Ein Kasper für Obama

Der glücklose pantomimische Auftritt eines falschen Gebärdendolmetschers sorgte bekanntlich auf der weltweit übertragenen Trauerfeier zu Ehren Nelson Mandelas am Dienstag in Johannesburg für Aufregung und Empörung unter Gehörlosen.
Diese fast schon komödiantisch anmutende Einlage dürfte jedoch auch eine dunkle Kehrseite aufweisen. Offenbart dieser Vorfall nicht auch eine gefährliche Sicherheitslücke, die in höchst fahrlässiger Weise seitens der ANC-Verantwortlichen zugelassen wurde?

Ein Hochstapler oder zumindest jemand, der offensichtlich nicht das ist, was er zu sein vorgibt, konnte stundenlang unbehelligt nur zwei Schritte neben dem US-Präsidenten und dem südafrikanischen Präsidenten stehen, nur um wie ein Kasper sinnlos mit den Händen herumzufuchteln –  direkt im Blick der Fernsehkameras aus aller Welt.
Mal davon abgesehen, dass ich den Unterschied zwischen einem falschen und echten Gebärdendolmetscher wohl kaum bemerkt hätte, kam mir gerade Folgendes in den Sinn:
Der falsche Gebärdendolmetscher hätte z. B. jederzeit die Möglichkeit gehabt, dem US-Präsidenten mit der um seinen Hals baumelnden scharfkantigen Akkreditierungskarte die Kehle durchzuschneiden.
Stimmen hätten es ihm befohlen, so würde er später aussagen…
Eine Blutfontäne hätte sich meterweit in die ersten Zuschauerreihen der Trauergäste ergossen, ohne dass auch nur einer der Personenschützer oder Sicherheitskräfte im Hintergrund einen Finger hätte rühren können.
Dieser Mann – mag er ein Betrüger oder Hochstapler sein – hat sich nun in einem Interview selbst als schizophren bezeichnet. Laut eigener Aussage habe er auf der Bühne „Stimmen gehört und halluziniert“.
Wenn man ausschließt, dass die von ihm vernommene Stimme Obamas eine derart halluzinogene Wirkung auf den Mann ausgeübt hat, kommt man zu dem Schluss, dass die ANC-Verantwortlichen wissentlich einen Geisteskranken oder einen Aufschneider neben Obama platziert haben. Denn der Mann, der als Thamsanqa J. identifiziert wurde, soll seit Jahren auf ANC-Veranstaltungen als Gebärdendolmetscher präsent gewesen sein. Obwohl Gehörlose seinen Einsatz bereits mehrfach kritisiert und darauf hingewiesen hätten, dass dieser Mann der Gebärdensprache offenbar nicht mächtig ist, habe dies keinerlei Konsequenzen gehabt. Der Mann sei einfach immer wieder beauftragt worden. Schon seltsam oder?
Kann man dies noch als normale Schlamperei durchgehen lassen, oder handelt es sich um einen Fall von Vetternwirtschaft innerhalb des ANC?
Böswilligkeit oder einen gezielten Anschlag kann man wohl ausschließen.
Na dann, Schwamm drüber…

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