “Heimat aller Werktätigen” entstand. Es wurde nach Aufforderung munter denunziert, verhaftet, dann hingerichtet. Unschuldig? Alle hatten gestanden. (Nebenbei Buchtipp: „Metropol“ von Eugen Ruge)
Lugt nun die schemenhafte Fratze des Totalitarismus in 4k Ultra HD-Auflösung aus den Panaroma-Flachköpfen heraus?
Bestrafe einen, erziehe Hundert? So gesehen ist es für den Fortgang der Geschichte egal, wie vehement und wortreich der besagte Oberstleutnat sich jetzt distanziert oder erklärt. Er ist erledigt, seine Karriere beendet, und der angerichtete Schaden ist nicht wiedergutzumachen.